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München | 12.11.2019

Škoda Octavia: Die erste Testfahrt

Skoda Octavia Kombi von der Seite
Die ersten offiziellen Bilder: Der neue Škoda Octavia

Mit dem neuen Škoda Octavia unterwegs: Wir durften ein Vorserienmodell der beliebten Kombi-Version schon testen. Der erste Fahrbericht mit aktuellen Fotos, technischen Daten und Infos.

  • Üppig: Noch besseres Raumgefühl im Innenraum
  • Neu: Digitales Cockpit mit Head-up-Display
  • Elektrisch: Auch als Plug-in- und Mild-Hybrid
  • Bestellbar ab Januar, Auslieferung ab April

Was der Golf für VW ist, ist der Octavia für Škoda: Der Bestseller der Marke. Und wenn es ihm gut geht, geht es auch der Marke gut: Allein der Octavia fährt fast die Hälfte des Gewinns des tschechischen Autoherstellers ein. In Europa liegt er bei den Verkaufszahlen auf dem hervorragenden achten Rang – und in Tschechien, Österreich, Schweiz, Finnland, Ungarn, Polen, Serbien und Weißrussland ist er sogar das meistverkaufte Fahrzeug.

Dabei spielt die Kombi-Version ("Combi") eine tragende Rolle: Knapp zwei Drittel der verkauften Octavia entfallen auf diese Karosserieform, womit der Combi zum meistverkauften Kombi Europas avanciert.

Ein Vorserienmodell der aktuell vierten Generation durften wir als getarnten Erlkönig schon mal rund um Siena ausgiebig fahren – mit dem Škoda-Vorstandsvorsitzenden Bernhard Maier als Co-Pilot auf dem Beifahrersitz.

Der neue Octavia ist etwas länger und breiter

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Skoda Octavia Kombi
Langestreckte Silhoulette mit optionalen 19-Zoll-Rädern

Schon beim Einsteigen lässt Bernhard Maier keine Zweifel aufkommen: "Das ist der beste Octavia aller Zeiten – noch geräumiger, praktischer und sicherer als je zuvor."

Tatsächlich war noch kein Combi größer: Mit 4.69 Metern ist die vierte Generation zwei Zentimeter länger als sein Vorgänger und auch in der Breite legt er um 1,5 Zentimeter zu. 

Allerdings: Der Radstand blieb mit 2,69 Metern gegenüber dem Vorgänger identisch. Wie es Škoda dann aber trotzdem schafft, dass der ohnehin große Knieraum der Fondpassagiere mit jetzt fast acht Zentimetern noch etwas üppiger ausfällt? Und der größte Kofferraum der Fahrzeugklasse nochmal 30 Liter mehr, nämlich 640 Liter fasst?

"Es sind viele kleine Maßnahmen", weicht Bernhard Maier freundlich aus. Und wenn man dann genauer hinsieht, bemerkt man sie: Die neugestaltete Mittelkonsole, die schmaleren Türverkleidungen oder die schlankere Instrumententafel. Passt!  

Edel gemacht: Der neu gestaltete Innenraum

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Skoda Octavia Kombi Cockpit
Virtuelles Cockpit hinter dem zweispeichigen Lenkrad

Die neu gestaltete Instrumententafel ist modular in verschiedenen Ebenen aufgebaut. Die Direktwahltasten für wichtige Fahrzeugfunktionen wie die Fahrprofilauswahl Driving Mode Select oder den Parkassistenten sind nach oben unter das zentrale Display gerückt. Im unteren Bereich schließt sich die neue Mittelkonsole mit Chromelementen an, die für den Edel-Touch sorgen. 

An den vorderen Türen sind die Verkleidungen jetzt zum Teil perforiert und der Bedienknopf der elektrisch einstellbaren Außenspiegel ist auf der Armlehne direkt neben die Tasten für die elektrisch bedienbaren Fenster gerückt.

Sowohl an den Türen als auch an der Instrumententafel sorgen neue und weiche Materialien für einen hochwertigeren Eindruck.

Vor dem Fahrer informiert das klar gestaltete Virtual Cockpit, dessen Inhalte (z.B. die Navikarte) über die Bedientasten des erstmals zweispeichigen Lenkrads gewählt werden. Im zentralen Display über der Mittelkonsole lässt sich das Infotainmentsystem ansteuern und – über eine integrierte Leiste im unteren Displaybereich – die Klimaanlage bedienen. 

Als erstes Modell von Škoda bietet der Octavia ein Head-up-Display, das wichtige Informationen wie die Geschwindigkeit oder Navigationshinweise direkt auf die Windschutzscheibe ins unmittelbare Sichtfeld des Fahrers projiziert.

