Fiat 500X: Fahrbericht zum Facelift

7.9.2018

Nach vier Jahren frischt Fiat sein Mini-SUV 500X auf. Äußerlich bleibt der Italiener seiner knuffigen Optik treu, doch im Modelljahr 2019 gibt es zwei neue Motoren. Erste Testfahrt, Daten, Infos und Preise

Blauer Fiat 500 X fahrend von vorne
Fiat 500X mit leicht geänderter Front und markanteren Scheinwerfern

• Überarbeiteter Mini-SUV ab 17.490 Euro zu haben
• Zwei neue Euro-6d-Temp-Motoren mit 120 und 150 PS
• Konkurrenten: Renault Captur, Opel Mokka und Seat Arona



Ruppig holpert der Fiat 500X über die teils ziemlich maroden Straßen Turins und lässt die Insassen an den Schlaglöchern unmittelbar teilhaben. Schon auf den ersten Metern in der piemontesischen Hauptstadt wird klar: Am Fahrwerk haben die Ingenieure im Zuge des aktuellen Facelifts überhaupt nichts verändert. Leider auch nicht an der Lenkung, die nach wie vor zu soft arbeitet und zu wenig Rückmeldung von der Straße gibt.

Optisch hat sich ebenfalls wenig getan. Man muss schon ausgefuchster Fiat-Kenner sein, um die minimalen Retuschen an der knuffig-rundlichen Karosserie als Indiz für das Modelljahr 2019 zu erkennen: Die Scheinwerfer wurden zum Beispiel nachgeschärft und sehen jetzt etwas markanter aus, und die Rückleuchten tragen in ihrer Mitte wie beim kleineren 500er und 124 Spider nun eine in Wagenfarbe gehaltene Blende.

Das ist neu beim Fiat 500X

Zoom-In
Blauer Fiat 500 X fahrend von hinten
Bis auf den Farbklecks in den Rückleuchten hat sich optisch wenig geändert

Die eigentlichen Neuheiten verbergen sich unterm Blech. Zum einen im Innenraum, wo jetzt ein Instrumententräger mit mittigem 3,5-Zoll-Display den Blick des Fahrers auf sich zieht.

Zum anderen im Motorraum: Die beiden bisherigen MultiAir-Turbobenziner wurden aufs Altenteil geschickt und durch die sogenannte FireFly-Motorengeneration ersetzt, die zeitgleich ihr Debüt im Technik-Bruder Jeep Renegade gibt.

Die Ottomotoren kommen mit Partikelfilter und warten mit einem einheitlichen Zylindermaß von 0,33 Litern und wahlweise drei oder vier Brennkammern auf. Der ab 19.190 Euro erhältliche Dreizylinder bringt es so auf einen Liter Hubraum, dem sich dank Turboaufladung 120 PS und 190 Newtonmeter Drehmoment entlocken lassen.

Das ist nicht die Welt, reicht aber, um den leer knapp 1,4 Tonnen schwere Mini-SUV ausreichend flott zu bewegen. Vorausgesetzt, man schaltet die sechs Gänge mit dem etwas hakeligen, manuellen Getriebe zügig durch und hält das Aggregat bei Laune. Nach 10,9 Sekunden erreicht der 500X Landstraßentempo, Schluss ist erst bei erstaunlich flotten 188 km/h.

Kaum Unterschiede zwischen 120- und 150-PS-Motor

Zoom-In
Blauer Fiat 500 X fahrend von der Seite
Egal mit welchem Motor: An der Form des 500X hat sich nichts geändert

Der größere Vierzylinder mit 150 PS und 270 Newtonmeter Drehmoment wird mit maximal 196 km/h nicht viel schneller, schafft den Standardsprint aber knapp zwei Sekunden schneller. Dass diese Variante nicht so viel spritziger wirkt, wie man vermuten möchte, liegt am etwas trägen Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das der Vierzylinder serienmäßig mitbringt.

Weil der 150-PS-Motor erst ab der zweiten von drei Ausstattungsstufen zu haben ist, kostet der 500X dann mindestens 23.690 Euro. Den Aufschlag kann sich sparen, wen das Schalten und der etwas rauere Lauf des kleineren Dreizylinders nicht stört – mit ihm fährt man sicher genauso gut. Beim Verbrauch liegt auf dem Papier ein knapper halber Liter zwischen den beiden Motoren.

