Škoda Fabia im ADAC Test: Mehr Ausstattung, weniger Motor

21.1.2019

Facelift für den Škoda Fabia: Neben optischen Neuerungen gibt es ein besseres Infotainment, viel Sicherheit, aber keine Diesel mehr. Der Kleinwagen im ADAC Test. Plus: Technische Daten, Verbrauch, Preise, Video

  • Der Kleinwagen erhält optische Retuschen an Front und Heck
  • Die Preisliste beginnt bei günstigen 13.090 Euro
  • Es gibt nur noch einen 1,0-Liter-Dreizylinder in vier Leistungsstufen

 

Škoda-Fabia-Kunden konnten sich einfach nicht für einen Dieselmotor begeistern. "Die Einbaurate lag bei unter zehn Prozent", kommentiert ein Sprecher der tschechischen VW-Marke den Abschied vom Selbstzünder. Mit der aktuellen Modellauffrischung wird es den Kleinwagen nur noch mit Benzinmotoren geben.

Innerhalb des Volkswagen-Konzerns ist Škoda die erste Marke, die den Diesel aus dem Kleinwagen-Programm schmeißt. VW Polo und Seat Ibiza halten noch am Selbstzünder fest.

Damit gestaltet sich das Motorenangebot für den Fabia sehr übersichtlich. Bei allen Aggregaten handelt es sich um einen Einliter-Dreizylinder, wahlweise mit 44 kW (60 PS), 55 kW (75 PS), 70 kW (95 PS) oder 81 kW (110 PS) zu haben. Auch der ehemalige 1,2-Liter-Vierzylinder wandert aufs Alteisen. Ihn ersetzt der 1.0 TSI, der serienmäßig mit einem Partikelfilter ausgerüstet ist.

Der Motor wird konzernweit eingesetzt und werkelt im Golf, im Octavia, im Rapid-Nachfolger Škoda Scala, bei Seat im Arona und bei Audi im A1. Alle Aggregate im Fabia erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-TEMP. Das größte Volumen wird nach Auskunft von Škoda die 95-PS-Variante ausmachen. Der ADAC hat sie getestet.

Dreizylinder-Benziner mit guten Fahrleistungen

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Der neue Skoda Fabia in Fahrt
Etwas verkniffener Blick: Die Front des gelifteten Škoda Fabia

Der Direkteinspritzer-Benziner überzeugt durch gute Elastizität schon aus niedrigen Touren, dreht munter hoch und lässt durch seinen etwas knurrigen Sound und deutlichen Vibrationen beim Beschleunigen spüren, dass nur drei Kolben die Arbeit unter der Haube verrichten.

An Leistung mangelt es dem 95-PS-Motor nicht und auch die ADAC Messwerte sind zufriedenstellend: Der Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h ist nach 6,5 Sekunden abgeschlossen, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in 10,6 Sekunden.

Gekoppelt ist der Motor mit einem manuell zu schaltenden Fünfganggetriebe. Nur wer sich für die 110-PS-Version entscheidet, darf sportliche sechs Mal schalten oder in der Preisliste das Extra "7-Gang-DSG" ankreuzen und so den Fabia als Automatik fahren.

ADAC Ecotest: 5,8 Liter Testverbrauch

Der Verzicht auf den Diesel ist kein Schaden, weil sich moderne Turbobenziner beim Verbrauch mittlerweile nicht mehr verstecken müssen. Im realitätsnahen ADAC Ecotest erwies sich der Fabia zwar nicht als Verbrauchswunder, doch 5,8 Liter Super auf 100 Kilometer sind annehmbar.

Top: Im Schadstoffkapitel zeigt sich der Motor vorbildlich sauber. Die Partikelemissionen sind sehr niedrig und auch die sonstigen Schadstoffgruppen nicht auffällig. Die guten Prüftstandsergebnisse konnte der Einliter-Dreizylinder bei RDE-Fahrten (Real Driving Emissions) auf der Straße unter Beweis stellen, der Motor ist also auch im Realbetrieb sehr sauber. Die Schadstoffnorm Euro 6d-TEMP wird deutlich unterschritten.

