Offroad-Abenteuer in der Wüste von Nevada

13.11.2018

Der Valley of Fire State Park in Nevada ist ein beliebtes Ausflugsziel für Offroad-Fans. Auf den anspruchsvollen Pisten und Trails können Geländewagen wie der Jeep Wrangler Rubicon beweisen, was sie draufhaben

Jeeps im Valley of Fire
Der Rubicon fährt souverän durch unwegsamstes Gelände
  • Nach über 30 Jahren seit der Markteinführung gibt es nun die 4. Generation des Jeeps
  • Mit seinem Allradantrieb und 270 PS ist der Wrangler Rubicon ein wahrer Offroad-Spezialist
  • Ideales Offroad-Testgelände: Der Valley of Fire State Park

 

Blinkende Spielautomaten, Roulette- und Kartentische, Luxushotels und atemberaubende Shows mit großen Stars. Wer an Las Vegas denkt, hat meist solche Bilder im Kopf. Doch die Spielerstadt im Wüstenstaat Nevada ist viel mehr als trubeliges Glücksspieler-Zentrum. Von hier aus kann man viele Touren in die Weite der USA unternehmen.

Zu den bekanntesten zählen der Grand Canyon und der Hoover Dam – mit einem Volumen von 35 Milliarden Kubikmetern der größte Stausee der USA. Seine Staumauer misst in der Höhe 220 Meter. Benannt wurde das 1935 fertiggestellte Bauwerk nach dem 31. Präsidenten der USA, Herbert C. Hoover, und ist ein Magnet für Tausende Besucher.

Doch wie das mit bekannten Hotspots ist: Sie sind schön, aber meist überlaufen. Wer ein bisschen Ruhe genießen möchte, fährt am besten ein Stück abseits der Touristen-Hochburgen. Wie in den Valley of Fire State Park, 141 Quadratkilometer groß und etwa 80 Kilometer nordöstlich von Las Vegas – ein idealer Ausflugsort für einen Tagestrip. Und eine große Spielwiese für Offroad-Fahrer.

Acht-Gang-Automatik und 270 PS

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Jeeps im Valley of Fire
Große Reifen bieten bis zu 25 cm Bodenfreihet

Frühmorgens steigen wir in den Jeep Wrangler Rubicon. Mit seinem starren Leiterrahmen, Allrad und den sperrbaren Differenzialen an der Vorder- und Hinterachse ist er ein idealer Kletterer. Unter der kurzen Haube arbeitet ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 199 kW/270 PS, die Schaltung übernimmt eine Acht-Gang-Automatik.

Vom hauseigenen Jeep-, Dodge- und Chrysler-Tuner stammen ein paar Accessoires wie das längere Fahrwerk für extra mehr Bodenfreiheit.

Entlang der Interstate 15 geht es Richtung Osten, vorbei an Las Vegas Downtown. Solarparkanlagen säumen die Strecke – kein Wunder, denn die Sonne scheint in Nevada an rund 300 Tagen im Jahr, mit durchschnittlichen 10,5 Stunden täglich.

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Las Vegas

Las Vegas

Las Vegas wurde offiziell 1905 als Eisenbahnstadt gegründet, wuchs in den Jahren danach sehr schnell. Heute ist sie als größte Stadt im US-Bundesstaat Nevada durch ihre Luxushotels und die angeschlossenen Casinos sowie Shows bekannt.

Zu den rund 630.000 Einwohnern kommen jährlich rund 40 Millionen Touristen, für die rund 150.000 Gästebetten bereitstehen – von der Luxusherberge bis zum günstigen Motel. Las Vegas bietet sich aber auch als Startpunkt für weitere Ausflüge in die Gegend an, wie der Hoover Dam, der Grand Canyon oder das 200 Kilometer weit entfernte Death Valley.

