Mercedes-Maybach Ultimate Luxury: Erste SUV-Limousine der Welt

10.8.2018

Mit dem Mercedes-Maybach Ultimate Luxury will Daimler zeigen, wer im Luxussegment den Ton angibt. Erste Testfahrt im Elektro-SUV mit der Form und Eleganz einer Staatskarosse

  • Der Mercedes Maybach Ultimate Luxury ist das erste SUV mit Stufenheck
  • Noch ist der Designer-Traum nur ein Showcar, also ein Versuchsfahrzeug
  • Konkurrenz (mit herkömmlichem Antrieb): Bentley Bentayga und Rolls-Royce Cullinan

 

Er war das dickste Ding auf der Autoshow in Peking. Denn einen Geländewagen wie den Mercedes-Maybach Ultimate Luxury hat die Welt noch nicht gesehen. Kaum jemand konnte sich vorstellen, dass man SUV und Limousine kreuzt und der Maybach damit zum ersten SUV mit Stufenheck wird. "Wir kombinieren die beiden weltweit erfolgreichsten Karosseriekonzepte," sagt Designchef Gorden Wagener und erhofft sich für diese Mischung auch gleich doppelte Chancen.

Der Maybach ist derzeit nur eine Studie

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Roter Maybach Ultimate Luxury von hinten
Geteilte Heckscheibe, dicker Hintern: Die Maybach-Studie fällt auf

Ob das Auto eine Zukunft hat, wird sich zeigen. Immerhin: Jetzt durfte ADAC Motorwelt-Autor Thomas Geiger die gemixte Luxuskarossen-Vision für ein paar Stunden auf einer realen Straße bewegen – eine erste vorsichtige Ausfahrt. Ihren wichtigsten Zweck erfüllt die SUV-Limousine dort mit Bravour: Sie fällt auf.

Egal, wo der rote Riese mit dem üppigen Chrom-Ornat stehenbleibt, bilden sich sofort Menschentrauben um ihn herum, neugierige Nasen pressen sich an die Fenster, und es braucht beherzte Helfer, damit man überhaupt wieder losfahren kann. Wenn selbst ein Bentley Bentayga oder ein Rolls-Royce Cullinan in der SUV-Schwemme unterzugehen drohen, könnte der ultimative Maybach unter den Matsch-Giganten der richtige Ansatz sein.

Auf jeden Fall fühlt man sich mit diesem Auto ziemlich abgehoben. Das gilt im wörtlichen Sinne wegen der großen Bodenfreiheit und den riesigen Rädern und im übertragenen Sinne wegen des Kokons aus Lack und Leder. Man sitzt vorne auf Schalen, die innen mit Leder be- und von außen mit Roségold überzogen sind. Man hat hinten bessere Sessel und mehr Beinfreiheit und natürlich vor allem eine erhabenere Sitzposition als in der langen S-Klasse, genießt eine Luxusversion der neuen Mercedes User Experience MBUX, und wo man die Studie anfasst, spürt man edelste Materialen.

Weil das ursprüngliche Konzept aus dem Studio in Peking stammt, gibt es außerdem überall dezente Hinweise auf die asiatische Kultur – vom Teerservice auf einem Ebenholztablett in der auf exakt 85 Grad vorgeheizten Mittelkonsole des Fonds bis zum Bambus-Bäumchen, das zwischen den beiden kuscheligen Lounge-Liegen der Hinterbänkler sprießt.

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Während bei Bentley und Rolls-Royce zwölf Zylinder laut und vernehmlich stampfen, surrt im Maybach zukunftsfest ein Elektromotor. Im Test erlaubt der nicht viel mehr als Schritttempo, und nach ein paar Fotofahrten geht der Akku in die Knie. Doch in der Theorie hat der Maybach allemal genügend Power, um mit den fetten Verbrennern der Konkurrenz mitzuhalten.

Nicht umsonst sehen die Pläne vier E-Maschinen von zusammen 750 PS vor, mit denen der SUV locker auf 250 km/h kommt. Und selbst wenn die 500 Kilometer Normreichweite bei 80 kWh Akkukapazität ein Fabelwert sind, zieht das fast sechs Meter lange Dickschiff nicht den Kürzeren. Denn gattungsgerecht gefahren, kommt man mit Cullinan & Co. mit einer Tankfüllung auch nicht weiter.

Asiatischer Schick trifft deutsche Technik

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Mann fährt roten Maybach Ultimate Luxury
Motorwelt-Autor Thomas Geiger am Steuer des Maybach Ultimate Luxury

So gut der Maybach vor die Nase von Bentley und Rolls-Royce passen würde, so gering sind seine Chancen – selbst wenn Wagener mit Studien wie dieser oder den beiden luxuriösen Sportwagen aus Pebble Beach 2016 und 2017 die Hoffnung auf einen dezidierten Maybach schürt und dabei immer wieder die Parallelen zur Emanzipation von AMG mit dem eigenständigen SLS, dem GT und dem GT Viertürer zieht.

Zu tief sind die Wunden, die das gescheiterte Maybach-Comeback mit 57er und 62er in der Bilanz hinterlassen hat, als dass noch einmal ein Controller ein paar Hundert Millionen Euro für eine eigenständige Entwicklung freigeben würde. Selbst wenn sich die Maybach-Version der S-Klasse noch so gut verkauft.

Doch ganz vergebens ist die Mühe nicht. Schließlich krönt im neuen Jahr ein neuer GLS die SUV-Palette mit Stern, und es spricht vieles dafür, dass es den auch als Maybach geben wird. Vielleicht nicht mit Stufenheck. Und wohl auch sonst ohne Eingriffe in die Karosserie. Aber auf jeden Fall im edlen Design sowie mit einem Interieur, in dem man zumindest ein paar Elemente der Studie wiederfinden wird.

Und je besser der sich verkauft, desto besser sind die Chancen, dass es vielleicht doch noch mal ein eigenes Maybach-Modell geben wird. Bei AMG hat es schließlich auch etwas länger gedauert. 

 

Text: Thomas Geiger. Fotos: PR.

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