Vaihingen an der Enz: Königlich gut

12.4.2019

Die baden-württembergische Stadt hat nicht nur Fachwerkhäuser und ein Schloss. Im Sommer verwandelt sich der Marktplatz in einen Strand  – und beim Sundowner auf einem der vielen Weingüter trifft man manchmal eine Königin

Kennzeichen Vaihingen

Märchenhafte Kulisse

Luftaufnahme von Vaihingen an der Enz
Vaihingen an der Enz mit seinem Wahrzeichen Schloss Kaltenstein (links)

Es gibt diese Städte, die ohne weiteres als Kulisse für einen Märchenfilm dienen könnten. Vaihingen an der Enz ist so eine. In der Nähe von Stuttgart gelegen erstreckt sich der Ort mit seinen insgesamt neun Stadtteilen von den Hängen des Strombergs bis zum Heckengäu. 

Sowohl das mittelalterliche Zentrum als auch die Vaihinger Ortsteile sind geprägt von malerischen Fachwerkbauten, die ältesten Fachwerkhäuser der Stadt aus dem 12. Jahrhundert finden Sie in der Mühlstraße. Die ehemalige Stadtmauer ist an einigen Stellen noch sehr gut sichtbar – und teilweise sogar begehbar. Zwei Ecktpunkte der Stadtbefestigung, der dicke Pulverturm und der sechs Stockwerke hohe Haspelturm dienten früher unter anderem als Gefängnis und können heute bei einer Stadtführung besichtigt werden. 

Das meistfotografierte Motiv aber ist der „Vaihinger Dreiklang“. Den besten Blick auf das Ensemble aus Rathaus, Schloss Kaltenstein und evangelischer Stadtkirche haben Besucher vom Marktplatz aus. 

Tipp Icon

Steckbrief Vaihingen an der Enz

Einwohner: 29.308 (2017)
Bundesland: Baden-Württemberg
Berühmte Persönlichkeiten: Carolin Klöckner, Deutsche Weinkönigin 2018/2019
Lage: an der Enz in der Nähe von Stuttgart
Tourist-Info*: Marktplatz 5, 71665 Vaihingen an der Enz, Telefon: 07042/18-235

Strandleben mitten in der Stadt

Vaihinger Strandleben am Marktplatz von Vaihingen an der Enz
500 Tonnen Sand – und schon wird aus dem Marktplatz ein Strand

Jedes Jahr im Sommer verwandelt sich der Vaihinger Marktplatz in einen 400 m² großen Sandstrand, mit Liegestühlen, Sonnenschirmen und einem Strandcafé. Sieben Lastwagen voller (insgesamt 500 Tonnen) werden dafür angekarrt. Mitten drin im Urlaubsidyll plätschert ein Brunnen vor sich hin, und wer die Augen schließt und den Sand unter seinen Füßen spürt, könnte meinen, er sei am Meer.

Seit 2003 gibt es das "Vaihinger Strandleben"* bereits, und das Angebot wird immer beliebter. An schönen Sommertagen spielen hier die Kinder und übertreffen sich im Burgen bauen, während sich die Erwachsenen einen Cocktail im Liegestuhl schmecken lassen.

   

Venedig-Feeling in Vaihingen

Stocherkahnfahrt auf der Enz in Vaihingen an der Enz
Bei Stocherkahnfahrten auf der Enz bietet sich ein guter Blick auf die Stadt 

Einen besonders schönen Blick auf die Stadt erleben Besucher bei einer Stocherkahnfahrt auf der Enz. Vaihingen war im Mittelalter für seine vielen Gerber bekannt. Über Jahrhunderte hinweg galt die Stadt als Metropole des Lederhandwerks. Allein am alten Mühlkanal übten bis zu 28 Gerber das lukrative Gewerbe aus.

Und die Enz war ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg der Gerber. Der Fluss lieferte nicht nur das notwendige Wasser, sondern diente auch als Transportweg zwischen den Gerbereien. Mit einem Kahn wurde die gemahlene Rinde, die man zur Bearbeitung des Leders verwendete, über den Kanal zu den Gerbern gebracht.

Heute können Sie bei einer Fahrt mit so einem Kahn, einen einzigartigen Blick auf die geschichtsträchtige Stadt bekommen und dabei noch ein Glas Wein genießen.

Hier finden Sie weitere Infos zu den Stocherkahnfahrten*.

