Suzuki Vitara Facelift: Das kann der Mini-SUV

26.07.2019

Seit gut 30 Jahren gibt es den Suzuki Vitara. Die mittlerweile vierte Modellgeneration wurde nun überarbeitet. Wichtigste Änderung: ein neuer Dreizylinder-Benziner. Passt das Turbo-Aggregat zum Mini-SUV? ADAC Test, Daten, Bilder, Preise

suzuki-vitara-2019-front-fahrend-926x383
Mehr Chrom am Grill: aktueller Suzuki Vitara
  • Neuer Dreizylinder-Benziner mit 111 PS, keine Diesel mehr
  • Preis: ab 18.650 Euro für Version mit Frontantrieb
  • Mit nur 4,17 Metern Länge kürzer als ein VW Golf, aber mehr Platz
  • Verbrauch im ADAC Ecotest 6,9 l/100 km

 

Keine 4,20 Meter lang, aber auf Wunsch mit echtem Allradantrieb: So was gibt es bei Mini-SUV nicht sehr häufig, fast alle Konkurrenten begnügen sich in dieser Klasse mit Frontantrieb. Ist billiger, spart Sprit und den Kunden scheint es meist egal zu sein.

Wer aber auf Allrad nicht verzichten möchte, weil er vielleicht in einer schneereichen Gegend lebt, und gleichzeitig für ein recht schickes SUV kein Vermögen ausgeben will, der könnte mit dem Suzuki Vitara richtig liegen. Inklusive Allrad gibt es den Japaner ab 23.550 Euro. Die Version mit Frontantrieb steht ab 18.650 Euro in der Preisliste. Die beim ADAC getestete Version Allgrip kostet mit Comfort-Austattung 23.550 Euro.

Dreizylinder für bescheidene Fahrleistungen

Zoom-In
suzuki-vitara-neu-2019-heck-fahrend-720x540
Die Heckleuchten des Suzuki Vitara sind ganz in rot gehalten

Der Fünftürer ist zwar schon seit vier Jahren auf dem Markt, erhielt aber nun eine Modellpflege mit diversen optischen Änderungen und einem neuen Motor. Der 1,0-Liter-Benziner mit 111 PS ist, wie in dieser Hubraumklasse heute üblich, zwar nur mit drei Zylindern bestückt, aber trotzdem ein munteres Kerlchen, das den Vitara zunächst flott vorantreibt.

Nur wenn es richtig hurtig gehen muss, kommt das Motörchen an seine Grenzen, bei 175 km/h ist Schluss. Die Durchzugswerte sind erstaunlich gut von 60 auf 100 beschleunigt der Vitara in vom ADAC gemessenen 10,3 Sekunden. Leider verfügt das Getriebe nur über fünf Vorwärtsgänge. Ein sechster Gang würde Drehzahl und Verbrauch senken. Im ADAC Ecotest hat der Vitara 1.0 Boosterjet 6,9 l Super auf 100 Kilometer verbraucht. 

Die Schadstoffanteile im Abgas sind weitgehend gering, allerdings ergibt sich ein erhöhter CO-Ausstoß im Autobahn-Zyklus. Auch ist der Partikelausstoß nicht so niedrig, wie man das angesichts der Reinigung durch einen Otto-Partikelfilter erwarten würde. Unter dem Strich bekommt der Vitara daher nur 3 von 5 Sternen im ADAC Ecotest.

Dafür kann man den Vitara auf ebenen Strecken im höchsten Gang schön laufen lassen. Das passt auch besser zu seinem eher gemütlichen Grundcharakter. Die Sitze sind bequem, die Platzverhältnisse stimmen angesichts der Gesamtlänge sogar hinten und der Kofferraum fasst zwar nur 375 Liter, schluckt aber immerhin bei Verzicht auf Fondpassagiere bis zu 1120 Liter, nach ADAC Messungen sogar 1280 Liter. 

Guter Allradantrieb; kein Dieselmotor mehr

Zoom-In
suzuki-vitara-2019-interieur-cockpit-720x540
Übersichtliches Cockpit, gute Ausstattung

Der bei Suzuki Allgrip genannte Allradantrieb ist dagegen ein Highlight des Fahrzeugs. Es lässt dem Fahrer die Wahl zwischen vier Modi, von "Auto" über "Sport" bis zu "Snow" und "Lock". Während "Snow" sich selbst erklärt und "Lock" nur fürs Gelände gedacht ist, dürfte "Auto" fast immer die richtige Wahl sein. Hier werden zunächst nur die Vorderräder angetrieben, erst wenn es an Grip mangelt, wird bis zu 50 Prozent der Kraft an die Hinterachse weitergeleitet.

