Fahrbericht: Nissan Qashqai 1.3 DIG-T

27.11.2018

Facelift: Der Nissan Qashqai kommt jetzt mit aktuellem Infotainment-System und Motoren, die auch in der Mercedes A-Klasse arbeiten. Erste Testfahrt mit dem aufgefrischten Kompakt-SUV. Plus: Technische Daten, Fakten und Preise 

Seitenansicht des Nissan Qasqai
Nissans Qashqai kommt zum Modelljahr 2019 mit zwei neue Benzinmotoren
  • Der 1,3-Vierzylinder ist erfreulich unaufgeregt und relativ sparsam
  • Der neue Motor ist allerdings nicht mit Allradantrieb zu haben
  • Konkurrenten: Seat Ateca, Peugeot 3008, Hyundai Tucson, Kia Sportage

 

Nissan hat die Benziner-Palette seines beliebten Kompakt-SUV Qashqai überarbeitet: Die alten 1.2er- und 1.6er-Triebwerke (85 kW/115 PS und 120 kW/163 PS) fliegen raus, an ihre Stelle tritt ein neuer 1,3-Liter-Vierzylinder in zwei Ausbaustufen. Der gleiche Motor arbeitet bereits bei Renault in Scénic und Captur – und auch in der Mercedes A-Klasse.

Neuer Benzinmotor: 140 oder 160 PS  

Frontansicht des Nissan Qasqai
Die Einstiegsversion des Nissan Qashqai 1.3 DIG-T ist 103 kW/140 PS stark

Dazu gibt es erstmals auch ein Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb ist für die neuen Benziner allerdings nicht vorgesehen. Die 4x4-Technik bleibt weiterhin dem großen Diesel vorbehalten, der Anfang 2019 ebenfalls erneuert wird. Allerdings geht Nissan davon aus, dass sich künftig mehr als die Hälfte aller Kunden für die neuen Otto-Motoren entscheiden. Erhältlich sind die Benziner ab sofort ab 21.350 Euro, die stärkere Version mit Sieben-Gang-Doppelkuppler gibt es ab 25.100 Euro.

Wer schalten möchte, ist mit der 103 kW/140 PS starken Einstiegsversion bestens bedient. 240 Turbo-Newtonmeter beschleunigen den 4,40 Meter langen Qashqai in knapp über zehn Sekunden auf Tempo 100 und reichen für gut 190 km/h Höchstgeschwindigkeit. Zwar liegt die komplette Kraft schon bei 1600 Umdrehungen an; die sind allerdings auch nötig, weil der Vierzylinder darunter in ein ausgeprägtes Turboloch fällt. Das lässt sich auch bei der zweiten Ausbaustufe mit 118 kW/160 PS nicht wegdiskutieren, zumal hier das etwas höhere Drehmoment von 260 Newtonmetern erst bei 2000 Touren bereitsteht.

Stärkere Version auch mit Doppelkupplung

Seitenansicht des Nissan Qasqai
Schwungvoller fühlt sich das potentere, aber auch teurere Triebwerk an

Bei der stärkeren Version dauert der Hundertersprint 8,9 Sekunden, der Tacho klettert auf 200 Sachen. Deutlich schwungvoller fühlt sich der potentere, aber auch 2050 Euro teurere Motor aber nicht an. Hier könnten eher zwei andere Argumente ziehen: Die Anhängelast steigt um 200 Kilogramm auf 1,5 Tonnen, und nur hier gibt es das neue Doppelkupplungsgetriebe – für weitere 1700 Euro Aufpreis. Wem dabei die Schaltwechsel etwas zu gemächlich sind, kann über den Gangwahlhebel natürlich auch selbst eingreifen.

Nötig ist das aber nicht, insgesamt passt die Kombination aus 1,3-Liter-Vierzylinder und Doppelkuppler gut zum unaufgeregten Charakter des Qashqai, zu dem auch die ausgewogene Fahrwerks- und Lenkabstimmung und die ordentliche Geräuschdämmung ihren Teil beitragen.

Übrigens: Verbrauchsmäßig nehmen sich die Varianten wenig – die beiden Handschalter sind unabhängig von der Leistung jeweils mit 5,3 Litern im Durchschnitt angegeben, die EDC-Version braucht auf dem Papier ein Zehntel mehr. Bei unserer ersten Testfahrt zeigten alle drei Varianten eine Sieben vor dem Komma an.

Tipp Icon

Schon gefahren und bewertet

VW T-Roc fährt auf einer Küstenstraße

Welche aktuellen SUV gibt es sonst noch? Die Motorwelt hat viele bereits unter die Lupe genommen:

Infotainment mit Navigationssystem 

Navigation mit dem Nissan Qasqai
Auch Smartphone-Anbindung ist im Nissan Qashqai 2019 mit an Bord

Die neueste Auflage des Nissan-Connect-Systems mit Sieben-Zoll-Touchscreen (der immer noch von einigen Plastik-Tasten flankiert wird) unterstützt die Smartphone-Anbindung über Apple CarPlay und Android Auto, worüber sich problemlos navigieren lässt. Wer lieber auf ein fest eingebautes Navi setzt, kann auf das neue Tom-Tom-System mit verbesserter Zieleingabe, 3D-Kartendarstellung und Echtzeit-Verkehrsdaten (für fünf Jahre kostenlos) zurückgreifen. Praktisch: Kartenupdates erfolgen Over-the-air und können vom Nutzer direkt im Auto heruntergeladen werden.

Noch mehr Komfort bietet die neue Door-to-Door-Navigation: Über eine spezielle Smartphone-App kann man das Reiseziel schon zu Hause eingeben und an den Qashqai senden. Umgekehrt lässt sich beim Parken der Fahrzeugstandort im Handy speichern, damit man sein Auto schnell wiederfindet.

 

Technische Daten 
1.3 DIG-T/140 PS
1.3 DIG-T/160 PS (Werte in Klammern mit DCT)
Motor 1,3 Liter Vierzylinder-Turbobenziner, 103 kW/140 PS, 240 Nm bei 1600 U/min   1,3 Liter Vierzylinder-Turbobenziner, 118 kW/160 PS, 260 Nm (270 Nm) bei 2000 U/min
Fahrleistung 10,5 s auf 100 km/h, 193 km/h Spitze
8,9 (9,9) s auf 100 km/h, 200 (k. A.) km/h Spitze
Verbrauch 5,3 l Super/100 km, 121 g CO2/km 5,3 (5,4) l Super/100 km, 121 (122) g CO2/km 
Kofferraum   430 bis 1598 l 430 bis 1598 l
Maße L 4,39 / B 1,81 / H 1,63 m
L 4,39 / B 1,81 / H 1,63 m
Preis ab 21.350 Euro  ab 23.400 (25.100) Euro

 

Text: Michael Gebhardt/SP-X. Fotos: PR.

Viele weitere Fahrberichte und Autotests finden Sie auf der Übersichtsseite der ADAC Motorwelt.

Kritik, Lob, Anregungen? Schreiben Sie uns:  redaktion.motorwelt@adac.de