ADAC Test: Nissan Qashqai 1.3 DIG-T

28.2.2019

Facelift: Der Nissan Qashqai kommt jetzt mit aktuellem Infotainment-System und Motoren, die auch in der Mercedes A-Klasse arbeiten. Wie schlägt sich der überarbeitete Kompakt-SUV im ADAC Test? Plus: Technische Daten, Bilder, Preise 

Seitenansicht des Nissan Qasqai
Nissans Qashqai kommt zum Modelljahr 2019 mit zwei neuen Benzinmotoren
  • Der 1,3-Vierzylinder ist erfreulich kräftig, sehr sauber, aber mäßig sparsam
  • Der neue Motor ist allerdings nicht mit Allradantrieb zu haben
  • Konkurrenten: Seat Ateca, Peugeot 3008, Hyundai Tucson, Kia Sportage

 

Nissan hat die Benziner-Palette seines beliebten Kompakt-SUV Qashqai überarbeitet: Die alten 1.2er- und 1.6er-Triebwerke (85 kW/115 PS und 120 kW/163 PS) fliegen raus, an ihre Stelle tritt ein neuer 1,3-Liter-Vierzylinder in zwei Ausbaustufen. Der gleiche Motor arbeitet bereits bei Renault in Scénic und Captur – und auch in der Mercedes A-Klasse.

Neuer Benzinmotor mit 140 oder 160 PS  

Frontansicht des Nissan Qasqai
Die Einstiegsversion des Nissan Qashqai 1.3 DIG-T ist 103 kW/140 PS stark

Allradantrieb ist für die neuen Benziner allerdings nicht vorgesehen. Die 4x4-Technik bleibt weiterhin dem großen Diesel vorbehalten, der ebenfalls erneuert wird. Allerdings geht Nissan davon aus, dass sich künftig mehr als die Hälfte aller Kunden für die neuen Otto-Motoren entscheiden. Erhältlich sind die Benziner ab sofort ab 21.350 Euro, die stärkere Version mit Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gibt es ab 29.465 Euro.

Wer schalten möchte, ist mit der 140 PS starken Einstiegsversion bestens bedient, doch die getestete 160-PS-Version macht ihre Sache noch ein bisschen besser. Der Vierzylinder-Benziner legt gute Manieren an den Tag.

Bei der Leistungsentfaltung merkt man aber, dass der Ottomotor seine Kraft mit wenig Hubraum erzeugen muss und dementsprechend stark aufgeladen ist. Die Folge ist ein merklich verzögertes Ansprechen, insbesondere bei niedrigen Touren. Hat der Turbomotor erst einmal Ladedruck aufgebaut, gibt er seine Leistung recht homogen ab. Verbrauch im ADAC Ecotest: 7,1 Liter Super auf 100 Kilometer. Kein Rekordwert, aber umso erfreulicher ist, dass die Schadstoffe im Abgas sehr niedrig ausfallen. 

Die Doppelkupplungs-Automatik überzeugt nur bei gemächlicher Fahrt. Ist man sportlicher unterwegs, agiert es weniger souverän und wird hektisch. Und beim Anfahren sollte man gefühlvoll das Gaspedal bedienen, sonst kuppelt das Getriebe entweder zu abrupt ein und es geht mit einem Ruck los. Oder bei zu zartem Gasfuß setzt sich der Wagen nur widerwillig in Bewegung. 

Viel Platz, durchschnittlicher Federungskomfort

Seitenansicht des Nissan Qasqai
Auf nur 4,40 Metern Länge bietet der Qashqai erstaunlich viel Platz

Beim ADAC Ausweichtest liefert der Qashqai eine etwas durchwachsene Vorstellung ab; er ist voll auf Sicherheit getrimmt und bremst das SUV schon früh rigoros ein. Das führt kurzzeitig zu starkem Untersteuern. Schleudern oder gar Kippen wird jedoch sicher verhindert. Fahrdynamisch kommt hier aber keine Freude auf, der Japaner geht aber auf Nummer sicher und wird damit auch ungeübten Fahrern gerecht. Top: Lediglich 33,1 Meter Bremsweg bei einer Vollbremsung aus 100 km/h.

Der Federungskomfort fällt beim Qashqai eher durchschnittlich aus. Besonders in der Stadt wirkt die Federung steifbeinig, was sich bei zunehmendem Tempo aber bessert.

Trotz nur 4,40 Meter Außenlänge bietet der Qashqai erstaunlich viel Platz. Sind die Vordersitze für 1,85 Meter große Menschen eingestellt, haben auf den Rücksitzen knapp 1,95 Meter große Personen Platz. Die Variabilität der Sitzplätze beschränkt sich auf das geteilte Umklappen der Rücksitzlehnen; verschiebbare Sitze hinten, wie sie zum Beispiel ein VW Tiguan bietet, gibt es leider nicht.

