Auto & Innovation

Heiße Flitzer und SUVs ohne Ende

Die IAA in Frankfurt, die wichtigste Automesse der Welt, kommt mit Zukunftvisionen und zahlreichen Autos in Geländeoptik. Am 14. September geht es los

Autofahrern den Mund auf neue Modelle wässrig zu machen war schon mal einfacher. Von der Dieselkrise und Kartellvorwürfen gebeutelt, ringt die Industrie um ihr Image – und spricht auf der diesjährigen Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt lieber über Zukunftsvisionen statt über Abgase.

Mobilität der Zukunft – live
In den Messehallen werden daher die Themen Elektromobilität, Vernetzung und autonomes Fahren dominieren. Die Besucher können die Mobilität der Zukunft sogar live erleben: Auf der Freifläche zwischen Halle 2 und 4 („Agora“) lädt dazu der „New Mobility World“-Parcours ein.

Oder beim ADAC Stand in Halle 8. Hier kann man sich rund um die Mobilität von heute und morgen beraten lassen. Wir zeigen, wie sich automatisiertes und autonomes Fahren anfühlen. Mit einer speziellen VR-Brille „am Steuer“ tauchen Sie in die virtuelle Welt ein. Wie bewältigt ein Auto den komplexen Straßenverkehr? Wie geht es mit Gefahren um? Und wann muss der Fahrer das Steuer übernehmen? Probieren Sie es aus.

E-Mobilität noch im Sparmodus
Bei einem Zukunftsthema kommt die Branche aber immer noch nicht richtig in Fahrt: der Elektromobilität. Zwar hat der Elektro-Mini bei BMW Premiere, Daimler enthüllt eine E-Auto-Studie, und Audi sowie Renault zeigen, wie wir in zehn Jahren fahren werden – elektrisch natürlich. Bezahlbare E-Neuheiten mit guter Reichweite, die bald beim Händler stehen, fehlen aber weitgehend. Stattdessen sprießen kleine SUVs wie Pilze aus dem Boden.

Die Ausstellerreihen sind diesmal gelichtet: Volvo, Nissan, Peugeot, Fiat, Alfa, Jeep, Mitsubishi und Tesla kommen nicht. Autofans werden sie vermissen. In unserer Bildergalerie unten stellen wir Ihnen die wichtigsten Neuheiten vor. Klicken Sie einfach auf das Bild für eine größere Darstellung und Detailinfos.

BMW X3

Nur keine Experimente: Die dritte Generation des BMW X3 ist kaum vom Vorgänger zu unterscheiden. Die Topversion leistet als M40i stolze 360 PS und schnellt in 4,8 Sekunden auf Tempo 100. Ökologischer dürfte man mit dem X3 Elektro ab 2020 unterwegs sein

Mercedes X-Klasse

Ein Pick-up von Mercedes? Nicht ganz. Die X-Klasse basiert auf dem Nissan Navara. Es soll auch noch einen dritten Ableger geben: den Renault Alaskan. Alle drei werden im Nissan-Werk in Barcelona produziert

Citroën C3 Aircross

Ein Franzose mit Pfiff: Der Citroën C3 Aircross entstammt bereits der Kooperation mit Opel und ist technisch eng mit dem Crossland X verwandt. Optisch knuffig, setzt er auf praktischen Nutzwert: mit kabelloser Handy-Ladefunktion, verschiebbarer Rückbank und Panoramaschiebedach.
Grundpreis: 15 290 €

Kia Stonic

Der neue kleine SUV von Kia heißt Stonic und wird unterhalb des Sportage einsortiert. Er ist mit 4,14 Metern exakt so lang wie der Seat Arona und kommt ab 15 790 € günstig auf den Markt. Noch etwas extrovertierter sieht sein technischer Bruder Hyundai Kona aus, der ebenfalls auf der IAA stehen wird

Seat Arona

Modernes Design, leicht erhöhte Sitzposition, überschaubare Maße: Der 4,14 Meter lange Seat Arona ist eine interessante Alternative zum Kompaktwagen. Dass das Konzept ankommt, zeigen Konkurrenten wie der Renault Captur

