Toyota Supra: Japanischer Sportwagen mit BMW-Genen

20.3.2019

Erinnern Sie sich noch an den Toyota Supra? Bereits im Jahr 2002 haben die Japaner ihren Sportwagen-Klassiker eingestellt. Im Sommer 2019 kommt der neue Supra auf den Markt – mit Hilfe von BMW. Erste Infos, technische Daten, Bilder, Preise

Seitenansicht des Toyota Supra fahrend
Neuer Toyota Supra: Sportliche Optik mit langer Motorhaube und kurzem Heck
  • Entwickelt wurde der Toyota Supra gemeinsam mit dem BMW Z4 
  • Der Japaner fährt als Coupé mit auffälliger Sportwagen-Karosserie vor
  • Grundpreis für den 340-PS-Sportwagen: 62.900 Euro
  • Vorerst gibt es nur einen Sechszylinder-Motor von BMW

 

Die Zeit des Wartens hat ein Ende: Seit dem Aus des Supra vor 17 Jahren trauerten viele Fans japanischer Sportwagen dem Toyota-Klassiker nach. Der zusammen mit Subaru gebaute GT86 war für die meisten nicht mehr als ein Trostpflaster. Doch seit 2012 macht der Hersteller Hoffnung auf einen Nachfolger. Damals beschlossen Toyota und BMW, gemeinsame Sache bei der Entwicklung eines Sportwagens zu machen.

Zwei Jahre später heizten die Japaner mit der Detroit-Studie FT-1 Concept die Vorfreude an. Bis die Vision Realität werden sollte, vergingen allerdings noch einmal fünf Jahre. Erst Anfang Januar 2019 erblickte die Serienversion des neuen Supra das Licht der Welt. Im Sommer 2019 kommt sie auch bei uns auf den Markt.

Kein Cabrio: Den Toyota Supra gibt es nur als Coupé

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Front des Toyota Supra fahrend
Sportlich: Das Fahrwerk des neuen Toyota Supra

Abgesehen vom typischem Messe-Ornat des FT-1 orientiert sich der Supra erstaunlich eng an der Studie – und lässt die Verwandtschaft mit dem BMW Z4 kaum erahnen. Richtig gelesen: Der Supra ist das Schwestermodell des kürzlich vorgestellten Roadsters und wird mit ihm zusammen beim Zulieferer Magna in Graz gefertigt! Während der Münchner immer mit Stoffdach vorfährt, gibt es den Japaner ausschließlich als Coupé.

Und das hat es in sich: Breite, markante LED-Lichter, weit aufgerissene Lufteinlässe, mächtige Seitenschweller und wuchtige Radhäuser, lange Haube, ein kurzes Heck und natürlich ein kecker Spoiler und dicke Endrohre. Alles, was ein echter Sportwagen braucht, haben die Japaner im Supra vereint – und sich ein paar Anspielungen an vergangene Generationen erlaubt.

Offiziell läuft das Coupé unter dem Markennamen GR Toyota Supra, wobei das Kürzel für die Motorsportabteilung Gazoo Razing steht. Unter diesem Label sollen künftig die sportlichsten Toyotas vermarktet werden – ähnlich wie "AMG" bei Mercedes oder "M" bei BMW. Anders als außerhalb Europas kann der Hersteller hierzulande auf den Namenszusatz Toyota aber nicht ganz verzichten, denn die Namensrechte am alleinstehende "Supra" waren schon vergeben.

Innenraum: Viele Teile kommen von BMW

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Cockpit des Toyota Supra
Schmal geschnittener Innenraum mit digitalen Instrumenten

Wer Parallelen zum BMW Z4 sucht, muss in den Innenraum schauen: Obwohl Toyota das digitale 8,8-Zoll-Instrument angepasst, die Lufteinlässe neu gestaltet und eine eigene Klimasteuerung verbaut hat, und den Fahrer optisch durch eine Seitenwand vom Mitteltunnel trennt, fallen die Münchner Gene sofort ins Auge: Das aufgesetzte Infotainment-Display, der Automatik-Wählhebel, der iDrive-Drehregler – das kennen wir alles von BMW. 

So sportlich-mittendrin wie im Supra sitzt man im bayrischen Roadster allerdings nicht, und dank des Double-Bubble-Dachs, also der beiden Ausbuchtungen über den Passagier-Köpfen, passen sogar große Fahrer problemlos in den Japaner.

Wieviel Gepäck in den Kofferraum passt, verrät Toyota dagegen nicht: Anders als im Z4, dessen Kofferraum laut BMW 281 Liter fassen soll, gibt es hinter den Sitzen keine Trennwand. Der Zugriff ins Gepäckabteil ist also auch von innen möglich.

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Tolle Fahrleistungen: 4,3 Sekunden auf 100 km/h

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Heck des Toyota Supra fahrend
Auffälliges Heck mit integriertem Spoiler und schmalen Leuchten

Weiter Indizien der Kooperation finden sich unter der Haube: Aktuell gibt es den Supra nur mit einer Motorisierung, und zwar dem Dreiliter-Reihensechszylinder von BMW, der im Z4-Topmodell M40i arbeitet. Die Leistungswerte sind identisch: 340 PS und 500 Newtonmeter.

Allerdings bringt der Supra die Kraft besser auf die Straße und nimmt dem BMW beim Standardsprint mit 4,3 Sekunden drei Zehntel ab. Verantwortlich dürften die bessere Aerodynamik, ein paar Kilogramm weniger auf den Rippen – der Supra wiegt gut 1,5 Tonnen – und das von Toyota optimierte Fahrwerk sein.

Als Extra gibt es eine Kofferraumklappe aus Karbon, für die Kraftübertragung ist eine Achtgang-Automatik von ZF verantwortlich. Gegenüber dem Z4 haben die japanischen Ingenieure die Spur verbreitert und den Unterbau etwas sportlicher abgestimmt.

Über weitere Motorvarianten verliert Toyota kein Wort, eine Hybrid-Version scheint aber vom Tisch zu sein. Da BMW für den Z4 kleinere Motoren bereit hält (2,0-Liter-Vierzylinder mit 197 und 258 PS), dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Toyota nachlegt. Dann sollte auch der Einstiegspreis sinken. Aktuell kostet der Supra happige 62.900 Euro.

Immerhin: Mit Abstandstempomat, Infotainmentsystem und umfangreicher Sicherheitsausstattung ist der Toyota nahezu komplett ausgestattet. Einzig wählbare Option ist das 2000 Euro teure Premium-Paket, das den Supra um ein Head-up-Display, eine induktive Ladeschale für das Smartphone und eine schwarze Lederausstattung erweitert.

 

Technische Daten (Herstellerangaben) Toyota Supra
Motor Sechszylinder-Turbobenziner, 2998 cm3, 250 kW/340 PS, 500 Nm bei 1600 U/min
Fahrleistungen 4,3 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze
Verbrauch 7,4 l Super/100 km, 170 g CO2/km
Maße L 4,38 / B 1,85 / H 1,29 m
Kofferraumvolumen k.A.
Preis 62.900 €

 

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Sportwagen im Motorwelt-Check

Text: Michael Gebhardt. Fotos: PR

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