Lynk & Co 01: Der neue Elektro-SUV aus China

17.1.2019

Der Lynk & Co 01 soll das SUV-Segment bei uns aufmischen. Verkaufsstart für den Plug-in-Hybrid ist vermutlich Ende 2019. Erste Infos, Bilder, Video, technische Daten und Fahreindrücke vom Benzin-Modell, das Grundlage für die Elektro-Varianten ist

  • Lynk & Co gehört wie Volvo zum chinesischen Geely-Konzern
  • Die neue Marke soll den deutschen Premium-Herstellern Konkurrenz machen
  • Nach Deutschland kommt das erste Modell wahrscheinlich um den Jahreswechsel 2019/2020
  • In China werden auch Benziner angeboten, nach Europa kommen nur Hybrid- und Elektrovarianten

 

Seit die neue Auto-Marke Lynk & Co in China am Start ist, mischt sie den Markt gehörig auf. Die erste Auflage des SUVs namens 01 von immerhin 6000 Autos war nach exakt 137 Sekunden ausverkauft, der etwas sportlicher gezeichnete 02 hat bereits den Mercedes GLA von der Spitze seines Segmentes verdrängt, und Audi A3 oder BMW 2er müssen mit heftiger Konkurrenz durch die neue Limousine 03 rechnen, die seit Oktober 2018 bei den chinesischen Händlern steht. Noch ist das für die deutschen Premium-Platzhirsche nur ein lokales Problem, Ende 2019, spätestens Anfang 2020 wollen die Chinesen aber auch in Europa angreifen.

Zwar wurde Lynk & Co erst vor knapp drei Jahren gegründet, doch als Mitglied des Geely-Konzerns, zu dem auch Volvo gehört, kann der Newcomer auf die lange Erfahrung und die Finanzkraft eines etablierten Herstellers zurückgreifen. Die Verbindung zu Volvo ist eng: Die Schweden stellen Lynk & Co ihre CMA-Plattform für Kompaktmodelle zur Verfügung, außerdem befindet sich das Design- und Entwicklungszentrum der Chinesen in Göteborg.

Lync & Co 01: Moderner Innenraum

Zoom-In
Cockpit des neuen SUV von dem chinesischen Hersteller Lynk & Co 01
Ein großer Bildschirm ziert die Mittelkonsole des Lynk & Co 01

Trotz dieser Nähe ist beispielsweise der Lynk & Co 01 kein einfallsloser Volvo-Klon geworden, sondern hat seinen eigenen Charakter. Wo die Schweden nüchtern und kühl sind, geben sich die Chinesen modern und cool. Das sieht man am extrovertierten Design (freilich mit Porsche-Anklängen) und am Innenraum, der deutlich mehr Schwung bietet als ein vergleichbarer Schwede.

So bauen die Chinesen im Cockpit einen großen Bildschirm ein, der waagrecht statt senkrecht montiert ist. Außerdem setzen sie auf Infotainment und Connectivity – bis hin zum so genannten Share-Button, mit dem man seinen Lynk & Co auf Knopfdruck fürs private Carsharing im Freundeskreis freigeben kann. Erst beim genaueren Hinsehen entdeckt man ein paar  Bedienelemente, die den 01 mit einem Volvo verbinden. Etwa den winzigen Schaltstummel für das Doppelkupplungsgetriebe.

Bilder: Testfahrten in China mit dem Lynk & Co 01

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In Europa nur mit Elektroantrieb

Dass sich die Zusammenarbeit zwischen Schweden und China auszahlt, merkt man bei der Probefahrt: Wenn man den 01 zum ersten Mal über die Straßen steuert, fühlt sich der kompakte Geländegänger mit dem Gesicht des Porsche Macan viel europäischer, viel solider an als die meisten anderen chinesischen Modelle. Das gilt nicht nur für die Materialauswahl im Interieur, sondern vor allem für Lenkung und Fahrwerk.

Unter der Haube des Testwagens steckt ein 199 PS starker 2,0-Liter, der ebenfalls aus dem Volvo-Regal stammt. Der macht seine Sache ausgesprochen gut, klingt souverän, und er hat mit 350 Nm auch jede Menge Dampf. Den Sprint von 0 auf 100 km/h schafft er in 7,3 Sekunden, kommt locker über 210 km/h und fährt dabei auch noch etwas sportlicher und straffer als sein eher nüchterner, ein bisschen unterkühlter Vetter aus Schweden.

Über die Fahreigenschaften der Modelle, die 2020 zu uns kommen, sagt das allerdings leider nur wenig: Denn als, so die Eigenwerbung, "neue Marke für eine neue Zeit" will Lynk & Co in Europa nur mit E-Modellen antreten – zunächst mit Plug-in- und dann mit reinen Akku-Antrieben.

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Text: Thomas Geiger. Fotos: PR.

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