VW Passat 2019: Frischer Wind für den Familien-Klassiker

6.2.2019

Facelift für den VW Passat: Der Mittelklassewagen bekommt neue Assistenzsysteme, saubere Motoren und er lässt sich jetzt mit dem Smartphone öffnen. Es bleibt beim Kombi Variant und der Limousine. Infos, Daten, Bilder

VW PASSAT LADEN INNENRAUM
Neuer VW Passat: Die Front wurde markanter
  • Facelift zum Jubiläum: Seit 1973 wurden 30 Millionen VW Passat produziert   
  • Optisch erhält das 2019er-Modell nur leichte Retuschen
  • LED-Scheinwerfer sind jetzt serienmäßig an Bord
  • Bessere Assistenten, neues Online-Infotainment, mehr Hybrid-Reichweite

 

1973 stellte Volkswagen den ersten Passat vor – und sein Erfolg ist ungebrochen. Jeder vierte verkaufte Mittelklasse-Kombi in Europa ist ein Passat Variant, und bei den Stufenheck-Limousinen liegt sogar nur die Mercedes C-Klasse vor dem Wolfsburger.

Damit das so bleibt, frischen die Wolfsburger die Limousine, den Kombi Variant und das Pseudo-SUV-Modell Alltrack pünktlich zur Feier ihrer Rekord-Produktion auf: Während im März 2019 die neue Generation auf dem Genfer Autosalon  ihren Einstand gibt, läuft im Werk in Emden der 30-millionste Passat vom Band.

Für die dortigen Arbeiter nur bedingt ein Grund zum Jubeln, denn nach der hier gezeigten Facelift-Version läuft die Passat-Fertigung in Ostfriesland aus. Das Werk wird danach für die Volkswagen-Elektro-Modelle umgestellt; die Passat-Produktion wandert nach Tschechien zum Schwester-Modell Škoda Superb.  

Leichte Optik-Retuschen, bessere Ausstattung

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VW PASSAT HECK
Neuer VW Passat: Am Heck hat sich kaum etwas geändert

In den nächsten Jahren allerdings wird Emden noch gut zu tun haben, denn mit überarbeiteten Motoren, neuen High-Tech-Extras, Assistenzsystemen und aktuellen Connectivity-Lösungen bleibt der Passat up to date. Auf große optische Veränderungen verzichten die Wolfsburger allerdings: Leichte Retuschen an Front- und Heckschürze müssen genügen.

Vorne fallen die jetzt serienmäßigen LED-Scheinwerfer und die Nase im Stil des Arteon auf, hinten gibt es größere Endrohre und ebenfalls neue Rücklichter mit "Klick-Klack"-Funktion: Beim Bremsen werden die Lichter nicht nur heller, sie ändern auch ihre Grafik, um mehr Aufmerksamkeit beim Hintermann zu erwecken.

Gegen Aufpreis können die Passat-Scheinwerfer mit Matrix-LED-Technologie ausgerüstet werden, die es bei VW bislang nur im Touareg gibt. Mit 44 einzeln ansteuerbaren LED erzeugt der Passat dann einen individuell anpassbaren Lichtkegel – mit maximaler Lichtausbeute, aber ohne den Gegenverkehr zu blenden.

Plug-in-Hybrid mit größerer Reichweite

Bei den Motoren hat sich VW weitgehend auf die Pflicht beschränkt, sprich die bestehenden Aggregate Euro 6d-TEMP-fähig gemacht. Deutlich verbessert wurde nur der Plug-in-Hybrid GTE: Zwar bleibt die Kombination aus 1,4-Liter-Benziner (150 PS) und E-Motor (85 kW) unverändert, doch dank der größeren Batterie kann der insgesamt 218 PS starke GTE jetzt 55 Kilometer rein elektrisch zurücklegen – nach neuer WLTP-Messung.

Das entspricht rund 70 Kilometern im veralteten NEFZ-Zyklus, bei dem der Vorgänger gerade mal 50 schaffte. Aufgeladen wird der Akku in maximal sechs Stunden an der Haushaltssteckdose.

Die Motorisierungen 
Benziner 1.5 TSI (150 PS), 2.0 TSI (190 PS und 272 PS)
Diesel 1.6 TDI (120 PS), 2.0 TDI (150 PS, 190 und 240 PS)
Plug-in-Hybrid GTE 1.4 TSI (150 PS), E-Motor (85 kW), Systemleistung: 218 PS

VW Passat: Zahlreiche IQ-Drive-Assistenzsysteme

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VW PASSAT COCKPIT INNENRAUM
Neues Infotainmentsystem im Armaturenbrett des VW Passat

Ebenfalls überarbeitet haben die Techniker das optionale adaptive Fahrwerk, das jetzt eine breitere Spreizung zwischen Komfort und Sportlichkeit bieten soll. Unter dem Namen IQ.Drive bündelt Volkswagen nun seine Assistenten-Schar, die beim neuen Passat unter anderem bis 210 km/h mitlenkt, automatisch Gas gibt und bremst sowie das Tempo an Geschwindigkeits-Begrenzungen und den Straßenverlauf anpasst.

Kommt eine Kurve, verzögert der Tempomat so stark, dass man es ohne selbst auf die Bremse zu treten, gefahrlos ums Eck schaffen soll. 

Die Hände vom Lenkrad nehmen darf man aber noch nicht, schließlich bewältigt der Passat nur Level 2 des autonomen Fahrens. Macht der Fahrer es trotzdem und fasst auch nach einer aufdringlichen Warnkaskade nicht ans Lenkrad – zum Beispiel weil ein medizinischer Notfall eingetreten ist –, informiert der Passat andere Verkehrsteilnehmer per Warnblinkanlage und bleibt automatisch stehen. Bislang auf der Fahrspur, auf der er unterwegs war.

Die neueste Ausbaustufe des "Emergengy Assist" überwacht zudem die rechten Fahrstreifen und lenkt von ganz allein an den Fahrbahnrand.

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Der neue Passat ist voll vernetzt

Mit dem Facelift halten die zweite Ausbaustufe des digitalen Cockpits mit 11,7-Zoll-Instrumenten-Display und die neueste Infotainment-Generation Einzug. Je nach Ausstattung misst der Touchscreen in der Mittelkonsole 6,5, 8 oder 9,2 Zoll. Alle Systeme sind immer online, und zwar ohne dass ein Smartphone gekoppelt sein muss.

Auch der neue Online-Dienst "We Connect" ist serienmäßig: Darüber lässt sich der Wagen zum Beispiel per Smartphone öffnen und schließen; Parkscheine werden direkt über den Bildschirm im Auto gekauft. Via App kann man anderen Fahrern das Auto überlassen ohne den Auto-Schlüssel zu übergeben. Auch Lieferdienste haben auf diese Weise Zutritt zum Kofferraum, um Pakete abzulegen.

Die Preise starten bei rund 32.000 Euro

Zwar werden die Preise für den überarbeiteten Passat erst zur Premiere im März veröffentlicht, doch mit einer leichten Erhöhung ist schon wegen der besseren Serienausstattung zu rechnen: Unter anderem sind die LED-Lichter jetzt Standard.

Aktuell startet der Passat als 2.0 TDI mit 150 PS bei 31.950 Euro, der Kombi kostet gut eintausend Euro mehr. Für den Plug-in-Hybriden GTE müssen bis jetzt rund 45.000 Euro bezahlt werden.

 

Text: Michael Gebhardt. Fotos: PR.

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