Urlaub & Unterhaltung

Oman - Abenteuerreise in den Orient

28.12.2017

Sand und Meer, Berge und Dünen, Palmen und Kamele: Das Sultanat Oman wirkt wie ein Märchenland aus „Tausendundeine Nacht“. Hier können die Besucher noch ein Stück ursprüngliches Arabien erleben

Oman: Oase Birkat al-Mawz mit Dattelpalmen
Mitten in dem Wüstenstaat: In der Oase Birkat al-Mawz wachsen prächtige Dattelpalmen. 

Palmwedel flattern im Wind, Bauern wandeln zwischen den Stämmen und prüfen die Bewässerung der Pflanzen. Dicht an dicht stehen die Bäume auf der Plantage vor der Oasenstadt Nizwa. Unter den Palmkronen hängen die Juwelen des Oman: Datteln. Feste Früchte, die sich in schweren Rispen immer weiter zur Erde neigen. Sie heißen „Die Süße“, „Die Herbe“ oder auch „Die Banane“. 157 Sorten gibt es. Zu viele, um sie alle während eines einzigen Trips zu kosten.

Souk in der alten Handelsstadt Nizwa im Oman
Bunte Vielfalt: Auf dem Souk in der alten Handelsstadt Nizwa gibt es nicht nur Datteln und Gewürze, sondern auch Silberschmuck

Auf dem Souk in der alten Handelsstadt Nizwa werden Datteln als Kostprobe feilgeboten. Sie sind heller und weniger klebrig als die Früchte, die man aus deutschen Supermärkten kennt. Viele Urlauber tragen ganze Pakete als Souvenir vom Markt. Die Omani sind da wählerischer, winken immer wieder ab und gehen zum nächsten Händler. Nizwa ist ein Ort wie aus der Zeit gefallen. Lebende Kälber und Hühner werden verkauft, es gibt Silberschmuck, gehämmerte Lampen, Gewürze und Tand. Die Faszination Orient ist hier zum Greifen nah.

Ostküste von Oman: Sonnenuntergang am Hotel Shangri-La Al Husn
Meerblick: Das Hotel Shangri-La Al Husn liegt unweit von Maskat 

Trendziel mit Traumstränden und prachtvollen Moscheen

Moderner geht es am Strand des Hotels Shangri-La Al Husn* an der Ostküste kurz vor der Hauptstadt Maskat zu. Hier baden arabische Frauen im Burkini, Europäerinnen im Bikini. Fruchtsäfte und Cocktails werden serviert, Roseneis und amerikanische Schokoriegel. Der Ozean brandet sanft an den butterweichen Sandstrand, der als einer der schönsten des Landes gilt. Klippen fassen die etwa 100 Meter lange Bucht ein, Hunderte von Krebsen krabbeln auf den Felsen, und helle Sonnensegel spenden Schatten.

Sultan-Qabus-Moschee in Maskat (Oman)
Blauer Teppich: Das prächtige Interieur der Sultan-Qabus-Moschee in Maskat

Von Maskat aus lässt sich der Oman in Tagesausflügen gut auf eigene Faust mit dem Mietwagen erkunden. In der Haupt- und auch einzigen Großstadt schieben sich die Autos über die Highways, in der Royal Opera spielt heute Abend Cliff Richard, die prächtige Große Sultan-Qabus-Moschee ist nur am Vormittag für Nichtmuslime geöffnet.

Rosenblüten auf der Saiq-Hochebene im Oman
Rosa Pracht: Aus den Blüten wird im Oman Rosenwasser hergestellt

Wasser ist rar im Wüstenstaat, und doch blüht der Oman

Wer weiter gen Norden reist, ins Hadschar-Gebirge zum grünen Berg Jabal Akhdar, fühlt sich ein bisschen wie Indiana Jones. Lang vergessene Dörfer liegen still neben Obstplantagen, auf denen Granatäpfel, Pfirsiche und Mandeln wachsen. Im Frühling blühen auf der Saiq-Hochebene Tausende von Rosen. Auf dem 2000 Meter hohen Plateau ist es dafür kühl genug, und ein uraltes Bewässerungssystem versorgt die Pflanzen. Üppigkeit und Trockenheit liegen im Oman eng beinander. Wüste trifft Vegetation.

