Autotour durch Transsilvanien: Mit dem Mazda MX-5 zu Graf Dracula

10.9.2018

Transsilvanien in Rumänien gilt als Heimat des Grafen Dracula. In den Karpaten soll der berühmte Vampir aus Literatur & Film geherrscht haben. Wir waren mit dem Mazda MX-5 auf Spurensuche

Roter Mazda MX5 fahrend von vorne
Spritztour: Mit dem neuen Mazda MX-5 durch Transsilvanien

Beim ersten Kreisverkehr taucht plötzlich ein Pferd auf. Mitten auf der Straße. Dahinter ein Leiterwagen mit Baustoffen und fünf gut gelaunten Arbeitern. Sie winken dem kleinen Roadster euphorisch zu. Willkommen in Siebenbürgen mitten in Rumänien, auch bekannt als Transsilvanien. Ein Land zwischen Ost und West, Teil der Europäischen Union, das vor allem durch den Roman über Graf Dracula, den berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte, und dessen Verfilmung weltberühmt wurde. Mit dem neuen Mazda MX-5 (ab 27.790 Euro) machen wir uns auf Spurensuche über Passstraßen und durch die transsilvanischen Alpen.

 

Urbanes Flair in Sibiu 

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Roter Mazda MX5 seitlich stehend
Start in Sibiu, dem einstigen Zentrum der Siebenbürgener Sachsen

In Sibiu, auch als Hermannstadt bekannt, startet unsere rund 400 Kilometer langen Tour. Die mittelalterliche Stadt liegt mitten in den Karpaten und glänzt mit rausgeputzter Innenstadt und historischem Stadtkern. 2007 wurde sie zu Europas Kulturhauptstadt gewählt, lädt heute noch mit den fein restaurierten Häusern zum Flanieren und Kaffeetrinken ein. Rund 140.000 Einwohner zählt das ehemalige wichtige Siedlungsgebiet der Siebenbürger Sachsen.

Wir fahren weiter Richtung Osten. Die Route führt über die Landstraße Nr. 1 nach Brasov und bei Persani auf die 73A bis Rosenau. Nach rund zwei Stunden Fahrt erscheint neben der Hauptstraße Schloss Bran auf einem Berg – die Burg von Graf Dracula. Das Gemäuer aus dem 14. Jahrhundert diente Autor Bram Stoker als Vorlage für das Schloss in seinem berühmten Roman.

Zu Besuch auf dem Schloss Dracula

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Burg Bran in Transsilvanien
Grusel in der Dracula-Burg: Schloss Bran aus dem 14. Jahrhundert 

Auf der Straße wird klar, dass das hier ein Touristenmagnet ist. Rund 600.000 Besucher jährlich wollen spüren, wie ihnen leichte Schauer über den Rücken jagen. Autos und Busse verstopfen die Parkplätze und Straßen, auf den Gehwegen wimmelt es von fliegenden Händlern, Restaurants wechseln sich mit Schnellimbissen und Souvenir-Shops ab. T-Shirts mit Dracula-Zähnen und Bluttropfen liegen stapelweise aus.

Das Schloss ist gut gefüllt, Touristen schlendern den steilen Weg hinauf, quetschen sich in der Burg durch enge Flure. Die Steintreppen sind abgelaufen, die Holztreppen knarzen. Eine gruselige Stimmung kommt bei dem Gewusel nicht auf. Obwohl Dracula am Ende des Romans hier getötet wird und sein Geist angeblich keine Ruhe findet. Zeit, weiter zu der tatsächlichen Wohnstätte der Romanvorlage zu fahren, Graf Vlad III.

Fagaras-Gebirge: Kurven in Serie

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Transfaragasan Hochstraße in Transsilvanien
Transfagarasan Hochstraße: 117 spektakuläre Kilometer  

Der Himmel reißt auf. Wir öffnen das Dach des MX-5. Auf der 73c geht es in den Süden, durch tiefe Täler und über schlechte Straßen. Die Schlaglöcher nehmen zu, ebenso wie die weite Aussicht in grüne Wälder. Kurz vor Argisch biegen wir auf die Landstraße 7c ab, die Transfagarasan Hochstraße. Die Gebirgsstraße verbindet das Argeș-Tal in der Großen Walachei mit dem Olt-Tal in Siebenbürgen. Dabei wird das Făgăraș-Gebirge – eine Gebirgsgruppe in den Transsilvanischen Alpen – überquert. Heißt: Kurven, Kurven, Kurven.

Die Transfagarasan Hochstraße zählt zur schönsten Straße Rumäniens, vielleicht sogar Europas. Diktator Nicolae Ceausescu ließ sie zwischen 1970 und 1974 von seinen Soldaten durch die Făgăraș-Gebirgsgruppe in den Südkarpaten treiben. Damit verband er Siebenbürgen mit der Walachei. Gleichzeitig, und das war der eigentliche Grund für den Bau, wollte er im Falle einer Invasion der Russen seine Soldaten schneller durchs Land verschieben können. Eine Reaktion auf die Invasion der Russen in der Tschechoslowakei 1968.

Bis auf 2042 Meter steigt der zweithöchste Gebirgspass Rumäniens. Er zieht heute noch eine Menge Motorradfahrer, Camper und Tagesausflügler an. Der höchste Abschnitt lässt sich nur zwischen dem 30. Juni und dem 1. November befahren – danach ist er die meiste Zeit zugeschneit.