Nach wie vor gibt es den 1,6-Liter-Vierzylinder mit 110 PS als Basismotorisierung, die schon bisher eigentlich nur dazu da war, den Einstiegspreis niedrig zu halten. Nach der Überarbeitung startet der 500X damit bei 17.490 Euro. Immerhin: Sogar die Grundausstattung fährt mit Klimaanlage, LED-Tagfahrlicht, Tempomat, Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung.

Smartphone-Anbindung via Apple CarPlay und Android Auto

Zoom-In
Fiat 500 X Cockpit
Das Interieur des Fiat 500X ist fast gleich geblieben – die Funktionen passen

Annehmlichkeiten wie Totwinkel-Assistent, Auffahrwarner, Abstandstempomat, Glasdach, Rückfahrkamera und LED-Scheinwerfer gibt es gegen Aufpreis, einiges davon sogar für die günstigste Ausstattung. In der mittleren Version kommt dann hauptsächlich das 7-Zoll-Touchscreen-Infotainmentsystem zum Serienumfang dazu, an das sich Smartphones per Apple CarPlay und Android Auto tadellos anbinden lassen.      

Zurück zu den Motoren: Weiterhin nicht verzichten will Fiat auf die Dieselantriebe, alle drei schon bisher angebotenen Vierzylinder sind jetzt dank SCR-Kat Euro-6d-Temp-sauber. Zur Wahl stehen ein 1,3-Liter mit 95 PS und Fünf-Gang-Schaltung, ein 120 PS starker 1.6 mit manuellem Sechs-Gang-Getriebe oder sechsstufiger Doppelkupplung, und das Top-Modell mit zwei Liter Hubraum und 150 PS.

Der große Diesel fährt als einziger mit einer Neun-Gang-Wandlerautomatik und macht dem X im Namen alle Ehre: Allradantrieb gibt es nur hier, und zwar ausschließlich.

Tipp Icon

Das könnte Sie auch interessieren: Mini-SUV im ADAC Vergleich

Vier Mini SUVs im ADAC VergleichDie kleinen, schicken SUV von Hyundai, Kia, Seat und Opel machen mit frischem Design und quirligen Motoren großen Spaß. Wir haben sie gründlich getestet. Wer gewinnt den Vergleich?

Test: Hyundai Kona, Kia Stonic, Seat Arona, Opel Crossland X

Egal, für welchen Motor man sich entscheidet: Mit dem 500X erhält man einen nur 4,27 Meter langen SUV mit ordentlichem Platzangebot. In Reihe eins sitzen selbst große Leute bequem, und auch im Fond lässt es sich dank guter Kopffreiheit kommod reisen. Dazu kommen 350 Liter Stauraum im Kofferraum, die nach weniger klingen, als sie tatsächlich sind; legt man die Rückbank flach, gehen bis zu 1000 Liter rein und damit mehr als genug für die Urlaubsreise zu zweit.

Was das Wohlfühlambiente stört? Das nicht an allen Stellen ganz sauber verarbeitete Plastik, der ziemlich schrille Warnton der Parksensoren und die Kopfstützen: Die sind so hart, dass man sich am besten gar nicht anlehnt.

 

Technische Daten (Herstellerangaben)
Fiat 500X 1.0 GSE
Fiat 500X 1.3 GSE
Motor
3-Zylinder-Turbo-Benziner, 88 kW/120 PS, 999 cm3, 190 Nm bei 1750 U/min
4-Zylinder-Turbo-Benziner, 111 kW/150 PS, 1.332 cm3, 270 Nm bei 1850 U/min 
Fahrleistungen
10,9 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 188 km/h
9,1 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 196 km/h 
Verbrauch
6,0 l Super/100 km, 138 g CO2/km
6,4 l Super/100 km, 145 g CO2/km 
Maße
L 4,27 / B 1,80 / H 1,60 m  L 4,27 / B 1,80 / H 1,60 m 
Kofferraum
350 – 1000 l  350 – 1000 l 
Verkaufsstart  15. September 2018
Preis
ab 19.190 €, Baureihe ab 17.490 €  ab 23.690 €

Text: Michael Gebhardt, Fotos: PR.

Viele weitere Fahrberichte und Autotests finden Sie auf der Übersichtsseite der ADAC Motorwelt

Kritik, Lob, Anregungen? Schreiben Sie uns: redaktion.motorwelt@adac.de