Der neue Jeep Wrangler bietet Komfort und Luxus

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Jeeps im Valley of Fire
Lonesome Rider: Ein Jeep, der ins Gelände abbiegt, fühlt sich sofort zu Hause

Der Verkehr aus der Millionenstadt verläuft sich, nur Trucks reihen sich aneinander. Die Strecke zählt zur Hauptverkehrsader zwischen Kanada und Mexiko. Die unglaubliche Weite mit Sand- und schroffen Felsformationen dazwischen wird sichtbar.

Nach einer guten Stunde Fahrt nehmen wir die Ausfahrt 75, biegen auf den Valley of Fire Highway ab. Der hochgelegte Jeep neigt sich in Kurven stark zur Seite, die Abrollgeräusche der grobstolligen Reifen brummen in den Radhäusern. Der Jeep ist ein Geländewagen der alten Schule – hart und robust.

Der Wrangler wurde vor über 30 Jahren entwickelt, basierend auf dem Armeefahrzeug Willys MB von 1940. Die aktuelle vierte Generation hat aber mit der fahrenden Verzichtserklärung von damals nichts mehr gemein: Ledersitze, Klimaanlage und ein Entertainmentsystem sorgen für Komfort mitten in der Wüste.

Ein SUV kommt hier an seine Grenzen

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Jeeps im Valley of Fire
Selbst extreme Gefälle überwindet der Jeep mühelos

Nach rund 16 Meilen biegen wir von der asphaltierten Straße ab. Über kleine Hügel geht es endlich ins Valley of Fire. Der Sand nimmt zu, verfängt sich schnell in jeder Ritze. Die hinteren Reifen buddeln sich durch, ziehen eine lange Staubfahne hinter sich her. Trotz Umluft ist das Cockpit schon leicht vernebelt.

Auf einem kleinen Weg ins Tal wechseln wir auf Allradantrieb, aktivieren die Differenzialsperren für Vorder- und Hinterachse. Im Kriechgang nehmen wir die erste Felsformation, schauen, dass rechts und links ausreichend Platz ist.

Kurz kratzt es am Leiterrahmen, doch der Jeep kraxelt störrisch weiter, hebt ein Rad, beißt sich mit den anderen drei in den Fels und erklimmt Stein für Stein. Spätestens hier würde jeder SUV an seine Grenzen kommen.

Ein paar Amerikaner flitzen in ihren Sandbuggys vorbei, drehen Pirouetten, springen über Dünen. Wind pfeift leise durch die Felsformationen. Sonst herrscht hier Stille – größer kann der Kontrast zum hektischen Las Vegas kaum sein.

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Valley of Fire State Park

 Berge im Valley of Fire

Der Name des Valley of Fire geht auf die Spitzen und scharfen Kanten der Felsen und Hügel zurück, die an Flammen erinnern. Sie formten sich vor 150 Millionen Jahren aus großen Wanderdünen.

Die rund 40.000 Hektar leuchtend rot aztekische Sandsteinfelsen schmiegen sich in grauen und braunen Kalkstein, Schiefer und Konglomeratgestein. Sie enthalten zum Teil bis zu 2500 Jahre alte versteinerte Bäume und in Stein gearbeitete Felsbilder.

Eröffnet wurde dieser älteste Park Nevadas 1935. Der Eintritt kostet zehn Dollar pro Fahrzeug. Im Besucherzentrum am Rande des Parks bieten Exponate zu Geologie, Ökologie und Geschichte viele Infos.

Technische Daten
Jeep Wrangler Rubicon
Motor  2,0 Liter-Turbobenziner, 199 kW/270 PS, 400 Nm
Verbrauch 9,1 l Super/100 km, 200 g CO2/km
Kofferraum 498-935 l
Maße L 4,88 / B 1,89 / H 1,84 m 
Preis ab 53.000 Euro (in Deutschland nur als Zweitürer mit Diesel)

 

Text: Fabian Hoberg. Fotos: PR (3), Fabian Hoberg (3)

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