Scheinwerfer jetzt auch mit LED-Licht 

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Der neue Skoda Fabia in Fahrt
Alles beim Alten: Das Heck des Fabia ist unverändert

Äußerlich ist der neue Fabia vor allem an seinen jetzt unten gerade verlaufenden Scheinwerfern in Verbindung mit dem neuen Grill zu erkennen. Außerdem kann der Fabia erstmals mit LED-Licht bestellt werden, was ihm ein deutlich höherwertiges Aussehen verleiht. Die Rückleuchten sind in ihrer äußeren Form gleichgeblieben, erhielten nur ein anderes Innenleben.

Geblieben ist der bequeme Ein- und Ausstieg. Der Fahrersitz ist in durchschnittlicher Höhe (43 cm) über der Fahrbahn positioniert, die Schweller liegen niedrig und sind nicht sehr breit. Aus der Kleinwagenkarosserie hat Škoda die größtmögliche Einstiegsöffnung herausgeholt.

Das Kofferraum-Volumen fällt für einen Kleinwagen äußerst großzügig aus. Bis zur Kofferraumabdeckung gemessen fasst das Ladeabteil 290 Liter. Baut man dann noch die Kofferraumabdeckung aus und belädt den Kofferraum bis unter das Dach, stehen sogar 370 Liter zur Verfügung. Dann passen bis zu sechs handelsübliche Getränkekisten hinein. Nutzt man das gesamte Volumen und stapelt bei umgelegten Rücksitzen bis unter das Dach, finden 1035 Liter Platz.

Bessere Konnektivität, mehr Assistenzsysteme

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Das Cockpit des neuen skoda fabia 2018
Cockpit des Fabia: Frische Farben, neue Stoffe, größerer Bildschirm

Am Armaturenbrett gibt es nur wenig Neues, doch grundsätzlich gab es da auch nichts auszusetzen. Der Fabia ist bis auf wenige Ausnahmen ein Vorbild in Sachen Bedienung. Klar beschriftete Schalter, ein ebenso gestaltetes und sinnig aufgebautes Infotainment-Menü und ein übersichtliches Kombiinstrument, dessen Bordcomputer alle relevanten Informationen liefert: Im Fabia findet man sich auf Anhieb zurecht. Auch eine passende Sitzposition ist schnell gefunden.

Nur ein paar Kleinigkeiten wurden verändert: Der Tscheche fährt jetzt mit neu gestylten Instrumenten, erhielt neue Stoffe, Farben und Materialien sowie einen größeren Bildschirm (6,5 Zoll). Zudem wurde die Konnektivität verbessert. Das Infotainmentsystem Amundsen bietet eine Online-Vernetzung sowie einen WLAN-Hotspot an.

Bekannt ist Škoda dafür, pfiffige Ideen für den Alltag ins Auto zu bringen, wie den Tickethalter in der Windschutzscheibe, den Eiskratzer in der Tankklappe, den Abfalleimer in der Türverkleidung oder die Taschenhaken im Kofferraum. Neu hinzu kommen jetzt zwei USB-Anschlüsse und ein Tablet-Halter im Fond sowie eine Wendematte im Kofferraum

Beim Thema Assistenzsysteme ließ sich der Fabia zuvor schon recht üppig ausstatten. Neben Abstandsassistenten, Rückfahrkamera, Parksensoren, Frontradar mit Notbremsfunktion kann die Liste der Extras fortan mit einem Spurwechsel- sowie einem Fernlichtassistenten erweitert werden. Außerdem gibt es eine Warnung, falls während des Rückwärtsausparkens sich Querverkehr nähert.

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Das sind die Konkurrenten

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Sicheres Fahrverhalten, gute Bremsen

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Der Kofferraum des neuen Skoda Fabia
Nach wie vor bleibt nach dem Umklappen eine kleine Stufe

Die Fahrstabilität des Fabia liegt auf gutem Niveau. Die Spurrillenempfindlichkeit ist gering, der Geradeauslauf gibt keinen Anlass zur Kritik. Im ADAC Ausweichtest liefert der Kleinwagen insgesamt ein gutes Ergebnis ab. Der Fabia fährt komplett sicher durch den Parcours, begleitet vom bedarfsgerecht eingreifenden ESP.

