Urlaub & Unterhaltung

Mallorca im Frühling: Motorwelt-Reisetipp

9.3.2018

Die Lieblingsinsel der Deutschen ist im Frühjahr schon sonnig, angenehm warm und blühend – für Ruhesuchende und Entdecker die beste Reisezeit. Selbst am Ballermann ist die Balearen-Insel am Ende der Mandelblüte nicht so überlaufen wie im Hochsommer. Tipps für einen Trip nach Mallorca in der Nebensaison

Bilderbuchwetter im Frühjahr: Cala Santanyi im Süden der Insel

Ein schöner, wilder Garten mit Bergpanorama: blühende und duftende Bäume mit allen nur erdenklichen Orangen- und Zitronensorten. Dazwischen laufen Hühner pickend herum, und Pfauen stolzieren durch die 18.000 Quadratmeter große Plantage. Nach einem lehrreichen Rundgang gibt es geröstetes Weißbrot mit Olivenöl und Tomaten, das typisch mallorquinische "Pa amb oli", und natürlich frisch gepressten Orangensaft. Mallorca schmeckt wunderbar.

Die "Finca Ecovinyassa"* liegt nur eine Viertelstunde Fußmarsch vom Zentrum von Sóller im Nordwesten entfernt. Jetzt im Frühjahr ist die Hochzeit für Orangen, aber nicht für Touristen – die Insel ist noch im ruhigen Vorsaison-Modus. In den Cafés auf dem Platz vor der Kirche St. Bartholomäus sind noch ein paar Stühle in der Sonne frei, und auch die historische Straßenbahn zum Hafen ist nicht überfüllt.


Der schönste Weg ins Tal von Sóller

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Im Talkessel von Sóller wachsen die besten Orangen der Insel

Drei Wege führen ins Tal von Sóller: langsam mit dem Auto über eine serpentinenreiche Straße durch die Berge, schnell durch einen Tunnel – oder am schönsten und gemütlichsten – mit dem holzverkleideten Zug, der seit 1912 in einer Stunde von Palma nach Sóller zuckelt. 27,6 Kilometer, kurz durch das Industriegebiet der Hauptstadt, bald durch das ländliche Mallorca mit Fotomotiven wie dem Tramuntana-Gebirge oder den letzten blühenden Mandelbäumen. Nach dem längsten von 13 Tunneln, durch die der Zug tutend rattert, öffnet sich das tiefgrüne Tal von Sóller.

Die am häufigsten gesprochene Sprache im Zug ist Deutsch – Mallorca ist zwar nie das "17. Bundesland" geworden, wie die "Bild"-Zeitung im Sommerloch 1993 titelte, aber schon lang unsere Lieblingsinsel. Etwa 50 Prozent der geschätzt fast 14 Millionen Touristen pro Jahr kommen aus Deutschland.

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Die historische Straßenbahn pendelt zwischen Sóller und Hafen

"Die Nachfrage ist stark gewachsen", sagt Ciro Krauthausen, seit 2007 Chefredakteur der "Mallorca Zeitung". Weil die Insel vertraut sei und einfach alles biete: "Die Infrastruktur ist perfekt, die Flugverbindungen sind super, und das Wetter ist normalerweise gut." Aber alle Verantwortlichen seien sich einig, dass die Insel im Sommer nicht noch mehr Gäste vertragen könne.

Deshalb beginnen viele Hotels die Saison jetzt schon vor April und verlängern sie bis in den November. Eine gute Idee, findet Krauthausen. "Im Frühjahr können Sie wunderbar durch Palma bummeln, in der Sonne sitzen, wandern, Ausflüge machen, Rad fahren oder am Strand joggen", sagt er, "der einzige Nachteil ist, dass man noch nicht baden kann."

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Mallorca in Zahlen

Mallorca; Karte; LandkarteGröße: rund 3600 km2 – ca. 40% größer als das Saarland

Küste: 550 km Gesamtlänge

Einwohner: etwa 900.000 – die Hälfte davon in der Hauptstadt Palma

Höchster Berg: Puig Major (1445 m)

Flughafen Palma: ca. 26 Mio. Passagiere pro Jahr

Ruhe am Traumstrand von Es Trenc

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So leer ist der Es Trenc im Süden Mallorcas nur in der Nebensaison

Das stimmt. Aber für ein paar Schritte mit hochgekrempelter Hose durch das flache Wasser reicht es am Strand von Es Trenc. Verständlich, dass er als einer der schönsten der Insel gilt: Die Sonne kommt raus, das Wasser färbt sich türkis, auf dem Sand liegt vereinzelt dunkles angeschwemmtes Seegras. Es Trenc gehört heute Spaziergängern, Joggern und Menschen, die am Rand der Dünen picknicken. In der Hochsaison wird es hier voll, sehr, sehr voll – der fast leere Parkplatz von heute Morgen ist dann hoffnungslos überfüllt und die Zufahrtsstraße oft verstopft.

Auf dem Weg nach Es Trenc kommt man an den Salinen vorbei. In großen Becken bilden sich Meersalzkristalle – geerntet werden bis zu 10.000 Tonnen pro Jahr, die sich auf dem 150 Hektar großen Gelände zu riesigen, weißen Bergen türmen. Luxusprodukt und Exportschlager ist das mehrfach ausgezeichnete Flor de Sal.

Das Wasser in den Becken ist warm und salzig und hinterlässt auf der Hand eine trockene, weiße Kruste. "Das ist gut für die Haut", sagt Marketingchefin Laura Calvo. Sie zeigt auf Flamingos in der Ferne. Im Vogelparadies der Salinen sind etwa 170 Arten heimisch, im Frühjahr und Sommer führen Biologen dort Besucher.