Hoch auf einer Felskante beim Dorf Arefu thront die Ruine der Burg Poenari. Im 13. Jahrhundert errichtet war sie zeitweilig der Wohnort von Graf Vlad III., die Romanvorlage für Dracula. Bis ins 16. Jahrhundert hinein blieb die Höhenburg der Stützpunkt der walachischen und transsilvanischen Fürsten. Auch hier drängen viele Touristen den Berg hinauf. Mit dem Roadster wuseln wir uns durchs Gedränge und reisen weiter.

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für weitere Impressionen und Infos der Tour.

Vorsicht: Neugierige Esel

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Esen steht auf der Straße und streckt Kopf in roten Mazda MX 5
Tierische Verkehrsteilnehmer: Esel auf den Straßen 

Auf den nächsten rund 130 Kilometern ist der Mazda MX-5 in seinem Element. Der 2,0-Liter-Vierzylinder leistet 184 PS und 205 Newtonmeter, die Kraft wird an die Hinterräder übertragen. Mit dem manuellen Sechs-Gang-Getriebe rasten die Gänge schnell und präzise ein. Von 0 auf 100 km/h benötigt der Zweisitzer 6,5 Sekunden, wird bis zu 219 km/h schnell. Doch Höchstgeschwindigkeit ist hier nicht wichtig, entscheidender ist die Elastizität des Motors im zweiten und dritten Gang. Kurz anbremsen, wieder Gas geben, leicht zirkelt der durch die Kurven.

Dann erreichen wir das Wasserkraftwerk der Talsperre Vidraru, eine 6 Meter dicke, 307 lange und 166 Meter hohe Staumauer. Anschließend wird die Straße steiler und kurvenreicher, führt durchs Tal des Baches Valea lui Stan zum Teil über Viadukte und durch Tunnel. Die Schlaglöcher im Asphalt nehmen zu, mit der direkten Lenkung des Mazda lassen sich die meisten schnell umfahren, nur ein paar Mal haut es rein, das straffe Fahrwerk muss deutlich schlucken.

Nach einer Kehre versperren ein paar Esel die Straße. Wir fahren ganz langsam ran, wollen die Tiere nicht erschrecken. Neugierig schauen sie sich den MX-5, nicht nur von außen, sondern auch von innen an. Bevor sie noch ins Leder beißen, legen wir lieber den ersten Gang ein und geben Gas.

Zum Schluss: Picknick am Balea-See

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Baleasee in Transsilvanien
Der Balea-See ist ein Gletschersee in den Karpaten

Es geht vorbei am Balea-See, wo sich klares und sehr kaltes Gletscherwasser sammelt. Selbst im Hochsommer erreicht der See nicht mehr als drei Grad Celsius. Dennoch picknicken hier viele Touristen, einige gehen sogar baden. Ein paar Fahrminuten weiter stürzt der Balea-Wasserfall 60 Meter in die Tiefe. Beeindruckend und erfrischend zugleich. Die Straße windet sich weiter durch die Berge, führt hinab durch den Ort Cârțișoara im Kreis Sibiu. Über die Nationalstraße N1 erreichen wir die Stadt, in der weder Graf Dracula noch Vlad III. ihr Unwesen trieben und höchstens Pferdekutschen gemächlich Baustoffe transportieren.

Übrigens: Auch wenn er Angst einflößen mag, einen blutsaugenden Grafen Dracula gab es nie. Die Geschichten des Romanautors Bram Stoker ist eine Ableitung des Grafen Vlad III. Drăculea (deutsch "Der Sohn des Drachen" von lateinisch draco – "Drache"). Schon sein Vater gehörte zum Drachenorden. Graf Vlad III., geboren 1431, wurde als slawischer Herrscher durch seinen Widerstand gegen das Osmanische Reich bekannt und verehrt, trotz seiner Grausamkeit. Seine bevorzugte Foltermethode war das Pfählen.

Stoker traf 1890 einen ungarischen Professor, der ihm die Legende des rumänischen Fürsten Vlad III. Drăculea erzählte. Er ließ sich von dessen Leben inspirieren und entwickelte daraus die Romanfigur des Blutsaugers aus Transsylvanien. Im Mai 1897 veröffentlichte er seinen ersten Vampir-Roman, der jedoch erstmal floppte.

Technische Daten (Herstellerangaben)
Mazda MX-5 Skyactive-G 184
Motor Vierzylinder-Benziner, 1998 cm3, 135 kW/184 PS, 205 Nm bei 4000 U/min
Fahrleistungen                        6,5 s auf 100 km/h, 219 km/h Spitze
Verbrauch 6,9 l Super/100 km, 156 g CO2/km
Maße L 3,91 / B 1,73 / H 1,23 m
Kofferraum 130 l
Preis 
27.790 Euro

 

  • Das hat uns gefallen: Straff-sportliches Fahrwerk, direkte Schaltung, kurze Schaltwege, elastischer und starker Motor
  • Das hat uns nicht gefallen: Wenig Platz, kleiner Kofferraum, wenig Ablagemöglichkeiten, zum Teil billig wirkender Kunststoff

Text: Fabian Hoberg, Fotos: PR (6), Fabian Hoberg (3), iStock (2).

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