35,5 Meter Bremsweg aus 100 km/h sind zudem ein solider Wert. Einzig der Wendekreis fällt mit gemessenen 10,8 Metern für die Kleinwagenklasse recht groß aus.

Preislich startet der kleine Tscheche bei 13.090 Euro. Für diese Summe verlässt natürlich kein Fabia den Hof des Händlers. Die Basisversion mit mageren 60 PS dient mehr dazu, Kunden neugierig auf das Auto zu machen. Die von uns getestete 95-PS-Version kostet mindestens 15.190 Euro, die getestete Style-Version 18.290 Euro.

Übrigens: Es gibt auch eine Kombi-Version, die jeweils 700 Euro mehr kostet als die Steilheck-Variante. Während andere Hersteller – auch VW und Seat gehören dazu – in dieser Klasse gar keinen Kombi mehr anbieten, entscheiden sich beim Fabia fast die Hälfte der Kunden für das praktische Familienmodell.

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Škoda Fabia 1.0 TSI Style.

 

Technische Daten (Herstellerangaben)
1.0 MPI/44 kW  1.0 MPI/55 kW
1.0 TSI/70 kW (getestete Version)
 1.0 TSI/81 kW
Motor Dreizylinder-Benziner, 999 cm3, 44 kW/60 PS, 95 Nm bei 3000 U/min  Dreizylinder-Benziner, 999 cm3, 55 kW/75 PS, 95 Nm bei 3000 U/min

Dreizylinder-Turbobenziner, 999 cm3, 70 kW/95 PS, 160 Nm bei 1800 U/min

Dreizylinder-Turbobenziner, 999 cm3, 81 kW/110 PS, 200 Nm bei 2000 U/min
Fahrleistungen 16,6 s auf 100 km/h, Spitze 157 km/h 14,9 s auf 100 km/h, Spitze 168 km/h 10,8 s auf 100 km/h, Spitze 184 km/h 9,6 s auf 100 km/h, Spitze 195 km/h 
Verbrauch 4,8 l Super/100 km, 110 g/km CO2  4,8 l Super/100 km, 110 g/km CO2 4,6 l Super/100 km, 104 g/km CO2 4,6 l Super/100 km, 105 g/km CO2
Maße L 4,00 / B 1,73 / H 1,47 m  L 4,00 / B 1,73 / H 1,47 m L 4,00 / B 1,73 / H 1,47 m L 4,00 / B 1,73 / H 1,47 m
Kofferraum 330 – 1150 l  330 – 1150 l 330 – 1150 l 330 – 1150 l
 Preis ab 13.090 € ab 13.790 € ab 15.190 Euro, als Style: 18.290 € ab 18.090 €
ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h
6,5 s 
Bremsweg aus 100 km/h
35,5 m
Wendekreis 10,8 m
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC EcoTest
5,8 l Super/100 km , 159 g CO2/km (well-to-wheel)
Reichweite
775 km
Innengeräusch bei 130 km/h 69,0 dB(A)
Leergewicht / Zuladung
1106 / 470 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch 290 / 645 / 1035 l

 

ADAC Testergebnis
Gesamtnote: 2,6
Karosserie/Kofferraum 3,0                
Innenraum 2,6
Komfort 3,1
Motor/Antrieb 2,7
Fahreigenschaften 
2,3
Sicherheit
2,7
Umwelt/EcoTest
2,0

 

  • Das hat uns gefallen: Übersichtliches Cockpit. Einfache Bedienung. Sichere Fahreigenschaften. Saubere Abgase.
  • Das hat uns nicht gefallen: Falschbetankung möglich. Berganfahrhilfe nur gegen Aufpreis.
Text: Jochen Wieler, Michael Specht/SP-X. Fotos: PR.

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