In der Einstellung "Sport" wird beim Anfahren und bei Beschleunigungen mehr Kraft an die Hinterachse geleitet. Das funktioniert alles einwandfrei, man merkt die Routine des Herstellers in Sachen Allradantrieb.

Dank seines ausgewogenen und sicheren Fahrwerks zeigt der Japaner im ADAC Ausweichtest ein problemloses Fahrverhalten - der SUV lässt sich nicht wirklich aus dem Konzept bringen.

Erwähnt sei, dass es den Vitara inzwischen zwar nicht mehr mit Dieselmotor gibt, aber als zweiter Antrieb ein 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS im Angebot ist, der mit deutlich besserem Durchzug und besseren Spurteigenschaften überzeugt. Allerdings verkauft Suzuki diese Variante nicht in der Basisausstattung, sondern startet mit dem "Comfort". Grundpreis 22.450 Euro, mit Allradantrieb 24.750 Euro.

Tipp Icon

Weitere neue SUVs: Schon gefahren und bewertet

Der neue VW T-Cross in Fahrt

VW T-Cross: Mini-SUV auf Basis des Polo

Škoda Kamiq: Eine Nummer kleiner als der Karoq

Hyundai Kona: Gibt's auch mit Elektroantrieb

Suzuki Vitara: Rundes Paket

Die Investition für den 1,4-Liter-Motor ist letztlich nur nötig, wenn man wirklich öfter auf die lange Strecke will, ansonsten reicht der kleine Ottomotor aus. Und weil die Comfort-Ausstattung bereits Klimaautomatik, 17-Zoll-Aluräder, Sitzheizung und Tempomat umfasst, muss man eigentlich nur noch 550 Euro in den Metallic-Lack investieren, dann hat man ein rundes Paket und eines der wenigen "echten" SUV dieser Klasse.

Hier finden Sie den ausführlichen Testbericht zum Suzuki Vitara 1.0 Boosterjet Comfort Allgrip.

 

Technische Daten (Herstellerangaben) Suzuki Vitara 1.0 Allgrip
Motor Dreizylinder-Turbobenziner, 998 cm3, 82 kW/111 PS, 170 Nm bei 2000 U/min
Fahrleistungen 12,0 s auf 100 km/h, 175 km/h Spitze
Verbrauch 5,7 l Super/100 km, 129 g CO2/km
Maße L 4,17 / B 1,78 / H 1,60 m
Kofferraum 375 – 1120 l
Preis ab 23.550 Euro, Baureihe ab 18.650 Euro

 

ADAC Messwerte (Auszug)
Überholvorgang 60-100 km/h 7,3 s 
Bremsweg aus 100 km/h 37,2 m 
Wendekreis 11,4 m                    
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC Ecotest 6,9 l Superl/100 km , 185 g CO2/km (well-to-wheel) 
Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)  ***
Reichweite 680 km
Innengeräusch bei 130 km/h    69,1 dB (A)                    
Leergewicht / Zuladung 1205 / 525 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch   375 / 755 / 1280 l

 

ADAC Testergebnis Gesamtnote: 2,8
Karosserie/Kofferraum 3,0
Innenraum 2,9
Komfort 3,1
Motor/Antrieb 2,7
Fahreigenschaften 2,9
Sicherheit  2,3
Umwelt/Ecotest 3,2

 

  • Das hat uns gefallen: gutes Platzangebot vorn und im Kofferraum, komfortables und sicheres Fahrwerk, viele Assitenzsysteme Serie
  • Das hat uns nicht gefallen: schlichte Materialien im Innenraum, kleine Mängel bei der Verarbeitung (Knarzen), Lenkung mit zu wenig Rückstellmoment, kein Licht- u. Regensensor zu haben

Text: Peter Eck/sp-x, Anja Guth. Fotos: Suzuki.

Viele weitere Fahrberichte und Autotests finden Sie auf der Übersichtsseite der ADAC Motorwelt

Kritik, Lob, Anregungen? Schreiben Sie uns:  redaktion.motorwelt@adac.de