Auch als Plug-in-Hybrid mit dem TSI-Benziner

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Skoda Octavia Kombi von vorne
Neue Frontschürze mit scharf gezeichneten Scheinwerfern

"Der fährt wie ein typischer Octavia – nur noch viel besser". Škoda-Chef Bernhard Maier hat das schon beim Losfahren versprochen – und nach den ersten schneller gefahren Kurven muss man ihm uneingeschränkt recht geben. Kaum Wankbewegungen der Karosserie, eine zielgenaue Lenkung mit gutem Rückstellmoment und dazu ein Fahrwerk, das angenehm straff, aber keineswegs unkomfortabel abgestimmt ist. Passt! 

Das DSG-Getriebe schaltet – typisch für den VW-Konzern – mit sanften Übergängen. Im neuen Octavia fühlt sich das DSG allerdings einen Tick agiler an als in den neuesten VW-Modellen, wo die Gänge doch sehr früh gewechselt werden. 

Das Umschalten funktioniert übrigens nicht mehr über den bekannten DSG-Wählhebel, sondern über eine kleine Wippe in der Mittelkonsole: Škoda nutzt fürs DSG im Octavia erstmals die Shift-by-Wire-Technologie, die vor allem bei den Elektrovarianten Vorteile hat.

Denn tatsächlich wird der Octavia auch als Plug-in angeboten – in Verbindung mit dem 1,4-TSI-Benziner in zwei Leistungsstufen mit 204 und 245 PS. Bei den Benzinern mit 110 und 150 PS kommen bei der Ausrüstung mit dem 7-Gang-DSG ein 48-V-Riemen-Startergenerator und eine 48-V-Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz. Damit ist es möglich, mit komplett abgeschaltetem Verbrennungsmotor zu "segeln" und den Motor mit einem elektrischen Boost zu unterstützen. Ausschließlich mit Allradantrieb und 7-Gang-DSG ist der 2,0-TSI mit 190 PS erhältlich.

Konkurrenz: Opel Astra, Ford Focus, Kia Ceed, Peugeot 308

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Skoda Octavia Limousine
Und so sieht die Limousine aus

Die drei neuen Diesel (von 115 bis 200 PS) stammen aus der neu entwickelten Evo-Generation: Im "Twindosing"-Verfahren wird AdBlue gezielt vor zwei hintereinander angeordneten SCR-Katalysatoren eingespritzt. Durch diese Methode und den zusätzlichen zweiten Katalysator wird der Ausstoß von Stickoxiden (NOx) gegenüber der Vorgängergeneration der jeweiligen Triebwerke um rund 80 Prozent reduziert. Dazu passt auch der neue Komforteinfüllstutzen für AdBlue, der das Nachtanken auch mit Lkw-Zapfpistolen ermöglicht.

Auch die vierte Generation des Octavia gibt es wieder als G-TEC mit besonders umweltschonendem Erdgasantrieb. Die CO2-Emissionen sind damit nochmals um rund 25 Prozent niedriger als im Benzinbetrieb und es fallen zudem deutlich weniger Stickoxide (NOx) und keine Rußpartikel an. Der 1,5-TSI-Motor hat 130 PS und ist auf den CNG-Betrieb ausgelegt. Die Kapazität der insgesamt drei CNG-Tanks beträgt 17,7 Kilogramm, für den Notfall steht ein 9-Liter-Benzintank zur Verfügung. In beiden Karosserievarianten des Octavia G-TEC kommen entweder eine 6-Gang-Handschaltung oder 7-Gang-DSG zum Einsatz.

Mit diesen Motoren, dem feinen Fahrwerk und den nochmals gewachsenen Abmessungen: Die vierte Generation des Škoda Octavia wird mindestens so erfolgreich wie der Vorgänger. Vor allem im Vergleich zu den "offiziellen" Konkurrenten, die Škoda-Vorstand Maier mit Opel Astra, Ford Focus, Kia Ceed, Hyundai i30 oder Peugeot 308 definiert. Da legt der Octavia – egal ob als Kombi oder Limousine – zumindest platzmäßig doch noch eine ganze Schippe drauf. Und das ist für viele Kunden ein wichtiges Argument. 

Alle Motoren im ÜberblIck  Leistung (kW/PS) Max. Drehmoment (Nm)  Komb. Verbrauch (WLTP)                    
1,0 TSI EVO                      81/110   200 n. b.                    
1,5 TSI EVO                      110/150  250 5,2-6,1
2,0 TSI                      140/190  320 n. b.                    
2,0 TDI                      85/116  300 (6-M) 4,0-4,7                    
2,0 TDI                      110/150  340 (6-M) 4,3-5,4                    
2,0 TDI                      147/200  400 (7-DSG) n. b.                    
1,5 TSI G-TEC
96/130  200 n. b. 
 1,0 TSI EVO e-TEC   81/110  200  n. b.
 1,5 TSI EVO e-TEC  110/150  250  n. b. 
 1,4 TSI iV 150/204   350  n. b. 

 

Text: Thomas Kroher. Fotos: Škoda.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de