ADAC Test Peugeot Rifter: Der Familientyp

12.8.2019

Der Peugeot Rifter ist ein beliebter Familien-Van mit pfiffigen Details und jeder Menge Platz. Im ADAC Test die Langversion mit 130-PS-Dieselmotor. Dazu: Technische Daten, Bilder, Preise, Video und Crashtest

Peugeot Rifter in der Frontalansicht fahrend
Peugeot Rifter: Praktischer Hochdachkombi mit SUV-Elementen
  • Hochdachkombis erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei preisbewussten Kunden
  • Der Peugeot Rifter ist baugleich mit dem Opel Combo und Citroën Berlingo
  • Langversion L2 1.5 BlueHDi 130 im ADAC Test: Note 2,7

 

Von wegen, der Markt der Hochdachkombis ist tot: Die leichten Nutzfahrzeuge, die man für den Familieneinsatz tauglich gemacht hat, werden bei preisbewussten Kunden immer beliebter. Deshalb präsentiert Peugeot Société Anonyme (PSA) gleich drei neue Mini-Vans, die fast baugleich mit unterschiedlichem Design vom gleichen Band laufen: Den Citroën Berlingo, den Opel Combo und den Peugeot Rifter.

Mit seinem markanten Design positioniert er sich als robuste Outdoor-Variante. Vorne dominieren die großflächige Windschutzscheibe und der hohe vertikale Kühlergrill mit dem Löwen in der Mitte den optischen Auftritt. Und die Seitenlinie mit der kurzen Haube, der hohen Gürtellinie und den großen Radhäusern zeigt die die typischen Elemente eines Hochdachkombis.

Das Heck besteht im Grunde nur aus der mächtigen Ladeklappe mit niedriger Ladekante, die wegen einer separat zu öffnenden Heckscheibe allerdings nicht jedes Mal gestemmt werden muss. Schwarz abgesetzte Plastikverkleidungen im Schwellerbereich, an den Radhäusern sowie am Unterboden vorn und hinten sorgen für den Rifter-Outdoor-Look.

Niedrige Ladekante, große Ladefläche

Zoom-In
Rückansicht des Peugeot Rifter
Riesiger Kofferraum mit großer Ladeklappe und niedriger Ladekante

Die Form eines Hochdachkombis ist nicht jedermanns Sache. Doch sie hat einen echten Vorteil: Auf einer geringen Fahrzeuglänge – den Rifter gibt es in zwei Versionen mit 4,40 namens L1 und 4,75 Meter (L2, 1200 € Aufpreis) – ist sehr viel Raum praktisch nutzbar. Natürlich erst mal fürs Gepäck: 571 Liter bis zur Kofferraumabdeckung soll laut Peugeot schon der kurze Fünfsitzer schlucken, 775 Liter der längere.

Werden die Sitze für einen ebenen Ladeboden zusammengeklappt, passen dachhoch sogar 2700 bzw. 4000 Liter rein. Für beide Längen können im Kofferraum für 750 Euro auch zwei weitere Sitze montiert werden, die im längeren Rifter natürlich mehr Platz bieten.

Die ADAC Messwerte für die Langversion sollten Familien mit Platzbedarf beeindrucken: Ohne die dritte Sitzreihe können bis zur Kofferraumabdeckung bereits 870 Liter verstaut werden. Bei eingebauter, aber umgeklappter dritter Sitzreihe fasst das Ladeabteil bis zur Abdeckung 670 Liter. Ist alles ausgebaut und umgeklappt schluckt der Rifter bis zu 2850 Liter Gepäck. 

Doch zum eigentlichen Raumwunder wird der Rifter erst durch die Menge an Ablagen, die in rekordverdächtiger Zahl im gesamten Fahrzeug – in der Mittelkonsole, im Dachhimmel, in den Türen, in der ersten und zweiten Reihe und im Kofferraum – zu finden sind.

Damit der Beifahrer während der Fahrt bequem auf einen großen und kühlbaren Stauraum mit 186 Litern zugreifen kann, wurde sogar der Beifahrerairbag im Dachhimmel eingebaut. Und der optisch-praktische Höhepunkt ist eine lichtdurchlässige Arche mit weiteren Staufächern, die unter dem optionalen Panoramadach schwebt (1000 €).

Der Rifter hat Platz für 3 Kindersitze

Das praktische Innenraumkonzept ist bei Berlingo, Combo und Rifter fast identisch, doch der Peugeot übernimmt von den anderen Baureihen sein typisches i-Cockpit mit dem oben und unten abgeflachten Lenkrad, den darüber platzierten Instrumenten und einem zentral gelegenen 8-Zoll-Touchscreen.

Nicht in jedem Peugeot funktioniert diese Konfiguration gleich gut, weil z.B. im neuen Peugeot 508 wichtige Elemente verdeckt werden oder das Display zu tief sitzt. Doch im Rifter sind die Ablesbarkeit der Instrumente und eine eher bodenständige Bedienung gut gelöst – in den besseren Ausstattungen mit Echtzeit-Navigation und Smartphone-Anbindung.

Das Raumgefühl im 1,85 Meter breiten Rifter ist vor allem vorne sehr großzügig. Und hinten passen durch die drei Einzelsitze auch drei Kindersitze nebeneinander – das freut junge Familien. Wenn die Kinder dann größer sind, wird es merklich enger. Dann monieren sie die recht eng geschnittenen Sitze und vor allem die fehlende Ellenbogen- und Schulterfreiheit, weil die Seitenverkleidungen der beiden Schiebetüren hinten weit nach innen rücken.

