Test Mitsubishi Outlander PHEV: So gut ist der Plug-in-Hybrid

9.9.2019

Der Mitsubishi Outlander PHEV ist der günstigste Plug-in-SUV auf dem deutschen Markt. Aber ist er auch empfehlenswert?  

Der Mitsubishi Outlander Plug in Hybrid Modell 2019 an der Tankstelle
Fährt mit Benzin und Strom: Mitsubishi Outlander PHEV
  • Reichweite mit Batterie: über 40 Kilometer
  • Zwei E-Motoren für den Allradantrieb
  • Preis: schon ab 37.990 Euro
     

Als Mitsubishi 2014 seinen Outlander Plug-in-Hybrid auf den deutschen Markt brachte, war er der erste und einzige SUV, dessen Batterie man per Kabel an der Steckdose aufladen konnte. Inzwischen gibt es einige PHEV-SUV auf dem Markt, zum Beispiel Audi Q5 (ab 53.850 Euro), BMW X5 (ab 77.600 Euro) oder der DS 7 Crossback (ab 50.290 Euro). Mit einem Einstiegspreis von deutlich unter 40.000 Euro ist der Outlander aber das mit Abstand günstigste Modell. Im internen Vergleich zu seinem Benzin-Bruder trotzdem ein teurer Spaß. Und deshalb stellt sich die Frage, ob sich die Mehrausgabe lohnt. 

Das Prinzip Plug-in-Hybrid taugt nur bedingt 

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Armaturenbrett vom Mitsubishi Outlander Hybrid
Am Display werden Betriebs- und Akkuzustand angezeigt

Zur Technik: Ein Plug-in-Hybrid spannt einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einem oder zwei kleinen Elektromotoren in einer Antriebseinheit zusammen. Der Vorteil: Der Verbrennungsmotor wird in bestimmten Betriebszuständen entlastet oder ganz abgelöst. So kann der Elektromotor zum Beispiel Fahrten in der Stadt ganz allein bewältigen, deckt aber teilweise auch Strecken mit Geschwindigkeiten über 50 km/h ab. Letzteres hängt von der Leistung des Elektromotors und der Größe der dazugehörigen Batterie ab. Im Ergebnis soll das zu einem deutlich geringeren Kraftstoffverbrauch führen und damit zu einer geringeren Menge an klimaschädlichem CO2

Auf dem Papier funktioniert das Plug-in-Prinzip bestens: So wird der Verbrauch des Outlander PHEV von Mitsubishi im Prospekt mit 2,0 Litern Superbenzin pro 100 Kilometer angegeben. Das ist dann auch der gesetzlich gültige Verbrauch, der einem CO2-Ausstoß von nur 48 Gramm pro Kilometer entspricht. Und über diesen Wert freuen sich auch die Hersteller, weil die EU den Flottenverbrauch mit Wirkung zum Jahr 2020 auf 95 Gramm begrenzt hat.  

In der Praxis sieht es mit dem Verbrauch meistens anders aus. So genehmigte sich der getestete Mitsubishi Outlander im ADAC EcoTest 5,4 Liter auf 100 Kilometer plus 10,2 kWh Strom. Von der Quelle bis zum Rad (well-to-wheel) betrachtet bedeutet das eine CO2-Bilanz von insgesamt 202 Gramm pro Kilometer. Dafür gibt es im ADAC Ecotest nur überschaubare 16 von maximal 60 möglichen Punkten. Nicht viel besser sieht die Bilanz bei den limitierten Schadstoffen aus – zumal der Outlander keinen Partikelfilter an Bord hat. Und so schafft der Hybrid aus Japan bei den Schadstoffen auch nur 28 von 50 Punkten. Ein maues 2-Sterne-Gesamtergebnis im ADAC EcoTest. 

Über 40 Kilometer rein elektrisch

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Der Mitsubishi Outlander Plug in Hybrid Modell 2019 im Gelände
Leichtes Gelände ist dank Allrad kein Problem für den Outlander

Richtig ist aber auch, dass der Verbrauch eines PHEV extrem individuell ist – je nachdem, wie oft und lang elektrisch gefahren wird. Wer seinen Plug-in in erster Linie auf der Kurzstrecke nutzt und konsequent auflädt, kann im Normalalltag sogar ohne einen Tropfen Benzin auskommen, wenn die Strecke innerhalb der möglichen elektrischen Reichweite liegt. Im Fall des Outlander sind nach ADAC Messung 43 Kilometer rein elektrische Fahrt möglich. Das ist mehr als die meisten Berufspendler täglich zurücklegen und lässt auch noch den Umweg über den Supermarkt zu.

