Fahrbericht Peugeot Rifter: Familientyp auf Testfahrt

14.9.2018

Kleine Vans und Hochdachkombis sind bei Familien beliebt. Jetzt ist der neue Peugeot Rifter auf dem Markt. Der erste Fahrbericht des praktischen Franzosen unserer Test-Redaktion. Dazu: Technische Daten, Bilder und Preise

Peugeot Rifter in der Frontalansicht fahrend
Peugeot Rifter: Eleganter Hochdachkombi mit SUV-Elementen
  • Hochdachkombis erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei preisbewussten Kunden
  • Der Peugeot Rifter ist baugleich mit dem Opel Combo und Citroën Berlingo
  • Er soll VW Caddy, Renault Kangoo, Ford Tourneo und Mercedes Citan Kunden wegnehmen   

 

Von wegen, der Markt der Hochdachkombis ist tot: Die leichten Nutzfahrzeuge, die man für den Familieneinsatz tauglich gemacht hat, werden bei preisbewussten Kunden immer beliebter. Deshalb präsentiert Peugeot Société Anonyme (PSA) gleich drei neue Mini-Vans, die fast baugleich mit unterschiedlichem Design vom gleichen Band laufen: Den Citroën Berlingo, den Opel Combo und den Peugeot Rifter. Die beiden Franzosen sind als erste erhältlich.

Mit seinem markanten Design positioniert er sich als robuste Outdoor-Variante. Vorne dominieren die großflächige Windschutzscheibe und der hohe vertikale Kühlergrill mit dem Löwen in der Mitte den optischen Auftritt. Und die Seitenlinie mit der kurzen Haube, der hohen Gürtellinie und den großen Radhäusern zeigt die die typischen Elemente eines Hochdachkombis.

Das Heck besteht im Grunde nur aus der mächtigen Ladeklappe mit niedriger Ladekante, die wegen einer separat zu öffnenden Heckscheibe allerdings nicht jedes Mal gestemmt werden muss. Schwarz abgesetzte Plastikverkleidungen im Schwellerbereich, an den Radhäusern sowie am Unterboden vorn und hinten sorgen für den Rifter-Outdoor-Look.

Niedrige Ladekante, große Ladefläche

Zoom-In
Rückansicht des Peugeot Rifter
Riesiger Kofferraum mit großer Ladeklappe und niedriger Ladekante

Die Form eines Hochdachkombis ist nicht jedermanns Sache. Doch sie hat einen echten Vorteil: Auf einer geringen Fahrzeuglänge – den Rifter gibt es in zwei Versionen mit 4,40 und 4,75 Meter (1200 € Aufpreis) – ist sehr viel Raum praktisch nutzbar. Natürlich erst mal fürs Gepäck: 571 Liter bis zur Kofferraumabdeckung schluckt schon der kurze Fünfsitzer, 775 Liter der längere.

Werden die Sitze für einen ebenen Ladeboden zusammengeklappt, passen dachhoch sogar 2700 bzw. 4000 Liter rein. Für beide Längen können im Kofferraum für 750 Euro auch zwei weitere Sitze montiert werden, die im längeren Rifter natürlich mehr Platz bieten.

Doch zum eigentlichen Raumwunder wird der Rifter erst durch die Menge an Ablagen, die in rekordverdächtiger Zahl im gesamten Fahrzeug – in der Mittelkonsole, im Dachhimmel, in den Türen, in der ersten und zweiten Reihe und im Kofferraum – zu finden sind.

Damit der Beifahrer während der Fahrt bequem auf einen großen und kühlbaren Stauraum mit 186 Litern zugreifen kann, wurde sogar der Beifahrerairbag im Dachhimmel eingebaut. Und der optisch-praktische Höhepunkt ist eine lichtdurchlässige Arche mit weiteren Staufächern, die unter dem optionalen Panoramadach schwebt (1000 €).

Platz für 3 Kindersitze

Das praktische Innenraumkonzept ist bei Berlingo, Combo und Rifter fast identisch, doch der Peugeot übernimmt von den anderen Baureihen sein typisches i-Cockpit mit dem oben und unten abgeflachten Lenkrad, den darüber platzierten Instrumenten und einem zentral gelegenen 8-Zoll-Touchscreen.

