Die Top 5 für Ihre Neuseeland-Reise

Naturgenuss pur. Vulkane, „Herr der Ringe“-Landschaften und Traumstrände: Diese Tour führt zu allen Highlights der Nordinsel Neuseelands

Die Skyline von Auckland, der größten Stadt Neuseelands

„Das schönste Ende der Welt“ hat magische Anziehungskraft: 3,5 Millionen Touristen zählt Neuseeland jährlich, Besucher, die – wie wir – von tollen Stränden, Vulkanen und Gebirgsseen träumen, sich auf freundliche Einwohner freuen. Und tatsächlich sind die 30-stündige Anreise aus Deutschland und der bei zwölf Stunden Zeitunterschied unvermeidliche Jetlag schnell vergessen. Bereits nach zwei Tagen in der Metropole Auckland, wo rund ein Drittel der 4,5 Millionen Einwohner Neuseelands leben, hat uns der Kiwi-Charme am Wickel: Multikulti-Flair, schicke Bars und Restaurants und powergeladene Leute, die mit einer Extraportion guter Laune gesegnet sind. Die Region wird von 48 Vulkangipfeln dominiert, von denen aus sich spektakuläre Rundumblicke über die Skyline und die weißgetupften Buchten öffnen – wegen der weltweit höchsten Segelboot-Dichte pro Kopf wird die Stadt auch „City of Sails“ genannt. Keine Frage, Auckland ist das erste Highlight unseres Insel-Trips. Das nächste Ziel heißt Ohakune, fünf Fahrstunden entfernt. Kaum haben wir mit unserem Campingmobil die Stadtgrenze überquert – Vorsicht, Linksverkehr! –, tauchen wir ein in saftiges Grün und leuchtendes Ginstergelb. Schaf-, Rinder- und Pferdeweiden sowie dschungelartige Wälder flankieren die Straße. Was man zunächst für Palmen halten mag, sind bis zu zehn Meter hohe Silberfarne – Neuseelands Nationalpflanze.

Tongariro: Lavalandschaften und Kraterseen

Wanderweg über den Vulkan: der 20 Kilometer lange Tongariro Trail 

Von Ohakune, am Rande des Tongariro Nationalparks gelegen, starten wir am nächsten Morgen unsere Tongariro Trail-Tour. Für den 20 Kilometer langen Wanderweg, der über den Ngauruhoe-Vulkan führt, braucht man eine gute Kondition – und Trittfestigkeit: Sturmböen bis zu 100 Stundenkilometer können einen leicht von den Füßen reißen. Manchmal kauern wir sogar am Boden, um dem zornigen Sturm möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Mit Erreichen des Gipfels landet man auf der windgeschützten Seite des Bergs. Lohn der Aufregung ist der Blick auf eine fast außerirdisch wirkende Lavalandschaft und smaragdgrüne Kraterseen, die Emerald Lakes. Kein Wunder, dass die kargen Geröllfelder in den „Herr der Ringe“-Filmen als Mordor herhalten mussten. Und unser sturmumtoster Vulkan durfte den Schicksalsberg mimen. Am Ufer eines Sees legen wir die dringend herbeigesehnte Rast ein, bevor wir die zweite Hälfte der Wegstrecke bergab in Angriff nehmen. In der Ferne können wird den riesengroßen, tiefblauen Kratersee Lake Taupo ausmachen, unser nächstes Etappenziel. Auwei, das wird einen Muskelkater geben.

Rotorua: Im Reich der Maori

Maori-Holzmaske mit traditioneller Gesichts-Verzierung

Vulkane, Geysire und heiße Quellen, blubbernde Schlammlöcher – im Inneren der Nordinsel wimmelt es nur so davon. Besonders in der Gegend um Rotorua: Überall faucht und raucht es, Wasser-Rauch-Säulen schießen in den Himmel. Rotorua ist Zentrum der Kultur der Maori – der Ureinwohner Neuseelands, die etwa 15 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Bei Folkloreveranstaltungen können sich Besucher ein Bild von dem (kunst-)handwerklichen Geschick und den Bräuchen der Maori machen – etwa von der Hongi genannten Nasenbegrüßung und vom Furcht einflößenden Haka-Kriegstanz, den man vielleicht vom neuseeländischen Rugbyteam kennt: Rollende Augen und herausgestreckte Zungen sollen die Feinde einschüchtern. Rotorua gilt auch als sportliches Zentrum der Nordinsel: Kajaking, Mountainbiking, Canyoning etc. Wir sausen auf Ziplines am Seil über den Urwald. Ein herrlicher Spaß mit einer gehörigen Portion Adrenalin-Kick!

