Spremberg – Perle der Lausitz

5.3.2019

Kennzeichen SPB: Ein Kreis von Seen umringt das zweisprachige Spremberg – hier wird neben Deutsch auch Sorbisch geplaudert. Wir stellen die Stadt vor, geben Tipps zu Sightseeing, Aktivitäten, Restaurants und Cafés

Aufmacher Kennzeichenserie Spremberg

Spaziergang im Stadtkern

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Einen Ausflug wert: Die Innenstadt Sprembergs
Grodk ist der niedersorbische und zweite offizielle Name der Stadt in der Niederlausitz, deren Zentrum rund 100 Kilometer nordöstlich von Dresden auf einer Spreeinsel liegt. Wegen mehrerer Brände, Kriege aber auch Phasen der Vernachlässigung zu DDR-Zeiten ist der Bestand an historischen Gebäuden überschaubar – klein, aber fein, lautet das Motto. Bis zu 2,6 Meter dick sind die Mauern des freistehenden Turms der Kreuzkirche. In dem mittelalterlichen Hallengebäude treten beim Spremberger Musiksommer* hochkarätige Künstler wie der Dresdner Kreuzchor auf. 
 
An der Langen Straße fließt aus dem von der lokalen Künstlerin Irmgard Kuhlee entworfenen neue Brunnen bei besonderen Anlässen auch mal ein kühles Bier. Etliche Häuser dort sind Rekonstruktionen, bewusst modern gibt sich das neue Bürgerhaus am Markt. Tipps und Informationen aus erster Hand finden Besucher Sprembergs in der Tourist-Information* am Markt 2.
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Steckbrief: Spremberg

Einwohnerzahl: ca. 22.500, Landkreis Spree-Neiße ca. 115.500
Bundesland: Brandenburg 
Besucher pro Jahr: 45.000 Übernachtungen, 75.000 Tagesgäste
Sprache: Hochdeutsch und Sorbisch
Berühmter Sohn: Schriftsteller Erwin Strittmatter (1912–1994)
Spezialität: Lausitzer Leinöl mit Quark und Pellkartoffeln
Lage: Niederlausitz, 102 km nordöstlich von Dresden, 25 km von der polnischen Grenze entfernt

Spezialitäten mit Lausitzer Leinöl

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Unverwechselbar: Lausitzer Leinöl mit Quark und Pellkartoffeln
Das Gold aus der Lausitz – im Sommer blüht auf den Feldern der hellblaue Flachs, von September bis Dezember verarbeitet die Lausitzer Ölmühle Hoyerswerda* die Leinsaat zu goldgelbem Öl. Es enthält Lecithin und Vitamin E, ist leicht bekömmlich, cholesterinarm und reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Und es schmeckt, z.B. zum Einlegen von Käse und Hering, in süßer Quarkspeise und im Salatdressing. Eine Art Nationalgericht ist die Kombination mit Pellkartoffeln und Quark, "das macht den Lausitzer stark", heißt es. Aufgetischt wird der Teller in Spremberg u.a. im Restaurant des Hotels Zur Post*.

Mit dem Rad zur Literatur

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Erwin Strittmatters "Laden" in Bohsdorf
Über die Touristinformation sind Räder und E-Bikes zu mieten, mit denen Sie vom Marktplatz zur 35 km langen Land-und-Leute-Tour* (pdf) aufbrechen. Der Rundkurs ist dem Schriftsteller Erwin Strittmatter gewidmet, der in seiner autobiografischen Romantrilogie "Der Laden" der sorbischen Kultur ein Denkmal setzte. Auf dem Weg liegen die Alte Schule in Graustein, wo der Autor Lesen und Schreiben lernte, der Laden in Bohsdorf und eine rekonstruierte Gutsscheune in Bloischdorf. Hier zeigt eine Ausstellung* Leben, Wohnen und Arbeiten der sorbischen Landbevölkerung. Zu einer erfrischenden Badepause lädt der Felixsee ein.
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Von AUR bis ZP: Unsere große Kfz-Kennzeichen-Serie

Verschiedene deutsche Autokennzeichen

Mehr als 700 Kennzeichen gibt es in Deutschland. In unserer Serie nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch die Republik: von AUR wie Aurich bis ZP wie Zschopau. Wir präsentieren kleine und große Städte, die man oft nur vom Nummerschild-Raten kennt und geben Tipps für einen schönen Tag vor Ort.

Hier finden Sie die Übersichtsseite unserer Kfz-Kennzeichen-Serie

Bergwanderung en miniature

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Aussichtsreich: Der Bismarckturm im Spremberger Stadtpark
Der Georgenberg ist eine Endmoräne, also ein Überbleibsel der letzten Eiszeit. Immerhin 136 m ragt er über Spremberg und das Tal der Spree auf. Toppen lässt sich das von Mai bis Oktober um weitere 21 m mit dem Aufstieg auf den Bismarckturm. Seinen Namen erhielt das Bauwerk – 1902 war die Grundsteinlegung – aus Dankbarkeit gegenüber dem "Eisernen Kanzler". Allerdings wurde das Wahrzeichen der Stadt Spremberg zweimal umgetauft und erhielt erst 1991 wieder seinen alten Namen. Von oben zeigen sich das moderne Kraftwerk Schwarze Pumpe und bei guter Sicht die Bautzener Berge am Horizont.

Von der Schokoladenseite

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Handgefertigt: Schokolade der Confiserie Felicitas
In Schokolade schwelgen, das geht im Stadtteil Hornow auf vielfältige Art. Aus belgischer Rohschokolade fertigt die Confiserie Felicitas* feine Pralinen, Figuren sowie Tafeln und gestaltet individuell beschriftete Schokoladenkarten zum Vernaschen. Die Mitmach-Schauwerkstatt im Werksverkauf gibt spannende Einblicke in das Handwerk der Chocolatiers. 50 Frauen aus der Lausitz wurden in Hornow dazu schon ausgebildet. Natürlich ist ein Verkaufsraum angeschlossen, dazu das Felicitas-Café, dessen Lampen wie Kakaobohnen gestaltet sind. Aus der hauseigenen Konditorei kommen Süßes nach belgischen Originalrezepten und köstliche Eiscreme.

Kraftwerk mit Aussicht

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Gewaltig: Das Kraftwerk Schwarze Pumpe
Technikfans finden am südwestlichen Stadtrand ein interessantes und weithin sichtbares Ziel, das Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe*. Montags bis samstags können sie es nach vorheriger und frühzeitiger Terminvereinbarung – die Kapazitäten sind begrenzt – besuchen. Ein besonderes Highlight im Wortsinn ist die Fahrt auf die 162 m hoch gelegene Aussichtsplattform des Kesselhauses. Familien sollten sich den Himmelfahrtstag vormerken. Dann treffen sie beim Wanderwegfest auf echte "Kraftwerker", und die Kleinen amüsieren sich mit Bastelstraße, Quiz und Hüpfburg.

Text: Helmuth Meyer. Fotos: dpa Picture-Alliance/Andreas Frank/Patrick Pleul, Fotolia/Visions-AD, TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann, iStock.com/LianeM, imago/Bernhard Classen.

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