Fahrbericht Škoda Fabia: Mehr Ausstattung, weniger Motor

15.11.2018

Facelift für den Škoda Fabia: Neben optischen Neuerungen gibt es moderneres Infotainment, viel Sicherheit, aber keine Diesel mehr. Erste Testfahrt, technische Daten, Preise

  • Der Kleinwagen erhält optische Retuschen an Front und Heck
  • Die Preisliste beginnt bei günstigen 13.490 Euro
  • Es gibt nur noch einen 1,0-Liter-Dreizylinder in vier Leistungsstufen

 

Škoda-Fabia-Kunden konnten sich einfach nicht für einen Dieselmotor begeistern. "Die Einbaurate lag bei unter zehn Prozent", kommentiert ein Sprecher der tschechischen VW-Marke den Abschied vom Selbstzünder. Mit der aktuellen Modellauffrischung wird es den Kleinwagen nur noch mit Benzinmotoren geben.

Innerhalb des Volkswagen-Konzerns ist Škoda die erste Marke, die den Diesel aus dem Programm schmeißt. VW Polo und Seat Ibiza halten noch am Selbstzünder fest.

Damit gestaltet sich das Motorenangebot für den Fabia sehr übersichtlich. Bei allen Aggregaten handelt es sich um einen Einliter-Dreizylinder, wahlweise mit 55 kW (75 PS), 70 kW (95 PS) oder 81 kW (110 PS) zu haben. Auch der ehemalige 1,2-Liter-Vierzylinder wandert aufs Alteisen. Ihn ersetzt der 1.0 TSI, der serienmäßig mit einem Partikelfilter ausgerüstet ist.

Der Motor wird konzernweit eingesetzt und werkelt im Golf, im Octavia, bei Seat im Arona und bei Audi im A1. Alle Aggregate im Fabia erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Zum Ende des Jahres wollen die Tschechen noch eine Version mit 60 PS nachreichen. Sie dürfte allerdings aufgrund der geringen Leistung bei uns nur wenig Zuspruch ernten. Das größte Volumen wird nach Auskunft von Škoda die 95-PS-Variante ausmachen.

Gute Fahrleistungen des Dreizylinders

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Der neue Skoda Fabia in Fahrt
Etwas verkniffener Blick: Die Front des gelifteten Škoda Fabia

Diese Motorisierung konnten wir auf einer ersten Testfahrt kennenlernen. Der Direkteinspritzer überzeugt durch gute Elastizität schon aus niedrigen Touren, dreht munter hoch und lässt durch seinen etwas knurrigen Sound beim Beschleunigen, dass nur drei Kolben die Arbeit unter der Haube verrichten.

Gekoppelt ist der Motor mit einem manuell zu schaltenden Fünfganggetriebe. Wer sich für die 110-PS-Version entscheidet, darf sportliche sechs Mal schalten oder in der Preisliste das Extra "7-Gang-DSG" ankreuzen und so den Fabia als Automatik fahren.

Der Verzicht auf den Diesel ist auch deshalb sinnvoll, weil moderne Turbobenziner im Verbrauch mittlerweile recht dicht an den eines Selbstzünders herankommen. 4,6 Liter verspricht Škoda. Im Alltag dürfte sich der Wert um die sechs Liter einpendeln. Dies zumindest signalisierte uns der Bordcomputer.

Scheinwerfer jetzt auch mit LED-Licht 

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Der neue Skoda Fabia in Fahrt
Alles beim Alten: Das Heck des Fabia ist unverändert

Äußerlich ist der neue Fabia vor allem an seinen jetzt unten gerade verlaufenden Scheinwerfern in Verbindung mit dem neuen Grill zu erkennen. Außerdem kann der Fabia erstmals mit LED-Licht bestellt werden, was ihm ein deutlich höherwertiges Aussehen verleiht. Die Rückleuchten sind in ihrer äußeren Form gleichgeblieben, erhielten nur ein anderes Innenleben.

Meist werden bei Facelifts lediglich Anbauteile geändert. Selten geht man den Autos dabei ans Blech, weil dies millionenteure Werkzeugkosten nach sich ziehen würde und sich für die Restlaufzeit – zirka drei Jahre – finanziell nicht lohnt.