Tipp Icon

Schon gefahren und bewertet

VW T-Roc fährt auf einer Küstenstraße

Welche aktuellen SUV gibt es sonst noch? Die Motorwelt hat viele bereits unter die Lupe genommen:

Infotainment mit Navigationssystem 

Navigation mit dem Nissan Qasqai
Auch Smartphone-Anbindung ist im Nissan Qashqai 2019 mit an Bord

Die neueste Auflage des Nissan-Connect-Systems mit Sieben-Zoll-Touchscreen (der immer noch von einigen Plastik-Tasten flankiert wird) unterstützt die Smartphone-Anbindung über Apple CarPlay und Android Auto, worüber sich problemlos navigieren lässt. Wer lieber auf ein fest eingebautes Navi setzt, kann auf das neue Tom-Tom-System mit verbesserter Zieleingabe, 3D-Kartendarstellung und Echtzeit-Verkehrsdaten (für fünf Jahre kostenlos) zurückgreifen. Praktisch: Kartenupdates erfolgen Over-the-air und können vom Nutzer direkt im Auto heruntergeladen werden.

Noch mehr Komfort bietet die neue Door-to-Door-Navigation: Über eine spezielle Smartphone-App kann man das Reiseziel schon zu Hause eingeben und an den Qashqai senden. Umgekehrt lässt sich beim Parken der Fahrzeugstandort im Handy speichern, damit man sein Auto schnell wiederfindet.

Der Qashqai überzeugt mit guter Ergonomie. Das Lenkrad ist ausreichend weit verstellbar, die meisten Knöpfe und Schalter sind nach Funktionen gruppiert (z.B. Klimatisierung und Infotainment) und komplett beleuchtet, nur die Drehrädchen der Lüftungsdüsen und die Lichtschalter am Dachhimmel bleiben dunkel. Die klassischen analogen Instrumente ergänzt ein farbiges Display in der Mitte, dort werden alle zusätzlich verfügbaren Informationen und Einstellungsmöglichkeiten angezeigt. Die Ablesbarkeit ist tags wie nachts einwandfrei.

Unter dem Strich bekommt man ein gut ausgestattetes Kompakt-SUV, das zwar kaum Glanzlichter setzen kann, sich aber auch keine ernsthaften Schwächen leistet.

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Nissan Qashqai 1.3 DIG-T N-Connecta DCT.

Die neuen Benziner im Überblick:

Technische Daten (Herstellerangaben)
1.3 DIG-T/140 PS
1.3 DIG-T/160 PS (Werte in Klammern mit DCT)
Getestete Version
Motor 1,3 Liter Vierzylinder-Turbobenziner, 103 kW/140 PS, 240 Nm bei 1600 U/min   1,3 Liter Vierzylinder-Turbobenziner, 118 kW/160 PS, 260 Nm (270 Nm) bei 2000 U/min
Fahrleistung 10,5 s auf 100 km/h, 193 km/h Spitze
8,9 (9,9) s auf 100 km/h, 200 (k. A.) km/h Spitze
Verbrauch 5,3 l Super/100 km, 121 g CO2/km 5,3 (5,4) l Super/100 km, 121 (122) g CO2/km 
Kofferraum   430 bis 1598 l 430 bis 1598 l
Maße L 4,39 / B 1,81 / H 1,59 m
L 4,39 / B 1,81 / H 1,59 m
Preis ab 21.350 Euro  ab 27.765 (29.465) Euro
ADAC Messwerte (Auszug)
1.3 DIG-T/160 PS
Überholvorgang 60-100 km/h
5,5 s 
Bremsweg aus 100 km/h
33,1 m
Wendekreis 11,4 m
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC EcoTest
7,1 l Super/100 km , 194 g CO2/km (well-to-wheel)
Reichweite
775 km
Innengeräusch bei 130 km/h 68,8 dB(A)
Leergewicht / Zuladung
1405 / 480 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch 365 / 740 / 1325 l

 

ADAC Testergebnis
Gesamtnote: 2,5
Karosserie/Kofferraum 2,7                    
Innenraum 2,3
Komfort 2,8
Motor/Antrieb 2,1
Fahreigenschaften 
2,3
Sicherheit
2,5
Umwelt/EcoTest
2,6

 

  • Das hat uns gefallen: Umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung. Gutes Platzangebot. Kurzer Bremsweg.        
  • Das hat uns nicht gefallen: Erhöhter Verbrauch. Kein Abbiegelicht zu haben. Kein Allradantrieb für die Benziner verfügbar.

Text: Michael Gebhardt/SP-X, Jochen Wieler. Fotos: PR.

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