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Pebble Beach, Kalifornien | 21.08.2019

VW ID Buggy: Elektrisch in den ewigen Sommer am Strand

VW ID Buggy Frontansicht
VW ID Buggy: Ein neues Elektro-Kultmobil?

California Dreamin': Noch träumen die Elektrojünger vom VW ID Buggy für den ewigen Sommer am Strand. Doch die Chancen auf eine Serienfertigung sind gut. Erste Testfahrt.

  • VW ID Buggy als elektrisch angetriebenes Gute-Laune-Auto
  • Der Prototyp hat nur Front- statt Allradantrieb
  • 62 kWh-Batterie für 250 Kilometer Reichweite
  • Möglicher Preis: Zwischen 30.000 und 35.000 Euro

Das perfekte Auto zum Lebensgefühl: Mit seinem aufs Wesentliche reduzierten Manx-Buggy hat Bruce Meyers 1964 wie kein Zweiter den kalifornischen Traum vom endlosen Sommer und der ewigen Jugend am Surferstrand eingefangen. Zwei Sitze in einer offenen Wanne aus Glasfaser, vor Wind, Wetter und anderem Unbill nicht mehr Schutz als eine kleine Frontscheibe und ein dünner Überrollbügel.

Dazu ein Boxermotor im Heck, der selbst bei bescheidener Leistung leichtes Spiel hat mit dem Fliegengewicht. Erst recht, wenn die ebenso kleinen wie breiten Reifen sich fest im Sand verbeißen. Und so wurde der Manx zum Traumwagen der Beachboys und -girls und zur Inspiration für ein Dutzend Kleinserien-Hersteller, die über die Jahre viele tausend Buggys an den Strand geschickt haben.

Der Elektromotor hat 150 kW Leistung

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VW ID Buggy alt und neu gegenübergestellt
Die Ähnlichkeit ist frappierend: Buggy von einst und heute

Über 50 Jahre später hat VW diese Idee mit dem ID Buggy jetzt neu interpretiert. Während Meyers damals ein Käfer-Chassis samt Boxer-Motor als Plattform nahm, hat sich VW-Designchef Klaus Bischoff des Modularen Elektrizitätsbaukastens MEB bedient und darüber eine Hülle gestülpt, die genauso reduziert und genauso reizvoll ist wie die des Manx.

"Wir brauchen endlich wieder ein Auto, das gute Laune macht", hat Bischoff gesagt und versprochen, dass sich schon mit dem ersten Meter ein breites Grinsen auf das Gesicht des Fahrers legt.

Ein halbes Jahr nach der Premiere auf dem Genfer Autosalon 2019 beweist der Prototyp bei seiner Jungfernfahrt auf dem 17-Miles-Drive im kalifornischen Pebble Beach, dass das "California Dreamin'" heute genauso gut funktioniert wie in den Sechzigern. Sofort stellt sich das legendäre Surfer-Lebensgefühl ein, wenn der Stromer mit dem vollen Nachdruck seines 204 PS und 310 Nm starken Motors beschleunigt und auf seinen grobstolligen Pampa-Pneus butterweich gefedert über den schartigen Asphalt rollt. 

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250 km Reichweite sollten reichen

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VW ID Buggy Fahrer und Blick aufs Dashboard
Elektro-Buggy-Fahren macht Autor Thomas Geiger sichtlich Spaß

Nichts knarzt und quietscht, weil die Batterie im Wagenboden den Buggy steifer macht als jedes andere Cabrio. Nichts lenkt in der leeren Wanne von der puren Freude am Fahren ab: Es gibt weder Türen noch Dach oder Fenster und vor allem keine überflüssigen Bedienelemente. Ein winziger Tacho, zwei Drehhebel für Blinker und Getriebe links und rechts neben dem Lenkrad und zwei Pedale im Fußraum – mehr hat der Buggy nicht zu bieten.

160 km/h Spitze und 250 Kilometer Reichweite des 62 kWh großen Akkus wären wohl völlig ausreichend, für einen echten Strandflitzer fehlt dem ID Buggy aber der Allradantrieb. Doch er fühlt sich schon jetzt so gut an, dass man gar nicht mehr aussteigen möchte.

Wem der Motorsound fehlt, der übertönt die Stille mit Musik, die einem ganz automatisch in den Sinn kommt: "Surfin' USA" von den Beach Boys und eben "California Dreamin'" von The Mamas and the Papas. Den Sound kann man auf die Boxen streamen, die wasserfest in der Mittelkonsole stecken und für die Party am Strand mit einem Handgriff ausgebaut werden können.

Robust: Sandfrei per Hochdruckreiniger 

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VW ID Buggy Rückansicht
Bitte bauen: Es gibt schließlich schon genügend "seriöse" Autos

Bei allem Purismus bietet der Buggy durchaus einige praktische Extras, etwa eine Art Handschuhfach aus Neopren, das mit einem Reißverschluss wasser- und schmutzdicht verschlossen ist. Größeres Gepäck verschwindet hinten unter einer hydraulisch gefederten Klappe, und wenn zu viel Sand im Fußraum gelandet ist, kann man den Buggy mit einem Hochdruckreiniger ausspülen und das Wasser wie bei einer Badewanne durch einen Stöpsel ablassen.

Noch ist der ID Buggy nur ein Traum, aber das Concept Car fährt schon fast so gut wie ein Serienauto und fühlt sich genauso solide an. Auch das Konzept vom Kleinserien-Modell auf der Großserienplattform hat Hand und Fuß. Denn irgendein Designstudio oder Karosseriebauer wird sich wohl finden lassen, das oder der von VW den MEB übernimmt und einen Stromer für Surfer und andere Strandliebhaber baut.

Viel mehr als 30.000, allenfalls 35.000 Euro, darf der ID Buggy dann aber nicht kosten, soll er eine reelle Chance am Markt haben. Glaubt man VW, gibt es vielversprechende Gespräche mit entsprechenden Partnern, und schon 2020 könnte der Traum tatsächlich in Erfüllung gehen. Doch jetzt startet VW erst einmal mit dem konventionellen ID.3 als "Volksstromer" und weiteren Ablegern wie dem ID Crozz, ID Buzz und ID Roomzz.

 

Text: Thomas Geiger. Fotos: Ingo Barenschee, Volkswagen AG.

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