Von Whakatane zum Meeresvulkan

Wegbegleiter: Kiwi-Warnschilder säumen die Straßen

Von Rotorua lenken wir das Campingmobil Richtung Küste. So, wie die Fahrten durch die fantastische Landschaft ein Genuss sind, sind es auch unsere Stopps: Die Campingplätze und Holiday-Parks präsentieren sich blitzsauber und komfortabel. Es gibt große Koch- und Speiseräume, Grillplätze und so charmante Details wie Kräuter- und Gewürztöpfe, aus denen man sich nach Belieben bedienen kann.

In Whakatane wechseln wir aufs Schiff: Es geht in die Bay of Plenty nach White Island, Neuseelands einzigem aktivem Meeresvulkan. 1,5 Stunden dauert die Bootsfahrt, doch schon viel früher lässt sich die gigantische Rauchwolke erkennen, die aus dem riesigen Krater emporsteigt. Für die Inselwanderung über die verkarsteten Gesteinsfelder werden Helme und Gasmasken verteilt. Kein Gag, sondern notwendige Ausrüstung, denn die Schwefeldioxid-Dämpfe, die der Vulkan ausstößt, beißen sich in die Atemwege. Mit jedem Meter, den man weiter in die surreal anmutende, schwefelgelbe Felslandschaft vorstößt, wächst der Respekt vor den Naturgewalten –  das laute Fauchen und Zischen erweckt den Eindruck, als ob gleich die Erde bis zum Schlund aufbrechen würde… Auch weil man auf der Rückfahrt nach Whakatane mit etwas Glück Wale, Delfine oder Seehunde sehen kann, ist der White-Island-Ausflug absolut empfehlenswert.

 

Die Traumstrände von Coromandel

Badelust: Am Hot Water Beach kann man eigene heiße Quellen schaufeln

Coromandel, unsere nächste Station, ist das reinste Urlaubsparadies für Einheimische und Touristen. 400 Kilometer leuchtend weiße Sandstrände, traumhafte Buchten, rustikale Dörfer, üppiges Regenwald-Grün und ideales Klima locken gerade in der Sommer-Hochsaison zwischen Dezember und Februar die Urlauber auf die Halbinsel. Am Strand überlegen wir, ob wir uns eher für eine Kajaktour oder einen Tauchausflug entscheiden sollen – und entdecken dann die entspannendste aller Varianten: Es gibt nichts Schöneres, als sich am Hot Water Beach mit der Schaufel eine Kuhle zu buddeln, um dann in der eigenen heißen Quelle zu baden.

Reise-Infos: Neuseeland

Nord- und Südinsel sind insgesamt rund 270.000 Quadratkilometer groß
  • Reisezeit: In den Sommermonaten von Oktober/November bis März/April ist das Wetter mit Durchschnittstemperaturen zwischen 16 und 25 Grad und wenig Niederschlag ideal für Wanderungen und Outdoor-Aktivitäten. Allerdings verreisen in diesem Zeitraum auch viele Einheimische, daher sind die Übernachtungspreise, ebenso wie die Flugkosten, höher als gewöhnlich und Unterkünfte manchmal knapp. Tipp: Lange im Voraus planen und buchen!
  • Einreise: Deutsche Staatsangehörige benötigen einen noch mindestens drei Monate gültigen Reisepass. Ein Visum ist für einen Aufenthalt bis zu 3 Monaten nicht erforderlich.
  • Flüge: Von Deutschland gibt es keinen Direktflug nach Neuseeland. Mit einem oder mehreren Stopps werden z. B. Auckland, Wellington und Christchurch angeflogen.
  • Währung: New Zealand Dollars (1 NZ$ ca. 0,61 Euro)
  • Unterwegs: In Neuseeland gilt Linksverkehr. Leihwagen bekommt man meistens ab 18, bei manchen Vermietern erst ab 21 Jahren – vorher unbedingt erkundigen. Es reicht der deutsche Führerschein, allerdings ist es Pflicht, einen Führerschein in englischer Sprache mitzuführen.

Für die Planung, Fahrt und den Zielort nützlich ist das ADAC TourSet, das Sie hier bestellen können.
 
Informationen zur ADAC TourSet-App gibt es hier.


Text: Brigitte von Imhof. Fotos: Shutterstock, mauritius images. © ADAC Motorwelt 10/2017 (acfo).

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