Kurzstrecken rein elektrisch, längere Strecken per Verbrennungsmotor: Das funktioniert oft sogar sehr gut. Allerdings ist das Fahrzeug aufgrund der zwei Antriebe plus der Batterie notwendigerweise teurer in der Anschaffung. Und das höhere Gewicht wirkt sich prinzipiell auch negativ auf den Verbrauch aus.

Viel Platz, hohe Sicherheit

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Der Mitsubishi Outlander Plug in Hybrid Modell 2019
385 Liter Gepäckraum plus Staufach fürs Ladekabel

Das Raumangebot ist für Insassen und Gepäck gut. Das Fahrwerk des Outlander setzt klar auf Komfort und passt insgesamt prima zum Fahrzeug: Bodenwellen werden gut gefiltert und harte Stöße gewissenhaft abgefedert, bevor sie die Insassen erreichen würden. Der Nachteil: Die Karosserie ist viel in Bewegung und kommt auf schlechten Fahrbahnen kaum zur Ruhe. Die Lenkung des Outlander arbeitet nicht besonders mitteilsam, spricht aber passabel an. Für eine Notbremsung aus 100 km/h bis zum Stillstand benötigt das Fahrzeug durchschnittlich 35,9 Meter – das ist völlig okay.

Punkten kann der Outlander zudem mit hoher aktiver wie passiver Sicherheit. Bis zu drei Kindersitze lassen sich problemlos und sicher befestigen. In der Top-Ausstattung bietet der Mittelklasse-SUV eine Kollisionswarnung sowie ein City-Notbremssystem, das über seine Lidar-Sensorik bis 40 km/h Kollisionen vermeiden kann. Ein Radarsensor führt sogar bis 80 km/h einen Bremseingriff durch, bis 140 km/h erfolgt immerhin noch eine Warnung.

Die hinteren Radarsensoren überwachen beim Spurwechsel den toten Winkel und warnen beim Rückwärts-Ausparken, wenn querender Verkehr droht. Auch ein Abstandsregeltempomat, ein Geschwindigkeitsbegrenzer und ein Spurverlassenswarner sind Serie. Allein ein Head-up-Display ist nicht bestellbar.

Alternativ zum Plug-in-Hybrid gibt es einen 110 kW/150 PS starken Zweiliter-Benziner mit Frontantrieb. Der ist in der Anschaffung sogar noch 15.000 Euro günstiger.


Daten, Messwerte, Test-Ergebnis im Überblick

Technische Daten (Herstellerangaben) Mitsubishi Outlander 2.4 Plug-in-Hybrid Top 4WD
Motor 4-Zylinder-Hybridmotor, 2360 cm3, 165 kW/223 PS, 332 Nm
Fahrleistungen 10,5 s von 0 auf 100 km/h, 170 km/h Spitze
Verbrauch 2,0 l/100 km Super WLTP (kombiniert), 48 g/km CO2
Maße L 4,70 / B 1,80 / H 1,71 m
Gewicht / Zuladung 2015 / 374 kg
Preis 49.990 €, Baureihe ab 37.990 €

 

ADAC Messwerte (Auszug)
Mitsubishi Outlander 2.4 Plug-in-Hybrid Top 4WD
Überholvorgang 60-100 km/h
5,3 s
Bremsweg aus 100 km/h
35,9 m
Wendekreis 11,6 m
Verbrauch / CO2-Ausstoß 
5,4 l Super (+ 10,2 kWh)/100 km, 202 g CO2/km (well-to-wheel)
ADAC EcoTest
* *
Reichweite
575 km
Innengeräusch bei 130 km/h 67,6 dB (A)
Leergewicht / Zuladung
1950 / 440 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch 385 / 895 / 1670 l

 

ADAC Testergebnis
Gesamtnote: 2,7
Karosserie/Kofferraum 2,6                   
Innenraum 2,5
Komfort 2,7
Motor/Antrieb 1,5
Fahreigenschaften 
2,9
Sicherheit
2,3
Umwelt/EcoTest
3,8

 

  • Das hat uns gefallen: Kräftiger Antrieb. Gutes Platzangebot im Innenraum. Umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung. Schnellladung möglich (CHAdeMO).       
  • Das hat uns nicht gefallen: Erhöhter Verbrauch auf Landstraße und Autobahn. Not- oder Reserverad nicht erhältlich. Mäßige Umweltbilanz.

Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: Mitsubishi.

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