Eschwege: Fachwerk & Freizeitspaß

20.7.2017

Kennzeichen ESW: Eschwege in Nordhessen hat eine über 1000-jährige Geschichte und ebenso viele Fachwerkbauten. Plus: Sehenswürdigkeiten, Freizeittipps, Restaurants & Hotels

Kennzeichen Eschwege

Fachwerk in der Altstadt 

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Der Marktplatz in Eschwege
Fachwerk-Nostalgie im Herzen der Altstadt Eschweges

Es müssen unzählige Zimmerleute und Holzschnitzer am Werk gewesen sein, um all die Fachwerkhäuser im Eschweger Altstadtkern zu bauen und zu verzieren. Wer beim Herumschlendern nach oben schaut, sieht geschnitzte Engelsköpfe, Tier- und Eckfiguren sowie bizarre Basilisken. Angeblich galt der Blick eines solchen Ungetüms früher als tödlich und sollte die Hausbewohner vor Schaden schützen.

Ein Basilisk mit Fischleib, Rückenflosse und Bärenkopf sowie ein Meeresungeheuer sind am Alten Rathaus an der Schmalseite des Marktplatzes zu erkennen. Den Renaissance-Fachwerkbau ziert außerdem ein prächtiges Portal mit Pilastern, Säulen, sowie das Stadtwappen samt dem alten Namen Eschwegia und der Jahreszahl 1660. Und der Glockengießermönch schlägt mehrmals täglich das 16-Glockenspiel.

Am Raiffeisenhaus zur Berggasse hin sind beispielsweise ein Froschgesicht und die Figur eines "Kind fressenden Mannes" zu sehen – ein Symbol für Krieg. Der viergeschossige Bau aus dem 17. Jahrhundert gehörte einst einem wohlhabenden Gerbermeister.

Tipps:
Altstadtgasthof Zur Krone*. Regionale Spezialitäten wie Krauthäubchen, Hessische Grüne Soße oder Ahle Wurscht in gemütlichem familiären Ambiente.

Hotel Garni: Villa Ponte Wisera* mit Jugendstilflair, 13 Zimmer, barrierefrei, direkt an der Werra.

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Steckbrief: Eschwege

  • Einwohnerzahl: 21.517
  • Bundesland: Hessen
  • Besucher pro Jahr: rund 80.000 Übernachtungen
  • Sprache: nordhessisch-nordthüringisch
  • Berühmte Persönlichkeiten: Rolf Hochhuth, Schriftsteller; Rita Russek, Schauspielerin
  • Tourist-Info Eschwege*: Hospitalplatz 16, 37269 Eschwege

 

Die Türme von Eschwege

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Der Torturm in Eschwege
Der Dünzebacher Torturm war früher ein Gefängnis

Mit mehr als 47 Metern ist der Nikolaiturm der höchste Turm der Stadt. Seine heutige Form mit der Haube samt Laubengang stammt aus der Barockzeit. Wer die 151 Stufen erklimmt, kann weit über die Dächer der Stadt blicken – nicht umsonst lebte hier bis 1931 ein Turmwächter, der bei Brand die Glocken schlagen musste. Eine von ihnen ist im Erdgeschoss zu sehen.

Der Dünzebacher Torturm ist der einzige noch erhaltene Turm der früheren Stadtmauer. Bis ins 19. Jahrhundert hinein diente er als Gefängnis.

Der Karlsturm bzw. Schwarze Turm ist der älteste Turm der Stadt. Er stammt aus dem 12. Jahrhundert und thront auf dem Cyriakusberg.

Historie im Zinnfigurenkabinett

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Das Zinnfigurenkabinett in Eschwege
Weltgeschichte in Zinn gegossen und szenisch aufbereitet

Viel zu entdecken und zu bestaunen gibt es im Eschweger Zinnfigurenkabinett* in der Kemenate. Mit 20.000 Figuren in 200 Dioramen werden hier Ereignisse aus 5000 Jahren Weltgeschichte szenisch umgesetzt. Themen sind u.a. die eigene Stadtgeschichte –  insbesondere das Schreckensjahr 1637, das in dem großen Diorama "Eschwege 1637" die Erstürmung der Stadt durch kaiserliche Kroatentruppen darstellt.

In anderen Dioramen sind Kaiser, Könige, Bauern und Soldaten aus diversen Epochen deutscher Geschichte zu sehen oder aus dem amerikanischen Bürgerkrieg und dem "Wilden Westen".  Spannend sind auch die Schiffsmodelle mit den winzigen, zum Teil nur 1,2 mm großen Matrosen. Sie sind im Guinnessbuch der Rekorde verzeichnet.

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Von AUR bis ZP: Unsere große Kfz-Kennzeichen-Serie 

Verschiedene deutsche Autokennzeichen

Mehr als 700 Kennzeichen gibt es in Deutschland. In unserer Serie nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch die Republik: von AUR wie Aurich bis ZP wie Zschopau. Wir präsentieren kleine und große Städte, die man oft nur vom Nummerschild-Raten kennt und geben Tipps für einen schönen Tag vor Ort.

