Mercedes GLB: Erste Infos zum neuen SUV

9.5.2019

Mit dem Mercedes GLB erweitert Daimler seine Modellpalette um einen weiteren SUV. Ab Herbst 2019 ist der 4,63 Meter lange Allradler zu haben. Wir konnten das getarnte Serienmodell schon begutachten. Plus Infos, Bilder, technische Daten

Front und Seite des Mercedes GLB stehend
Mercedes GLB Concept: Die Serienversion wird weniger kantig und rustikal aussehen
  • Praktischer SUV mit bis zu sieben Sitzplätzen und verschiebbarer Rückbank
  • Allradantrieb 4Matic immer serienmäßig
  • Die Serienversion ist auf der IAA im September 2019 zu sehen

 

Dass zwischen den kompakten GLA und den Mittelklasse-SUV GLC noch ein GLB passt, liegt auf der Hand. Auf der "Auto Shanghai" hatte Mercedes ein Konzeptauto enthüllt, das schon recht seriennah aussah und einen robusten G-Klasse-affinen Look bot. Ganz so extrovertiert wird die Serienversion aber nicht daherkommen, wie wir bei ersten Testfahrten mit getarnten Fahrzeugen bereits erahnen konnten.

Mercedes GLB: Derzeit getarnt unterwegs

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Getarnter Mercedes GLB
Auf Testfahrt: Die (getarnte) Serienversion des Mercedes GLB

Denn die Designer haben kurz vor der finalen Freigabe des Modells noch einmal einen Kurswechsel hingelegt: Unter der Tarnfolie der Testfahrzeuge des GLB, die wir jetzt begutachten konnten, verbirgt sich ein SUV, der wie ein zu heiß gewaschener Mercedes GLS wirkt. Also gibt es statt Ecken und Kanten nun ein schnörkelloses Design im typisch cleanen Mercedes-Stil mit viel Kontur und wenig Linien.

Doch das ist erstens kompatibler mit dem globalen Geschmack und zweitens immer noch aufregender als das Design von Familienautos wie dem BMW Grand Tourer oder der Einheitsbrei der VW-Konzern- SUVs vom Seat Ateca über VW Tiguan bis zum Škoda Karoq, mit denen der GLB vor allem konkurrieren wird.

Trotzdem soll der SUV ein robuster Pragmatiker werden und kein reiner Lifestyle-SUV, der nur den Weg von der Kita zum Gourmetrestaurant kennt. Gerade im Gelände sind die kurzen Überhänge von Vorteil – so setzt das Fahrzeug nicht so schnell auf.

Der GLB basiert zwar auf der Kompaktwagen-Plattform von Mercedes, auf der auch A-KlasseMercedes CLA und B-Klasse stehen, doch wirklich kompakt ist er nicht. Mit einer Länge von 4,63 Metern, 1,89 Meter Breite und 1,90 Metern Höhe (inklusive der bei der Studie fest installierten Dachbox) liegt er näher am Mercedes GLC (4,66 Meter Länge) als am kleinen GLA (4,42 Meter Länge). 

Variabler Innenraum mit bis zu 7 Sitzen

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Rücksitze des Mercedes GLB
In der dritten Sitzreihe sollen auch Erwachsene Platz haben

Die Karosserie schafft also Platz im Innenraum und lässt sogar noch eine dritte Sitzreihe zu. Laut Mercedes sollen die im Fahrzeugboden versenkbaren Einzelsitze in Reihe drei "weit mehr als Notsitze" sein und auch "mittelgroßen Personen" noch bequem Platz bieten. Ob das wirklich so ist, muss der GLB erst noch beweisen.

Zudem präsentiert sich der GLB fast so variabel wie ein Van: Die zweite Sitzreihe kann um 14 Zentimeter für mehr Beinfreiheit oder mehr Platz im Kofferraum verschoben werden, und die Lehnen sind dreigeteilt im Verhältnis 40:20:40 umklappbar und in acht Stufen in der Neigung verstellbar.

Schade: Die LED-Umfeldscheinwerfer am Dach und die integrierte Dachbox der Genfer Studie schaffen es nicht in die Serie. Und auch die grobstolligen Reifen dienten wohl eher als Hingucker beim Showcar, auch wenn der Offroad-Charakter grundsätzlich bei der Serienversion erhalten bleiben soll.

Allradantrieb serienmäßig

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Cockpit des Mercedes GLB
Modernes Cockpit mit frei stehendem Display wie in der B-Klasse

Mercedes lässt durchblicken, dass alle Versionen des GLB mit serienmäßigem Allradantrieb 4Matic kommen werden. Per Knopfdruck kann der Fahrer die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse wählen. Die Bandbreite reicht von 80:20 (vorn/hinten) bis zu einer gleichmäßigen 50:50 Kraftverteilung.

Zur genauen Motorenpalette macht Mercedes noch keine Angaben und nennt nur die Eckdaten des Showcars, das über den Vierzylinder-Benziner aus dem A 250 mit 224 PS, 350 Nm Drehmoment und ein Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebe verfügte. Aber wenn er beim Händler steht, wird es den GLB auch als 200er oder 220er geben und natürlich auch mit einem Dieselaggregat.

Und ziemlich sicher wird es sich AMG nicht nehmen lassen, einen GLB 35er oder gar einen 45er zu machen. Außerdem soll aus dem GLB dank Elektroantrieb in etwa zwei Jahren ein Mercedes EQB abgeleitet werden und die Elektro-Flotte mit Mercedes EQC und Mercedes EQV verstärken.

Beim Armaturenbrett gibt es keine großen Überraschungen. Der GLB erbt das große Widescreen-Cockpit aus der B-Klasse und das neue Bediensystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience), das auch auf Sprachbefehle und Gesten reagiert. Dazu gibt es die Wellness-Funktionen des Energizing Comfort Systems und ein vielfältiges Heer von Assistenten, die das Fahren sicher machen soll.

Die endgültige Serienversion wird auf der IAA im September 2019 gezeigt, der Bestellstart ist im November 2019, und die ersten Auslieferungen sind im Frühjahr 2020 zu erwarten. Preise stehen noch nicht fest.

Text: Thomas Geiger, Jochen Wieler. Fotos: Daimler AG.

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