Hyundai i20: Polo-Konkurrent im ADAC Test

18.12.2018

Der Hyundai i20 gilt als solider Kleinwagen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Jetzt gibt es ein Facelift und technische Neuerungen. Der Koreaner im ADAC Test mit Daten, Bildern und Preisen

Front des Hyundai i20 fahrend
Hyundai i20: Das geliftete Modell ist am modifizierten Kühlergrill zu erkennen
  • Facelift mit besseren Assistenzsystemen, optisch hat sich wenig geändert
  • Ein Partikelfilter sorgt für saubere Abgase beim 120-PS-Benziner
  • Viel Platz, einfache Bedienung, bequemer Einstieg

 

Wer beim Neuwagenkauf keine Extravaganzen braucht, ist schnell bei den Marken Hyundai und Kia. Die Koreaner leben immer noch von ihrem Ruf, gute Autos zum kleinen Preis zu bauen. Letzteres hat sich in den letzten Jahren allerdings etwas relativiert, denn je besser Qualität und technischer Standard geworden sind, desto höher fielen auch die Preise aus.

Preise ab 12.800 Euro, 5 Jahre Garantie

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Heck des Hyundai i20 fahrend
Neu: Die auffällige Leuchtengrafik am Heck

So gibt es den VW-Polo-Konkurrent Hyundai i20 mit 75-PS-Motor zwar schon ab 12.800 Euro. Doch die getestete Version mit guter Style-Ausstattung und 120 PS starkem 1,0-Liter-Benziner kommt schon auf 19.750 Euro. Dann bleibt aber kaum ein Ausstattungswunsch offen: Selbst Klimaautomatik, Tempomat, Rückfahrkamera, Freisprecheinrichtung und eine Lenkradheizung sind an Bord – von der lobenswerten Fünf-Jahres-Garantie mal ganz abgesehen, die bei jedem Hyundai Standard ist.

Bei den Assistenzsystemen hinkte der i20 bisher immer etwas hinterher, was sich mit dem dezenten Facelift (leicht überarbeitete Front, neue Heckleuchtengrafik) geändert hat. Optional ist jetzt ein automatisches Notbremssystem erhältlich, das bis 75 km/h Unfälle vermeiden kann und nicht nur andere Autos detektiert, sondern auch Personen erkennt.

Die bisherige Spurverlassenswarnung wurde zum Spurhalteassistenten ausgebaut, kann also das Auto per Lenkeingriff in der Spur halten. Übermüdete und damit unaufmerksame Fahrer werden von einem optionalen Aufmerksamkeitsassistenten ermahnt, eine Pause einzulegen.

Vernetzt mit Google und Apple

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Cockpit des Hyundai i20
Übersichtlicher geht es kaum: Cockpit des Hyundai i20

Apple CarPlay und Android Auto hielten genauso Einzug wie ein Partikelfilter für den Turbobenziner: Er soll den Partikelausstoß mindern, um die seit September 2018 geltenden, schärferen Grenzwerte für direkteinspritzende Benziner zu erfüllen. Das klappt manierlich, der Hyundai hat vergleichsweise saubere Abgase. Und das nicht nur im Labor, sondern auch bei den Straßenmessungen des ADAC.

Beim Testverbrauch kann sich der Hyundai i20 nicht von der Konkurrenz absetzen. 6,4 Liter Super auf 100 Kilometer sind für das Kleinwagensegment kein Vorzeigewert: bei den Messungen des ADAC Ecotest führt dies zu einem CO2-Ausstoß von 149 g/km beim Fahren und nach Well-to-Wheel (CO2-Emission bei der Kraftstoffherstellung eingerechnet) zu 176 g/km. Unter dem Strich kommt der Hyundai i20 im ADAC Ecotest dennoch auf eine Bewertung von guten vier von fünf Sternen.

Wer in einem Dreizylinder-Benziner grundsätzlich einen spaßfreien Antrieb sieht, wird im Hyundai i20 eines Besseren belehrt: Aus bescheidenen 1,0 Litern Hubraum machen die Koreaner dank Turbolader 120 PS (es gibt auch eine Version mit 100), die sich gut in Szene setzen und den Kleinwagen auch auf der Autobahn nicht deplatziert wirken lassen. 190 km/h Spitze und eine Beschleunigung von 10,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind allemal mehr als ausreichend.

Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass der Motor nach dem Gas geben etwas Zeit braucht, um den maximalen Ladedruck aufzubauen. Die Beschleunigung erfolgt daher leicht verzögert. Und auch mit dem brummigen Dreizylinder-Sound muss man sich erst anfreunden. 

Viel Platz im Innen- und Kofferraum des i20

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Kofferraum des Hyundai i20
Hyundai i20 mit großem Kofferraum. Nur die hohe Ladekante stört

Von den ab Werk angegebenen 326 Litern Kofferraumvolumen bleibt der i20 nach ADAC Messungen ein ganzes Stück weit entfernt. 260 bis 985 Liter sind aber dennoch ganz ordentlich. Allerdings muss das Gepäck über eine recht hohe Ladekante gewuchtet werden. 

Die sonstigen Qualitäten des i20 sind nach dem Facelift gleichgeblieben. Das sehr übersichtliche Cockpit gefällt mit klar ablesbaren Skalen. Die Bedienung ist schnell zu durchschauen, das Platzangebot für einen Kleinwagen recht großzügig und der Einstieg bequem.

 

Testfazit

Unter den Strich ist der i20 ein gutes Angebot für vernunftorientierte Autofahrer, die sich nicht an kompliziertem Technik-Overkill abarbeiten wollen und ganz einfach einen angenehmen Begleiter für den Alltag suchen.

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Hyundai i20 T-GDI Style (pdf).

 

Technische Daten (Herstellerangaben) Hyundai i20 1.0 T-GDI Style
Motor Dreizylinder-Turbobenziner, 998 cm3, 88 kW/120 PS, 172 Nm bei 1500 U/min
Fahrleistungen 10,2 s auf 100 km/h, 190 km/h Spitze
Verbrauch 5,2 l Super/100 km, 119 g CO2/km
Maße L 4,04 / B 1,73 / H 1,47 m                    
Kofferraum 326 – 1024 l
Preis 19.750 Euro, Modellreihe ab 12.800 Euro                    
ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h
6,3 s 
Bremsweg aus 100 km/h
37,0 m
Wendekreis 10,9 m
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC EcoTest
6,4 l Super/100 km, 176 g CO2/km (well-to-wheel)
Reichweite
780 km
Innengeräusch bei 130 km/h 69,2 dB(A)
Leergewicht / Zuladung
1165 / 475 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch 260 / 580 / 985 l

 

ADAC Testergebnis
Gesamtnote: 2,8
Karosserie/Kofferraum 3,0                    
Innenraum 2,8
Komfort 3,1
Motor/Antrieb 2,6
Fahreigenschaften 
2,8
Sicherheit
2,9
Umwelt/EcoTest
2,5

 

  • Das hat uns gefallen: Üppiges Platzangebot. Gute Serienausstattung. Fünf Jahre Garantie. Einfache Bedienung. Fünf Türen Serie.
  • Das hat uns nicht gefallen: Hohe Ladekante. Für einen Kleinwagen großer Wendekreis. Relativ langer Bremsweg.

Text: Jochen Wieler. Fotos: PR.

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