Renault hat den Kadjar geliftet

3.1.2019

Renault erneuert die Motorenpalette des Kadjar. Optisch ändert sich beim Kompakt-SUV dagegen nicht viel. Erster Fahrbericht unserer Test-Redaktion, technische Daten, Bilder und Preis

Front des Renault Kadjar stehend
Der Kühlergrill des Kadjar ist etwas breiter geworden
  • Die bisherigen Turbo-Benziner mit 1,2 und 1,6 Liter Hubraum wurden durch einen 1,3-Liter-Turbo-Vierzylinder mit Partikelfilter ersetzt

  • Die Materialauswahl lässt zu wünschen übrig, der technisch eng verwandte Nissan Qashqai hat in Sachen Preis-Leistung die Nase vorn

  • Konkurrenten sind Nissan Qashqai, VW Tiguan, Opel Grandland X, Mazda CX-5, Seat Ateca, Škoda Karoq

     

Der Renault Kadjar bekommt neue WLTP-Motoren, und die Franzosen nutzen die technischen Renovierungsmaßnahmen, um ihrem Kompakt-SUV nach knapp dreieinhalb Jahren auch ein kleines Facelift zu spendieren. Um den überarbeiteten VW-Tiguan-Konkurrenten als solchen auszumachen, muss man aber schon zwei Mal hinschauen: Die Änderungen am Design des ab Januar 2019 für mindestens 22.490 Euro beim Händler aufwartenden Viereinhalbmeter-Renault sind äußert gering.

Cockpit: Material und Verarbeitung sind Mittelmaß

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Cockpit des Renault Kadjar
Im Innenraum hat sich kaum etwas geändert

Der Kühlergrill ist etwas breiter und in der Top-Ausstattung mit Chromzierrat geschmückt, die Stoßfänger erstrahlen dezent überschminkt und auch die optionalen Voll-LED-Scheinwerfer wurden angefasst. Wer sicher gehen will, dass es sich um den neuen Kadjar handelt, wirft am besten einen Blick aufs DachDort sorgt ab sofort eine zeitgemäße Haifischantenne für besseren Radio- und GPS-Empfang.

Ähnlich marginal sind die Änderungen im geräumigen Innenraum: Neue Getränkehalter zwischen den Sitzen, Ambiente-Licht, eine überarbeitete Klimabedienung und der jetzt bündig in die Mittelkonsole eingelassene 7-Zoll-Infotainment-Touchscreen – mit dem der klassische Lautstärkeregler entfällt – kennzeichnen die Facelift-Version. Zusätzliche Lüftungsdüsen und zwei USB-Anschlüsse im Fond versüßen zudem auch den Hinterbänklern die Reise.

Nach wie vor eher mittelmäßig sind Materialauswahl und Verarbeitung, und auch den Sitzen hätte eine Überarbeitung hinsichtlich des Langstreckenkomforts gutgetan.

Renault Kadjar: Motoren von 116 bis 159 PS

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Heck des Renault Kadjar fahrend
Allrad gibt es nur in Kombination mit dem stärksten Diesel

Das Hauptaugenmerk der Ingenieure lag bei der Renovierung allerdings auf der Motorenpalette, die Euro-6d-Temp-tauglich gemacht werden musste. Die beiden bisherigen Turbo-Benziner mit 1,2 und 1,6 Liter Hubraum sind rausgeflogen und wurden durch einen aufgeladenen und partikelgefilterten 1,3-Liter-Vierzylinder ersetzt.

Dadurch steigt die Basisleistung geringfügig auf 103 kW/140 PS, die Top-Version gibt ein paar Zähler ab und kommt auf 117 kW/159 PS. Serienmäßig sind beide Ottos an eine Sechsgang-Handschaltung gekoppelt, optional steht ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe zur Wahl. Für die 1900 Euro teure Automatik sollte man sich allerdings erst nach einer ausgiebigen Probefahrt entscheiden.

Obwohl der Doppelkuppler den Standardsprint auf dem Papier verkürzt, wirkte auf unserer Testfahrt – bei der sich der Kadjar wie gehabt weich federnd und indirekt lenkend präsentierte – der selbstschaltende stärkere Otto deutlich zäher als sein kleiner Bruder mit manuellem Getriebe.

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Notbremsassistent kostet extra

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Front des Renault Kadjar fahrend
Alle Assistenzsysteme sind aufpreispflichtig

Ebenfalls erst ab der zweiten Ausstattung erhältlich ist der SCR-Kat-gereinigte Diesel, der ab 27.490 Euro zu haben ist: Vorerst muss man sich auf Selbstzünderseite allerdings mit einem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 85 kW/115 PS, 260 Newtonmeter Drehmoment und einem Normverbrauch von 4,4 Litern begnügen. 

Der stärkere 1,7-Liter mit 110 kW/150 PS folgt etwas später und hebt durch seine Zwangsehe mit der "Bose Edition"-Top-Ausstattung das Preisniveau auf 34.590 Euro. Noch tiefer in die Tasche greifen muss, wer Allrad haben will: Nur der starke Diesel beherrscht die 4x4-Technik, die nochmal mit 2000 Euro zu Buche schlägt. 

Für die sonst allesamt frontgetriebenen Kadjars gibt es für günstige 200 Euro lediglich eine Grip-Kontrolle, die das Antriebsmoment an den Vorderrädern über Bremseingriffe regelt.

Technische Daten TCe 140
 TCe 160 Blue dCi 115 
Motor                    1,3-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner, 103 kW/140 PS, 240 Nm bei 1600 U/min  1,3-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner, 117 kW/159 PS, 260 Nm bei 1750 U/min 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo-Diesel, 85 kW/116 PS, 260 Nm bei 2000 U/min
Fahrleistungen                    0 – 100 km/h: 10,4 s, Spitze: 203 km/h  0 – 100 km/h: 9,9 s, Spitze: 210 km/h 0 – 100 km/h: 11,7 s, Spitze: 189 km/h
Verbrauch                    5,9  l/100 km, CO2-Ausstoß: 135 g/km  5,9  l/100 km, CO2-Ausstoß: 135 g/km 4,4  l/100 km, CO2-Ausstoß: 115 g/km
Maße                    L 4,49 / B 1,84 / H 1,61 m  L 4,49 / B 1,84 / H 1,61 m L 4,49 / B 1,84 / H 1,61 m 
Preis                    ab 22.490 Euro  ab 26.790 Euro ab 27.490 Euro

 

Ebenfalls aufpreispflichtig sind übrigens, vom Tempomat mal abgesehen, alle Assistenzsysteme. Dass Renault für das automatische Einparken, den Spurhaltewarner und die Tot-Winkel-Überwachung Geld nimmt, ist aus Vertriebssicht nachvollziehbar.

 

Dass aber der Notbremsassistent nur in der Top-Version und gegen Geld zu haben ist, ist schade. Und: Hightech-Features wie ein Staupilot sind dem Kadjar völlig fremd. Das ist umso erstaunlicher, als das sein technisch eng verwandter Konzernbruder Nissan Qashqai seit kurzem damit aufwartet.

 

 

Text: Michael Gebhardt. Fotos: PR.

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