VW T6 Facelift: Bulli auch als Elektroauto

27.2.2019

Der VW T6 wird überarbeitet. Das Update für Multivan, Transporter und Co. ist aber mehr als ein Facelift. Der Kleinbus bekommt neben sauberen Dieselmotoren erstmals einen reinen Elektroantrieb. Details, Bilder, Daten

VW Elektro Multivan
VW T6.1: Am veränderten Kühlergrill zu erkennen
  • Zwei Elektroversionen mit 200 und 400 Kilometer Reichweite
  • Die vier Diesel leisten zwischen 90 und 199 PS und erfüllen Euro-6d-TEMP
  • Verkaufsstart des VW T6.1 ist im September 2019, die Elektroversionen kommen später

 

12 Millionen Mal rollte der VW Bulli in sieben Jahrzehnten vom Band. Und jetzt wird es richtig spannend: Volkswagen nutzt das anstehende Facelift, um das Auto mit den vielen Namen (u.a. Multivan, California, Caravelle, Bus, Transporter) auch elektrisch auf die Reise zu schicken: Freizeitsportler, Großfamilien oder Handwerker können neben den vier Euro-6d-TEMP-Dieseln auch zwei Versionen mit Elektro-Antrieb wählen. Die stärkere davon soll mehr als 400 Kilometer weit kommen.

VW T6 Elektro mit 38,8- und 77,6 kWh-Batterie

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VW Multivan stehend von der Seite
Die Batterie der Elektroversion des T6 befindet sich im Unterboden 

Überraschend. Denn der jetzt T6.1 genannte Neuling kommt nur ein Jahr vor dem völlig neuen VW-Bus mit der Bezeichnung T7. Der teilt sich dann mit vielen VW-Modellen eine gemeinsame Plattform, wird zunächst rein elektrisch angetrieben und zudem ein Kind der neuen Zweck-Ehe zwischen VW und Ford sein. Und dann wird 2020 auch noch der kleinere I.D. Buzz als Familien-Van vorgestellt. Mit gleich drei E-Mobilen will VW dann den Transporter- und Van-Markt rocken.

Dass schon das derzeitige Modell elektrisch wird, ist sinnvoll. Sowohl der kommende T7 als auch der knuffige I.D. Buzz sind nur bedingt für die harte Praxis als nutzbringender Transporter für Handwerk oder Lieferdienste geeignet. Deshalb soll der T6 noch lange weiterleben

Der Motor des elektrischen T6 leistet 82 kW/112 PS und stellt 200 Newtonmeter zur Verfügung. Mit einer 38,8-kWh-Batterie kommt er mehr als 200 Kilometer weit, sagt VW. Die stärkere Batterie (77,6 kWh) soll das Doppelte schaffen. Entwickelt wurde der Elektroantrieb zusammen Audi- und VW-Tuner Abt Sportsline.

Die beiden Strom-Versionen des T6 kommen etwas später als die Modelle mit Verbrennungsmotor. Der bekannte Zweiliter-Diesel kann nun in vier Leistungsstufen bestellt werden, deren Spanne von 66 kW/90 PS bis hin zum Bi-Turbo mit 146 kW/199 PS reicht. Alle Motoren sind nach Euro 6d-TEMP zertifiziert. Für einzelne Versionen gibt es auch Allradantrieb oder die Doppelkupplungsautomatik.

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Konkurrenz für den VW Bus: Neuer Opel Zafira

Opel Zafira Life fahrend

Opel hat sich vom klassischen Van verabschiedet: Der neue Zafira bekommt nun den Beinamen "Life" und geht als klassischer Kleinbus an den Start. Und macht dem VW Bus Konkurrenz.

Lesen Sie hier weitere Infos zum Opel Zafira Life.

Der T6 fährt mit Hänger automatisch rückwärts

Da der neue VW-Bus jetzt mit einer elektrohydraulischen Lenkung die Richtung hält, können auch elektronische Helfer wie Spurhalte- und Seitenwindassistent, halbautomatisches Ein- und Ausparken oder das selbsttätige Rückwärts-Rangieren mit einem Hänger in der Ausstattungsliste Einzug halten. Das war mit der bisherigen rein hydraulischen Lenkung nicht möglich.

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VW Mulitvan Armaturenbrett
Digitale Instrumente und großer Touchscreen wie bei den VW-Pkw

Auch die Designer waren tätig. Die Frontpartie trägt nun einen nach unten erweiterten Lufteinlass, der die bisher eher zierliche Nase selbstbewusster aussehen lässt. Ein Effekt, den die schmaleren Scheinwerfer (LED gegen Aufpreis) noch verstärken. Wer den T6.1 als Neuheit wahrnehmen will, muss ihm also nur in die Augen sehen.

Neues auch im Innenraum. Das 10,25 Zoll breite digitale Cockpit aus den Pkw-Modellen informiert nun auch im großen VW. Daneben ein bis zu acht Zoll großer Monitor für Navigation und Unterhaltung. Wie beim gelifteten neuen Passat hört das Auto auf Sprachkommandos. Aktiviert mit "Hey Bulli" werden Fragen beantwortet, Anweisungen befolgt und Navigationsaufgaben erledigt.

Kleine Verbesserungen für den Einsatz als Nutzfahrzeug sind eine 230-Volt-Steckdose, ein abschließbares Fach in der Doppelsitzbank auf der Beifahrerseite oder die Möglichkeit, Ladegut bis unter die vordere Sitzbank zu schieben. Damit steigt die Länge des Laderaums um 35 Zentimeter auf 2,80 Meter.

Serienmäßig für die Nutzfahrzeug-Variante sind jetzt u.a. elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, verstellbare Seitenspiegel und ein Radio mit Bluetooth-Freisprechanlage. Das alles musste beim Transporter bis jetzt extra bezahlt werden.

Über Preise und Fahrleistungen äußert sich Volkswagen noch nicht. Auf den Markt kommt der T 6.1 im September 2019.

 

Text: Peter Maahn/SP-X. Fotos: PR.

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