Bessere Konnektivität, mehr Assistenzsysteme

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Das Cockpit des neuen skoda fabia 2018
Cockpit des Fabia: Frische Farben, neue Stoffe, größerer Bildschirm

Auch ein komplett neues Armaturenbrett hätte ebenfalls zu viel Geld gekostet. Aber daran gab es auch nichts auszusetzen. Dennoch fährt der Fabia zukünftig mit neu gestylten Instrumenten, erhielt neue Stoffe, Farben und Materialien sowie einen größeren Bildschirm (6,5 Zoll).

Zudem wurde die Konnektivität verbessert. Das Infotainmentsystem Amundsen bietet eine Online-Vernetzung sowie einen WLAN-Hotspot an. Für die Steigerung des Komforts lassen sich alle vier Fenster per Automatik herunter- und auch wieder hochfahren.

Bekannt ist Škoda dafür, pfiffige Ideen für den Alltag ins Auto zu bringen, wie den Tickethalter in der Windschutzscheibe, den Eiskratzer in der Tankklappe, den Abfalleimer in der Türverkleidung oder die Taschenhaken im Kofferraum. Neu hinzu kommen jetzt zwei USB-Anschlüsse und ein Tablet-Halter im Fond sowie eine Wendematte im Kofferraum

Beim Thema Assistenzsysteme ließ sich der Fabia zuvor schon recht üppig ausstatten. Neben Abstandsassistenten, Rückfahrkamera, Parksensoren, Frontradar mit Notbremsfunktion kann die Liste der Extras fortan mit einem Spurwechsel- sowie einem Fernlichtassistenten erweitert werden. Außerdem gibt es eine Warnung, falls während des Rückwärtsausparkens sich Querverkehr nähert.

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Sehr gefragt: Die Kombi-Variante für junge Familien

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Der Kofferraum des neuen Skoda Fabia
Nach wie vor bleibt nach dem Umklappen eine kleine Stufe

Preislich startet der kleine Tscheche bei 13.490 Euro. Für diese Summe verlässt natürlich kein Fabia den Hof des Händlers. Die Basisversion dient mehr dazu, Kunden neugierig auf das Auto zu machen. Die von uns gefahrene 95-PS-Version kostet mindestens 14.890 Euro, und mit wenigen Klicks bei der Konfiguration geht es schnell in Richtung 20.000 Euro.

Die Kombi-Version kostet jeweils 600 Euro mehr als die Steilheck-Variante. Während andere Hersteller – auch VW und Seat gehören dazu – in dieser Klasse gar keinen Kombi mehr anbieten, entscheiden sich beim Fabia fast die Hälfte der Kunden für das praktische Familienmodell. So dürfte es auch in Zukunft weitergehen.

 

Technische Daten (Herstellerangaben)
1,0 l MPI/55 kW
1,0 l TSI/70 kW
 1,0 l TSI/81 kW
Motor Dreizylinder-Benziner, 999 cm3, 55 kW/75 PS bei 6200 U/min, 95 Nm bei 3000 U/min

Dreizylinder-Turbobenziner, 999 cm3, 70 kW/95 PS bei 5000 U/min, 160 Nm bei 1800 U/min

Dreizylinder-Turbobenziner, 999 cm3, 81 kW/110 PS bei 5000 U/min, 200 Nm bei 2000 U/min
Fahrleistungen 14,9 s auf 100 km/h, Spitze 168 km/h 10,8 s auf 100 km/h, Spitze 184 km/h 9,6 s auf 100 km/h, Spitze 195 km/h 
Verbrauch 4,8 l/100 km, 110 g/km CO2 4,6 l/100 km, 104 g/km CO2 4,6 l/100 km, 105 g/km CO2
Maße L 4,00 / B 1,73 / H 1,47 m L 4,00 / B 1,73 / H 1,47 m L 4,00 / B 1,73 / H 1,47 m
Kofferraum 330 – 1150 l 330 – 1150 l 330 – 1150 l
 Preis 13.490 Euro 14.890 Euro 17.790 Euro

Text: Michael Specht/SP-X. Fotos: PR.

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