Fahrbericht Porsche Macan: Facelift für den sportlichen SUV

13.12.2018

Nach vier Jahren wird der Porsche Macan überarbeitet. Geändert haben sich nur Details. Erste Testfahrt, technische Daten, Motoren & Preise

Frontansicht Porsche Macan
Der Porsche Macan zählt zu den sportlichsten SUV
  • Zwei Benzinmotoren mit 245 und 354 PS Leistung
  • Porsche Offroad Precision App: Auswertung von Geländefahrten
  • Die Preise starten bei 58.763 Euro

 

Reden wir über eine der größeren Fehleinschätzungen der jüngeren Automobilgeschichte. Porsche hatte 2014 das Mittelklasse-SUV Macan eingeführt und allen Ernstes geglaubt, eine Produktionskapazität von 50.000 pro Jahr sei genug. Doch schon 2015 orderten die Kunden weltweit mehr als 80.000 Macan und bis 2017 stieg die Zahl auf exakt 98.763.

Jetzt ist das überarbeitete Modell zu haben, zunächst als Grundmodell Macan mit Vierzylinder und als Macan S mit Sechszylinder. Stärkere Versionen wie GTS und Turbo folgen, nur dem Dieselantrieb hat Porsche abgeschworen, auch für die SUV, die nach einem sparsamen Antrieb ja geradezu schreien.

Diesel gibt es nicht mehr, den Hybrid noch nicht

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Heckansicht Porsche Macan
Typisch für neue Porsche-Modelle: das durchgehende Leuchtenband

Diesem Bedarf will Porsche mit Elektrifizierung begegnen, allerdings nicht mehr in dieser Generation, die noch auf dem früheren Audi Q5 basiert. Den Wagen auf Plug-in-Hybrid umzubauen ist zu aufwendig. Bis zum Start der zweiten, dann komplett neu konstruierten Macan-Generation werden es die Benzinmotoren alleine richten müssen. Speziell in Deutschland ist das eine Hypothek, waren doch 2017, bevor Porsche verkündete, keine Dieselmodelle mehr anzubieten, gut 36 Prozent aller neu zugelassenen Macan mit einem Selbstzünder ausgestattet.

Beim Fahren macht ein Benziner in einem Porsche allerdings nach wie vor den stimmigeren Eindruck. Quicklebendig verhält sich der neue Macan in der S-Version mit V6-Zylinder und nun 260 kW/354 PS statt 250 kW/340 PS. Das Drehmoment des drei Liter großen Motors stieg von 460 auf 480 Newtonmeter, was die Beschleunigung von 5,4 auf 5,1 Sekunden verkürzt. Mit 254 km/h bleibt die Endgeschwindigkeit gleich, der Normverbrauch liegt nun zwischen 8,6 und 8,9 l/100 km, je nach Reifenwahl und Ausstattung, vorher waren es 8,7 bis 9,0 Liter. Ein Fortschritt, der in der Praxis wohl kaum relevant sein dürfte.

Der Macan S kostet 64.356 Euro

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Seitenansicht Porsche Macan
Mit 4,70 Metern Länge gehört der Macan zu den Mittelklasse-SUV

Turbolader werden im Macan ohnehin eingesetzt, anders könnte der zwei Liter große Vierzylinder im Basismodell nicht 180 kW/245 PS Leistung (7 PS weniger) und 370 Newtonmeter Drehmoment (unverändert) entwickeln. Mit einer Spitze von 225 km/h und einer Beschleunigung von 6,5 Sekunden auf 100 km/h bewegt sich auch der einfachste Macan, den es ab 58.763 Euro gibt, in der SUV-Spitzengruppe. 

Und im Alltag kommt man selten auf den Gedanken, mehr Leistung oder mehr Drehmoment zu benötigen – was auch an dem sauber abgestimmten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe liegt, das nun noch etwas schneller schaltet und beim Gaswegnehmen in höheren Geschwindigkeiten den Segel-Modus beherrscht: Das Getriebe bremst den 1,8 Tonnen schweren Wagen dann nicht ab, sondern lässt ihn eine Zeitlang frei rollen. Normverbrauch: 8,1 Liter auf 100 Kilometer.

Aber natürlich macht der V6 im 64.356 Euro teuren Macan S noch mehr Freude und typische Porsche-Kunden haben gegen die Extraportion Temperament sicher nichts einzuwenden. Der Macan S ist das spürbar agilere Fahrzeug, was das Ansprechen auf Gasbefehle anlangt, doch daran muss man sich vor allem als Porsche-Neuling erst gewöhnen. Einmal zu unvorsichtig aufs Gas getreten, schon springt der Macan S los, dass den Beifahrern angst und bange werden kann.

Das Infotainment ist auf aktuellem Stand

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Interieur Porsche Macan
Mit dem 11-Zoll-Touchscreen ist man permanent online

Den überarbeiteten Macan erkennt man daran, dass er nun standardmäßig LED-Hauptscheinwerfer trägt und, dass ihn hinten ein durchgehendes Leuchtenband ziert, wie es inzwischen alle Porsche-Modelle haben. Mit dem von 7 auf 10,9 Zoll gewachsenen Zentraldisplay und den erweiterten Vernetzungsfunktionen ist der Wagen auch State of the Art, wenn es um Infotainment, Navigation und Integration des Smartphones geht. Dafür mussten die Lüftungsdüsen umziehen, sie sind sie unterhalb des Displays angeordnet. Auch die Sprachsteuerung hat sich verbessert. 

Eine induktive Ladeschale fürs Handy gibt es nicht, dafür eine neue App, die für mehr Offroad-Spaß sorgen soll: Sie ermöglicht es dem Fahrer, seine Ausflüge abseits des Asphalts zu dokumentieren und analysieren.

Ob man wegen der Änderungen jetzt gleich den alten Macan in Zahlung geben muss, sei dahingestellt. Erstkäufer bekommen jedenfalls ein glaubwürdig sportliches Auto, das seinen Preis hat, aber Maßstäbe in Sachen Fahrdynamik setzt. Das einzige, was dem Macan fehlt, ist jeder Anflug von Elektrifizierung. Wer sich dafür interessiert, muss bis zur nächsten Modellgeneration warten, die 2021 kommen könnte. Dann soll es sogar einen rein elektrischen Porsche Macan geben.

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Welche aktuellen SUV gibt es sonst noch? Die Motorwelt hat viele bereits unter die Lupe genommen:

Technische Daten (Herstellerangaben)
Porsche Macan
Porsche Macan S 
Motor Vierzylinder-Turbobenziner, 1984 cm3, 180 kW/245 PS, 370 Nm bei 1600 U/min
Sechszylinder-Turbobenziner, 2995 cm3, 260 kW/354 PS, 480 Nm bei 1360 U/min
Fahrleistung  6,7 s auf 100 km/h, Spitze 225 km/h 5,3 s auf 100 km/h, 254 km/h Spitze 
Verbrauch 8,1 l SuperPlus/100 km, 185 g CO2/km  8,9 l SuperPlus/100 km, 204 g CO2/km 
Maße  L 4,70 / B 1,92 / H 1,62 m  L 4,70 / B 1,92 / H 1,62 m  
Leergewicht
 1870 kg
1940 kg 
Kofferraum
 500 – 1500 l
500 – 1500 l 
Preis
 58.763 Euro
64.356 Euro 

 


Text: Stefan Anker/SP-X.  Fotos: PR.

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