Mit dem Oldtimerbus durch die Weinberge 

Weinstock und Schloss in Vaihingen an der Enz
Steile Weinberge unterhalb von Schloss Kaltenstein

Mit mehr als 300 ha Rebfläche gehört Vaihingen an der Enz zu den größten Weinbaugemeinden Württembergs. Zu den wichtigsten Rebsorten der Region zählen Lemberger, Trollinger und Riesling. Die Weine können sowohl auf den umliegenden Weingüter verkostet werden, als auch in den gemütlichen Besenwirtschaften oder in der Vinothek* inmitten der historischen Vaihinger Altstadt, die vom Verein „Weinlöwen“ getragen wird.

Ein besonderes Erlebnis ist die rund vierstündige Fahrt in einem nostalgischen Oldtimerbus durch die Vaihinger Weinlandschaft. Los geht es an der Vinothek am Marktplatz zu verschiedenen Weingütern. Dort erwarten die Winzerfamilien die Gäste, es gibt eine Weinprobe und das passende Fingerfood dazu. Kosten 69 Euro pro Person. Termine und mehr Informationen über die Bustour und weitere Weinangebote finden Sie in der Broschüre "WeinverFührungen"*.

Exklusive Tipps von der Deutschen Weinkönigin

Weinkönigin Carolin Klöckner
Carolin Klöckner aus Vaihingen ist die Deutsche Weinkönigin 2018/2019

Eine, die sich bestens in Vaihingen auskennt, ist die amtierende Deutsche Weinkönigin Carolin Klöckner. Die 23-jährige Studentin der Agrarwissenschaften stammt aus Vaihingen/Gündelbach und holte im September 2018 die Krone der Deutschen Weinkönigin nach 32 Jahren wieder ins Württembergische. Seitdem ist Carolin auf der ganzen Welt für den deutschen Wein im Einsatz, kehrt aber immer wieder in ihre Heimatstadt zurück.

Frau Klöckner: Haben Sie einen Lieblingsort in Vaihingen?

Die ganze Vaihinger Altstadt ist sehr schön, aber besonders liebe ich den Blick von Schloss Kaltenstein.

Sie sind 23 Jahre alt, hat das Vaihinger Nachtleben etwas zu bieten?

(Lacht). Da es bis nach Stuttgart nur 17 Minuten mit der Bahn sind, gehe ich eher dort abends weg. Aber in und um Vaihingen gibt es auch eine tolle Veranstaltungen, wo ich mich gerne mit Freunden treffe. Einige Weingüter bieten  After-Work-Events an. "Wine o'Clock" auf dem Weingut Walz* zum Beispiel oder "Sundowner" auf dem Weingut Sonnenhof*. Zu einem guten Glas Wein gibt es dann noch Live-Musik. Und die Lembergerland Kellerei in Roßwag* veranstaltet ein spezielles Wein-Trekking. Mitten in den Weinbergen spielt dann ein Streichquartett. Dazu gibt es eine Weinprobe und einen tollen Blick über die Landschaft.

Wenn Sie als Deutsche Weinkönigin unterwegs sind, was vermissen Sie dann am meisten?

Meine Hündin Thekla. Mit ihr spaziere ich gerne durch Vaihingen/Gündelbach, wo ich wohne.

Süße Versuchungen im Bonbon-Museum

Seit 1828 stellt die Firma Jung in Vaihingen bereits Süßes her. Wer Gummibärchen und Bonbons nicht widerstehen kann, der sollte sich daher Deutschlands einziges Bonbon Museum* im Vaihinger Stadtteil Kleinglattbach anschauen. Hier werden auf 300 Quadratmetern Bonbons, Bonbondosen, Bonbon-Herstellungsmaschinen und alte Werbemittel in einer kulturgeschichtlichen Ausstellung in Szene gesetzt.

Eines der Highlights der Ausstellung ist die authentische Ladeneinrichtung des "Oscar Zahn" aus der Stuttgarter Calwerstraße, eines über 100 Jahre alten Kolonialwarenladens, der seit jeher seine Bonbons von Jung aus Vaihingen an der Enz bezogen hatte.

Und wer anschließend immer noch nicht genug hat, deckt sich im Gummi Bärenland*, das nur wenige Gehminuten vom Museum entfernt liegt, nach Herzenslust mit Süßkram aller Art ein.

Text: Verena Haart Gaspar. Fotos: Martina Fischer, Stadt Vaihingen an der Enz, PR (2), dpa Picture-Alliance/Uli Deck.

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