Wahrzeichen von Palma: Die Kathetrale La Seu

Zurück nach Palma de Mallorca, das allein schon eine Reise wert ist: wegen der Flaniermeile La Rambla, der kleinen Boutique- und 5-Sterne-Hotels in stilvoll restaurierten Palästen, wegen der internationalen Geschäfte und Shops einheimischer Handwerker, der Kathedrale La Seu, der Altstadtgassen mit ihren Tapas-Bars und wegen des Nachtlebens.

Zum Beispiel im Szeneviertel Santa Catalina, dessen Markthalle tagsüber ein kulinarisches Muss für Palma-Besucher ist. In der Bar "Joan Frau" versorgen Mario und Biel ihre Gäste ab früh morgens mit Kaffee, Wein, Bier und typisch mallorquinischer Küche: Tortilla mit Kartoffeln, Ensaladilla rusa mit Eiern, Erbsen, Thunfisch und Kapern, Kroketten mit Huhn, kleinen, frittierten Fischen und natürlich Oliven – zum Nachtisch Coca, ein Hefeteiggebäck mit Aprikosen und Puderzucker. Reichlich Kalorien und Kraft für eine ausgedehnte Radtour an der Platja de Palma.


Auch der Ballermann ist noch im Frühjahrsschlaf

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Gediegene Atmosphäre statt Partyrausch: Der "Ballermann 6" im Frühjahr

Unser Ziel ist "Balneario 6", ein Strandpromenaden-Pavillon, in dem Menschen in der Sonne Kaffee und Kuchen genießen. Direkt dahinter beginnt die überraschend kleine Feiermeile, die für viele das Synonym für Mallorca ist: der Ballermann, der mit Sangria-Saufen aus Eimern und immer neuen Benimmregeln der Inselregierung für Schlagzeilen sorgt.

Die Partyzone ist noch im Frühjahrsschlaf. Im "Bierkönig", der an ein Oktoberfestzelt erinnert, wird Fußball auf Großleinwänden gezeigt. Nur wenige Tische sind besetzt, an einem schlürfen ein paar ältere Damen mit gelben und grünen Hütchen durch lange, bunte Strohhalme ihre Drinks. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was hier in der Saison los ist.

 

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Jürgen Drews: "Früher fand ich Mallorca fürchterlich"

Jürgen; Drews; MallorcaADAC Motorwelt: Braucht die Insel den Ballermann?
Jürgen Drews: Ja, unbedingt. Es gibt doch überall auf der Welt Plätze, wo man abfeiern kann. Die Frage ist, wie. Als ich vor 40 Jahren nach Mallorca gekommen bin, haben sich die Leute die Sangria-Eimer mit an den Strand genommen und sich wirklich einen weggeballert. Ich trinke kaum Alkohol und fand es fürchterlich. Heute ist das alles viel gesitteter. In die Mega-Arena, wo ich vor 3000 Leuten auftrete, kommt kein Betrunkener rein.

Wie kommen Sie eigentlich zum Titel "König von Mallorca"?
Das war ein spontaner Einfall von Thomas Gottschalk. Costa Cordalis und ich waren 1999 bei "Wetten dass..?" in Palma. Gottschalk sagte, dass Juan Carlos leider nicht kommen könne, aber mit uns die heimlichen Könige von Mallorca hier seien. Man schickte mir den Song "Ich bin der König von Mallorca". War nicht meine Idee – ist aber nach wie vor erfolgreich.

Wie finden Sie Mallorca heute?
Geil! Da kommt Ibiza nicht mit. Ich habe eine Wohnung im Nordosten von Mallorca, von der aus ich einfach zum Strand gehen kann. Die Insel ist unheimlich schön.

Inca ist ein Geheimtipp auf Mallorca

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Der gebürtige Mallorquiner Joan Marc führt sein Restaurant in Inca

Unbekanntes auf Mallorca zu finden ist schwierig. Aber Inca ist eine kleiner Geheimtipp: Die drittgrößte Stadt der Insel ist wegen ihrer Schuh- und Lederindustrie bekannt. Und wegen der ehemaligen Weinkeller wie des "Celler Ca’n Marron"*, den uns der Starkoch Joan Marc unbedingt zeigen will. An den Tischen sitzen morgens um zehn Uhr Handwerker, Bauern und Rentner.

Es gibt süßen Rotwein mit Zitronenlimonade, gemischte Innereien, Mandelkuchen ohne Mehl und Mandeleis. Die Portionen sind riesig. "Früher war ein Essen gut, wenn du danach nicht mehr laufen konntest", sagt Joan Marc lachend, "mit dieser Küche bin ich aufgewachsen."

Der 42-Jährige, der in Sternelokalen in Barcelona und Palma gekocht hat, liebt seine heimatlichen kulinarischen Wurzeln. Die verfeinert er im eigenen Restaurant im Haus seiner Eltern mit Blick auf den Spielplatz seiner Kinder: Frikadelle vom schwarzen Schwein mit Pflaumen, Fenchelsamen, Koriander und wildem Spargel. Als Dessert roter Karottenkuchen mit Pinienkernen, Rosinen und Joghurtmousse sowie hausgemachte Schokolade mit Flor de Sal. Mallorca schmeckt nach mehr – nach Wiederkommen.

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ADAC Tipps, Infos und Angebote zu Mallorca 

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Tourist-Info: Informativ und nützlich ist auch die Website des Fremdenverkehrsamtes von Mallorca*.

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Text: Christof Henn. Fotos: ADAC/Oliver Brenneisen (5), fotolia (2), Imago (1). (acfo).

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