Nicht in jedem Peugeot funktioniert diese Konfiguration gleich gut, weil z.B. im neuen Peugeot 508 wichtige Elemente verdeckt werden oder das Display zu tief sitzt. Doch im Rifter sind die Ablesbarkeit der Instrumente und eine eher bodenständige Bedienung gut gelöst – in den besseren Ausstattungen mit Echtzeit-Navigation und Smartphone-Anbindung.

Das Raumgefühl im 1,85 Meter breiten Rifter ist vor allem vorne sehr großzügig. Und hinten passen durch die drei Einzelsitze auch drei Kindersitze nebeneinander – das freut junge Familien. Wenn die Kinder dann größer sind, wird es merklich enger. Dann monieren sie die recht eng geschnittenen Sitze und vor allem die fehlende Ellenbogen- und Schulterfreiheit, weil die Seitenverkleidungen der beiden Schiebetüren hinten weit nach innen rücken.

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen.

 

Wer das Fahrverhalten von Hochdachkombis sofort mit üblen Wankbewegungen und heftigem Untersteuern verbindet, wird vom agilen Rifter überrascht sein. Problemlos flitzt der Kastenwagen mit kaum spürbarer Seitenneigung auch durch enge Kurven und federt dabei sehr ordentlich. Die Lenkung ist direkt übersetzt und vermittelt ausreichend Fahrbahnkontakt.

Vorerst stehen drei Motoren zur Verfügung – ein Dreizylinder-Benziner und zwei Vierzylinder-Diesel. Der Pure Tech 110 mit 110 PS und 5-Gang-Getriebe ist ab 20.740 Euro der Basisbenziner: Fährt nicht aufregend oder sportlich, reicht mit seiner Leistung im Normalfall aber völlig aus. Später wird wohl eine 130 PS-Variante nachgeschoben, dann auch mit Automatik.

Wer mit mehr Drehmoment unterwegs sein will, greift zu den beiden laufruhigen 1,5-Liter-Dieseln. Hier ist der BlueHDi 100 mit 100 PS und 5-Gang-Schaltung das Basismodell (ab 23.290 €), während es den BlueHDi 130 mit 130 PS (ab 25.290 €) jetzt schon für 2000 Euro Aufpreis mit der 8-Stufen-Automatik gibt.

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Mit einer Vielzahl modernster Fahrerassistenzsysteme deckt der Rifter alle Anforderungen des Alltags ab: City-Notbremssystem, Tempomat, Spurhaltewarner und Verkehrsschilderkennung sind immer Serie, weitere gegen Aufpreis nur in Paketen und nur für die Bestausstattung Allure erhältlich.

Ohnehin werden die meisten Käufer zu Allure greifen, weil hier das Preis-Leistungs-Verhältnis mit einer umfangreichen Komfortausstattung sehr gut ist. Für 23.990 Euro mit dem 110-PS-Benzinmotor bekommt der Käufer ein überaus praktisches Alltagsauto, das mit seinem sicheren und problemlosen Fahrverhalten überzeugen kann.

Technische Daten  Peugeot Rifter PureTech 110
Motor
Dreizylinder-Turbobenziner, 1199 cm3, Euro 6d-Temp, 81 kW/110 PS, 205 Nm bei 1750 U/min
Fahrleistungen
11,7 Sekunden auf 100 km/h, 169 km/h Spitze
Antrieb/Fahrwerk
Frontantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe, Partikelfilter, Pseudo-McPherson vorne/verformbarer Querträger hinten 
Verbrauch
5,5 Liter Super/100 km, 126 g CO2/km 
Leergewicht
1459 kg
Maße
L 4,40/B 1,85/H 1,78 m 
Preis
23.990 € (Allure), Baureihe ab 20.740 € 

 

  • Das hat uns gefallen: Praktisches Raumkonzept mit jeder Menge gut platzierter Ablagen. Zwei Schiebtüren serienmäßig. Gut nutzbarer Kofferraum mit niedriger Ladekante. Drei Kindersitze passen nebeneinander. Erweiterbar für sieben Sitze. Sicheres und neutrales Fahrverhalten. Gute Lenkung. Leistungsmäßig ausreichender Dreizylinder-Benziner (mit Euro 6d-Temp). Komplette Sicherheitsausstattung (teilweise Aufpreis).
  • Das hat uns nicht gefallen: Für Erwachsene: Wenig Schulter- und Ellenbogenfreiheit hinten auf schmal geschnittenen Sitzen. Schwere Kofferraumklappe.

 

Text: Thomas Kroher. Fotos: PR.

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