Naturpool: Abkühlung bieten im Oman u.a. Canyons wie der Wadi Schaab
Grüne Lagune: Das Wadi Schaab an der Ostküste bietet willkommene Abkühlung

Bei den Küstenstädten Fins und Tiwi weiter südlich hat sich das Wasser der Bergquellen zwar über Kilometer hinweg seinen Weg bis zum Meer gebahnt, doch die Flussläufe liegen den größten Teil des Jahres trocken. Für die Omani sind diese Canyons wie der Wadi Schaab ein Geschenk, eine Art naturbelassender Freizeitpark. Schmale Wege führen über schroffe Felsbrocken, neben denen es steil ins Nichts geht. Eine Wanderung wie auf einem anderen Planeten, die vor einem versteckten Wasserfall endet, der in einen Naturpool rauscht. Mit Selbstsicherheit und Gottvertrauen springen einige Jugendliche in das türkisfarbene Nass. Solche Bassins sind eine willkommene Abkühlung.

Kamele in der Wahiba-Wüste im Osten des Oman
Wüstenschiff: Kamele tragen Einheimische und Urlauber durch den heißen Sand

Der Sand in der Wahiba-Wüste im Osten des Oman heizt sich im Sommer so stark auf, dass man ihn kaum berühren kann. Die Dünen ziehen sich lang und sanft bis zum Horizont und sind zum Teil mit bis zu 200 Metern Höhe so steil, dass man sie nicht zu Fuß durchwandern möchte. Touristen brausen lieber in Jeeps oder auf Quads die Hügel hinauf oder lassen sich von Kamelen auf üppig verzierten Sätteln durch den Sand schaukeln.

Abendstimmung an der Promenade Corniche in Maskat, der Hauptstadt des Oman
Abends im Morgenland: Die Promenade Corniche in der Hauptstadt Maskat 

Ein Bild wie aus einem Märchenbuch – und doch: Der wahre Zauber des Oman offenbart sich erst mit der Dämmerung. Dann wird die Luft leichter, die Tiere der Wüste erwachen, an den Küsten beginnen Insekten und Vögel ihr Konzert. Tiefschwarz senkt sich der Himmel über das Land von Sultan Qabus, ehe der Mond zu leuchten beginnt, der meistens schon am Mittag als blasse Sichel zwischen den Wolken durchschimmert. Wer eine Nacht in dem Wüstencamp* auf einer Pritsche unter freiem Himmel verbringt, sieht sie dann endlich: 1001 Sterne.

Was Oman-Urlauber wissen sollten

  • Oman Air* fliegt direkt von München und Frankfurt am Main nach Maskat
  • Ein Visum gibt es direkt bei der Ankunft am Flughafen von Maskat. Es gilt vier Wochen in Verbindung mit einem gültigen Reisepass.
  • Sultan Qabus, 77, regiert seit 1970 den Oman. Unter ihm hat sich das Land in großen Teilen geöffnet (vor allem für den Tourismus) und modernisiert.
  • Die beste Reisezeit ist im europäischen Winter von Oktober bis März. Die Durchschnittstemperatur liegt dann bei 25 Grad, im Sommer steigen die Temperaturen auf 40 Grad, in der Wüste sogar auf bis zu 50 Grad.
  • Die Gefahr durch Gewalt und Diebstahlkriminalität ist laut Deutschem Auswärtigem Amt im Oman sehr gering. Das Reiseland gilt als sicher. Das Grenzgebiet zum Jemen sollte jedoch gemieden werden. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte genügend Trinkwasser dabei haben und auf freilaufende Kamele achten.
  • Der Ausschank von Alkohol ist an öffentlichen Plätzen und in Restaurants verboten. Allein Hotels haben dafür eine Sondererlaubnis.
  • 4,4 Millionen Menschen leben in dem Sultanat, das flächenmäßig fast so groß ist wie Deutschland. Englisch ist verbreitet, manche sprechen auch Deutsch.
  • Westliche Kleidung ist kein Problem. Auf kurze Röcke und tief ausgeschnittene Shirts sollten Frauen aber aus Respekt lieber verzichten.
  • Bezahlt wird in Omanischen Rials. 1 Euro entspricht 0,45 OMR. Eine Flasche Wasser kostet etwa 25 Cent, ein 3-Gänge-Menü in einem Restaurant 20 Euro.
  • Allgemeine Infos zum Urlaubsland Oman unter www.omantourism.de*

Text: Anne Kathrin Koophamel. Fotos: akg, Mauritius (2), PR, dpa Picture-Alliance, shutterstock, laif/ Franck Charton, interfoto. (acfo)

Kritik, Lob, Anregungen? Schreiben Sie uns: redaktion.motorwelt@adac.de

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.