Opel Grandland X

Als deutsches Pendant zum Peugeot 3008 tritt der Opel Grandland X auf. Mit 4,47 Metern Länge ist er durchaus familientauglich. Das Motorenprogramm fällt allerdings mit nur einem Benziner (130 PS) und einem Diesel (120 PS) etwas mager aus. Preis: ab 23 700 €

Audi A8

Ganz ausgestorben sind Stufenhecklimousinen noch nicht. Der neue Audi A8 gilt als Innovationsträger. Es gibt ihn ausschließlich als Mild-Hybrid mit 48-Volt-Bordnetz, die Bedienung erfolgt via Touchscreens, und im Stau (bis 60 km/h) ist er automatisiert unterwegs. Der Fahrer darf sich derweil anderen Tätigkeiten zuwenden

Hyundai Kona

Dieser Koreaner fällt auf: Der Hyundai Kona präsentiert sich betont lifestylig, kann in zehn verschiedenen Farben bestellt werden und soll 2018 sogar als Elektroversion angeboten werden

Smart Vision EQ Fortwo

Sperriger Name, einfache Idee: So ähnlich könnten Carsharing-Autos ab dem Jahr 2020 aussehen, die sich autonom und selbstverständlich elektrisch durch den Stadtverkehr bewegen. Sollte die Technik bis dahin doch noch nicht reif sein, können wir uns wenigstens die Optik schon mal merken – für den kommenden Smart

Porsche Cayenne

Die dritte Generation des Porsche Cayenne übt sich nicht gerade in Bescheidenheit: Anfangs können die Kunden zwischen 340 (3.0 V6) und 440 PS (2.9 V6 Biturbo) im Cayenne S wählen. Letzterer schnellt in 5,2 Sekunden auf Tempo 100. Später dürfte noch eine Plug-in-Hybridversion hinzukommen

Mini Electric Concept

Erst im Jahr 2019 will Mini ein Elektroauto auf Basis des Dreitürers auf den Markt bringen. Daher ist auf der IAA nur eine Studie zu sehen. Das typische Go-Kart-Feeling soll auch die E-Version auszeichnen. Über die Reichweite sagt BMW noch nichts

Vision Mercedes Maybach 6 Cabriolet

Was für eine Form! Diese elegante Studie ist einer edlen Yacht nachempfunden. Unter der riesigen Haube schlummern 750 Elektro-PS, die den Sechs-Meter-Koloss mit Leichtigkeit an die Cote d’Azur schnellen lassen

Dacia Duster

Der erfolgreiche SUV von Dacia kommt in der zweiten Generation nach Frankfurt. Optisch unterscheidet sich der Rumäne nur marginal vom Vorgänger – bis auf die quadratischen Heckleuchten scheint alles vertraut. Doch unter dem Blech wird der Duster deutlich moderner werden

BMW Concept X7 iPerformance

Es ist noch Luft nach oben – meint zumindest BMW und präsentiert den neuen X7. Eine Nummer größer als der X5 soll er „ein neues Verständnis von Luxus für die Marke“ präsentieren und bis zu sechs Personen Platz bieten. 2018 kommt der X7 zum Händler

VW T-Roc

T-Roc heißt der neue kleine SUV von Volkswagen, der unterhalb des Tiguan positioniert ist. Mit seinem farblich abgesetzten Dach gibt er sich betont eigenständig.

Jaguar E-Pace

Der Jaguar E-Pace folgt dem Trend zum kompakten SUV und zielt auf BMW X1, Audi Q3 und Mercedes GLA. 2018 wird der kleine Bruder des F-Pace zu Preisen ab 34 950 € (mit 150-PS-Diesel) zu haben sein.

BMW Z4

Noch steht der rassig-dynamische BMW Z4 als Konzeptauto auf der IAA, doch die Serienversion wird sich optisch kaum ¬davon unterscheiden. Mit dem neuen X3, dem 8er, M5, 6er GT und X7 Concept bekommt man auf dem BMW-Stand einiges geboten.

Text: Jochen Wieler, Fotos: PR, © ADAC Motorwelt 25.08.2017.
Kontakt zur Redaktion: redaktion.motorwelt@adac.de

Den Plan für das IAA-Messegelände können Sie hier als PDF herunterladen.
Besucherinformation IAA (2,72 MB)

Filme zu ausgewählten IAA-Neuheiten finden Sie in unserem Youtube-Kanal: ADAC Motorwelt-Videos