Hier finden Sie die Übersichtsseite unserer Kfz-Kennzeichen-Serie

Sophiengarten: Es grünt so grün

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Blühende Planzen im Sophiengarten in Eschwege
Sophiengarten: Seele baumeln lassen und auftanken

Mit seinen Küchen- und Heilkräutern, Traditions- und Duftpflanzen erfreut der Sophiengarten* an der Gasse "Vor dem Berge" in der Altstadt Augen und Nase. Benannt wurde er nach Sophia, der Schwester von Kaiser Otto III. Sie war die Äbtissin des Cyriakusstifts, das vor gut 1000 Jahren auf dem Schulberg gegründet worden war. Rosenbögen trennen den oberen vom unteren Teil der Anlage.

Im oberen Bereich dominieren rund um eine Wasserstelle Blumen und Kräuter des mittelalterlichen Klostergartens. Im Bürgergarten im unteren Teil gibt es Blumen, Sträucher, einen Fischbrunnen und eine Gartenlaube.

Die Herrscher im Landgrafenschloss

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Das Landgrafenschloss in Eschwege
Märchenhaft: Frau-Holle-Brunnen im Schlossinnenhof

Am Anfang war eine Burg, die Landgraf Balthasar von Thüringen im 14. Jahrhundert erbauen ließ – davon sind allerdings nur noch Reste erhalten. Je nach Mode und Vorlieben drückten die Nachfolger dem Landgrafenschloss ihren Stempel auf: Ergänzt wurden der Erker an der Ostseite, die Renaissancegiebel und die Treppentürme an der Hofseite. Ebenso der zweischiffige Rittersaal im Westflügel, wo heute Ausstellungen stattfinden, und der Südflügel mit Fachwerk-Obergeschoss.

Die berühmte Eschweger Kunstuhr befindet sich in der Dachlaterne des Pavillons, wie der turmartige Anbau an der Ostseite genannt wird. Zu jeder vollen Stunde dreht der Dietemann, ein Turmwächter mit blauem Beinkleid, weißem Wams und roter Jacke, seine Runde um die Uhr und bläst dabei kräftig in sein Horn. Mehrmals täglich erklingt dabei auch das "Dietemannlied". Der Name erinnert an die tapferen Männer aus dem ausgestorbenen Geschlecht der "Diede vom Fürstenstein", die für den Schutz der Stadt zuständig waren.

Der neuzeitliche Brunnen im Innenhof zeigt Reliefs aus dem Märchen "Frau Holle" der Brüder Grimm. Die beiden Märchensammler lebten viele Jahre im nahen Kassel und in Steinau.

Leuchtberge: Wandern & klettern 

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Kletterwald Leuchtenberg in Eschwege
Hoch hinaus: Kletterwald auf dem Großen Leuchtberg

Nur wenige Gehminuten vom Stadtkern entfernt erhebt sich mit 319 Metern der größere der beiden Leuchtberge. Bekrönt wird er vom Bismarckturm, der über eine Wendeltreppe mit 109 Stufen zu besteigen ist. Oben angekommen eröffnet sich ein grandioser Rundumblick auf Eschwege, den Werratalsee und die umliegenden, zwischen 309 und 754 Meter hohen "Berge", darunter der Hohe Meißner, der Heldrastein und die Blaue Kuppe.

Letztere ist wie auch der Bismarckturm eine Etappe auf dem Rundwanderweg P 3, der an der Tourist-Info startet und durch Felder und Wiesen u.a. zum Lotzenkopf und durch den  Schlierbachswald führt. Unterhalb des Bismarckturms breitet sich der Kletterwald Leuchtberg* mit seinem Baumwipfelpfad aus (vorübergehend geschlossen).

TIPP
In der Nähe liegt die Gaststätte Leuchtberg-Felsenkeller* mit Biergarten.

Wasserspaß auf dem Werratalsee

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Der Werratalsee in Eschwege
Werratalsee: Paradies für Segler

Den 110 Hektar großen Werratalsee am Fuß der Leuchtberge bietet neben Campingplätzen und Sandstränden auch einen Rundweg (7 km) zum Spazierengehen oder Radeln, ein Bistro, Abenteuerspielplätze, Tischtennis, Boule und Beachvolleyball  – und das Ausflugsschiff "Werranixe".

Bei der einstündigen Rundfahrt sind u.a. das Schlosshotel Wolfsbrunnen, die Leuchtberge, die Strände von Eschwege und Meinhard (derzeit Badeverbot wegen Blaualgen). Und wer es so richtig romantisch mag, der kann auf der Werranixe sogar den Bund fürs Leben schließen.

Tipp:
Schlosshotel Wolfsbrunnen*. 4-Sterne-Haus mit 58 Gästezimmern, Spa-Bereich, Restaurant, Terrasse mit herrlichem Panormablick und einem eigenen Standesamt für Innen- und Außentrauungen.

Text: Elke Satzger. Fotos: PR (5), Picture Press (2).

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