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Der Rifter mit langem Radstand fährt sich in Kombination mit der Testbereifung schwammig. Das träge Ansprechen auf Lenkbefehle merkt man deutlich, es dauert einen Moment bis der Hochdachkombi die Richtungsänderung vollzieht. Im ADAC Ausweichtest kann der weich gefederte Rifter nicht ganz überzeugen: Beim ersten starken Anlenken verhärtet die Lenkung so stark, dass ein Überlenken kaum möglich ist. Im Anschluss bremst das ESP den Wagen aus, sodass man problemlos wieder in die ursprüngliche Fahrspur lenken kann. EIn eigenartiges und ungewohntes Lenkgefühl, der Fahrsicherheit tut dies aber keinen Abbruch. 

Bei nur einem Hauch von kritischem Fahr- zustand fängt das ESP bereits das Regeln an und bremst den Hochdachkombi stark ein. Besonders hohe Kurvengeschwindigkeiten sind ohnehin nicht möglich. 

Vier Motoren stehen zur Verfügung – zwei Dreizylinder-Benziner und zwei Vierzylinder-Diesel. Der Basisbenziner Pure Tech 110 mit 110 PS und 5-Gang-Getriebe ist ab 22.650 Euro zu haben: Fährt nicht aufregend oder sportlich, reicht mit seiner Leistung im Normalfall aber völlig aus. Etwas mehr Mumm hat die 130 PS-Variante.

Testverbrauch: 6,2 l Diesel/100 km

Wer mit mehr Drehmoment unterwegs sein will, greift zu den beiden laufruhigen 1,5-Liter-Dieseln. Hier stellt der BlueHDi 100 mit 100 PS und 5-Gang-Schaltung das Basismodell (ab 21.870 €; nicht für Langversion zu haben), darüber liegt der BlueHDi 130 mit 130 PS (ab 25.550 €) und optionaler 8-Stufen-Automatik (2100 Euro extra).

Letzterer empfiehlt sich für die getestete Langversion, die mit rund 1,7 Tonnen Leergewicht schließlich auch ganz schön viel auf die Waage bringt. Mit dem 130-PS-Diesel ist der Rifter ausreichend flott motorisiert, die Spitze von 183 km/h reicht im Alltag definitiv aus. Während die Elastizitätswerte im vierten und fünften Gang auf gutem Niveau liegen, zieht der Rifter im sechsten Gang nicht mehr so kraftvoll durch.

Der Verbrauch könnte etwas niedriger liegen: 6,2 Liter im Testschnitt sind verbesserungswürdig, wie auch der daraus resultierende CO2-Wert von 196 g/km (well-to-wheel). Immerhin sind die Abgase des Rifter dank SCR-Kat überaus sauber. 

Hier lesen Sie den ausführlichen Testbericht zum Peugeot Rifter L2 1.5 BlueHDi 130 Allure.

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Der Peugeot Rifter ist baugleich mit dem Opel Combo und dem Citroën Berlingo – alle drei Fahrzeuge erreichen im EuroNCAP-Crashtest vier Punkte von fünf möglichen.

Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder überwiegend gering bis sehr gering.

Beim Fußgängerschutz gibt es Nachholbedarf: So bergen die Bereiche am Windlauf und an den A-Säulen bergen ein hohes bis sehr hohes Verletzungsrisiko. In der Nacht reagiert der Notbremsassistent nur grenzwertig auf am Fahrbahnrand längslaufende Fußgänger wie auch auf querende Fußgänger.

Der Rifter ist serienmäßig mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten, automatischem Speed-Limiter und aktivem Spurhaltesystem ausgestattet.


Technische Daten (Herstellerangaben) Peugeot Rifter L2 1.5 BlueHDi 130 Allure
Motor
Vierzylinder-Turbobenziner, 1499 cm3, 96 kW/130 PS, 300 Nm bei 1750 U/min
Fahrleistungen
10,6 Sekunden auf 100 km/h, 183 km/h Spitze
Antrieb/Fahrwerk
Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe, Partikelfilter, Pseudo-McPherson vorne/verformbarer Querträger hinten 
Verbrauch (nach NEFZ)
4,5 Liter Diesel/100 km, 120 g CO2/km 
Leergewicht
1602 – 1779 kg
Maße
L 4,75 / B 1,85 / H 1,88 (Kurzversion: 4,40/1,85/1,78 m)
Preis
28.440 €, Baureihe ab 22.650 € 

ADAC Messwerte (Auszug)
Überholvorgang 60-100 km/h 7,4 s 
Bremsweg aus 100 km/h 41,4 m 
Wendekreis 11,9 m                    
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC Ecotest 6,2 l Diesel/100 km , 196 g CO2/km (well-to-wheel) 
Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne) *** 
Reichweite 805 km
Innengeräusch bei 130 km/h    67,6 dB (A)                    
Leergewicht / Zuladung 1705 / 615 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch   670 / 1305 / 2850 l

 

ADAC Testergebnis Gesamtnote: 2,7
Karosserie/Kofferraum 2,5
Innenraum 2,4
Komfort 3,1
Motor/Antrieb 2,8
Fahreigenschaften 4,1
Sicherheit  2,2
Umwelt/Ecotest 2,6

 

  • Das hat uns gefallen: Fünf Einzelsitze im Fond, umfangreiche Sicherheitsausstattung.
  • Das hat uns nicht gefallen: Billige Materialien, weiter Schwenkbereich der Heckklappe, kein Xenon-oder LED-Licht erhältlich. Langer Bremsweg.

Text: Thomas Kroher. Fotos: Peugeot.

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