Genfer Autosalon 2018: Die wichtigsten Neuheiten, alle Trends, die Tops und Flops

12.3.2018

Supersportler, Exoten und gewagte Studien, aber auch Brot- und Butter-Autos – beim Autosalon Genf vom 8. bis 18. März 2018 geht es viel um das große Spektakel. Doch neben den Hinguckern von Ferrari, Aston Martin und McLaren müssen die Hersteller vor allem beweisen, wie gut sie für die automobile Zukunft gerüstet sind. Wir zeigen die wichtigsten Neuheiten der Messe, nennen Eintrittspreise und Infos

Der Genfer Autosalon ist in diesem Jahr die wichtigste europäische Automesse

Autosalon-Ticker

+++ 9.3.2018 +++ Mercedes AMG GT 4-Türer Coupé und Peugeot 508 im Video +++ 8.3.2018 +++ Die Tops und Flops unseres Autors +++ Maybach stellt neues Lichtkonzept vor +++ Toyota streicht beim Auris die Dieselversionen +++ 5.3.2018 +++ Neues Video zum Mercedes CLS im Motorwelt-Check +++

Das erwartet die Besucher in Genf

Es dürfte wie bei jeder Automesse sein: Zwar mühen sich die Hersteller redlich, ihre Visionen für die Zukunft ins Rampenlicht zu stellen, doch die Menschentrauben werden sich an den Besuchertagen des Genfer Autosalons eher um andere Gefährte bilden. Den Autofans haben es meist die exotischen, PS-starken Boliden angetan – und davon gibt es im wohlhabenden Genf auch reichlich zu bestaunen.

Den neuen Ferrari 488 Pista beispielsweise, eine 720-PS-Rakete, die sich in 2,8 Sekunden auf 100 km/h schießt. Oder den Lamborghini Urus, ein SUV bar jeder Vernunft, der gut 200.000 Euro kosten wird und es mit einem 4,0-Liter-V8 auf unglaubliche 650 PS bringt. Spitze: Mehr als 300 km/h. 922.000 Euro muss hinblättern, wer einen der 500 McLaren Senna mit 800 PS sein Eigen nennen will.

Tipp Icon

Öffnungszeiten, Tickets, Adresse

Die Geneva International Motor Show (so der offizielle Name des Autosalons) hat vom 8. bis 18. März 2018 für Besucher geöffnet:

Montag bis Freitag: 10 bis 20 Uhr
Samstag und Sonntag: 9 bis 19 Uhr

Die Eintrittskarten kosten für Erwachsene 16 CHF, für Kinder/Jugendliche (6 und 16 Jahre) 11 CHF jeweils für einen Messetag. Ab 16 Uhr können für den gleichen Tag Tickets mit 50% Rabatt erworben werden.

Die Adresse lautet:
Palexpo
Route François-Peyrot 30
1218 Le Grand-Saconnex
Schweiz

Elektroautos sind keine Randerscheinung mehr

Da haben es Elektroautos naturgemäß schwer, die Aufmerksamkeit der Besucher zu erheischen, auch wenn sich ein Blick auf die Stromer in diesem Jahr durchaus lohnen würde. Renault zeigt zum Beispiel mit einem leistungsstärkeren Zoe (jetzt 109 statt 92 PS), dass die Franzosen das Thema E-Mobilität weiter ausbauen. Der neue Nissan Leaf hat Europapremiere, soll nun mit einer 40-kWh-Batterie rund 400 Kilometer weit kommen.

Hyundai enthüllt den voll elektrischen Kona. Und Jaguar zeigt erstmals die Serienversion des Stromers i-Pace (Video), der Mitte 2018 als veritabler Tesla-Konkurrent mit 480 Kilometern Reichweite im realitätsnahen WLTP-Zyklus auf den Markt kommen wird. Die 90 kWh-Batterie im Unterboden macht es möglich, auf die Jaguar acht Jahre Garantie gibt. In 4,8 Sekunden soll der Elektro-Jaguar auf 100 km/h sprinten. Der Basispreis liegt bei 77.850 €.

Volvo präsentiert mit Polestar gar eine eigene Elektroauto-Marke und hat den Polestar 1 als ersten Ableger im Gepäck. Als Plug-In-Hybrid mit 150 Kilometern rein elektrischer Reichweite und zusätzlichem Benzinmotor klingt er zwar durchaus praxistauglich, doch die enorme Leistung von 600 PS zeigt, dass das Erstlingswerk wohl nur für eine betuchte Minderheit eine Option sein dürfte. Mitte 2019 soll die Serienfertigung beginnen, weitere Modelle dürften folgen.

Neuer Viertürer von Mercedes AMG 

Erster Blick auf die Serienversion des AMG GT-Viertürers
Eine weitere Weltpremiere auf dem Genfer Autosalon: Mercedes präsentierte den neuen AMG GT, der oberhalb des Mercedes CLS positioniert ist. In der S-Version kommt der viertürige Sportwagen mit 4,0-Liter-V8-Biturbo und enormen 639 PS. Die Spitzengeschwindigkeit geben die Affalterbacher mit 315 km/h an. Die dominante Schnauze ist ein echter Blickfang, das rundliche Heck erinnert an Audi-Modelle. Hier geht's zum Video des Mercedes AMG GT 4-Türer Coupé.

Maybach mit neuem Lichtkonzept

Zoom-In
Der Maybach lässt Warnhinweise auf der Straße erscheinen
Bisher waren Matrix-LED-Lichter das Maß aller Dinge. Dabei konnte man praktisch immer mit Fernlicht fahren, weil bei entgegenkommenden und vor einem fahrenden Autos automatisch abgeblendet wurde. Bei der neuen Maybach-S-Klasse von Mercedes ist man schon wieder einen Schritt weiter – das Marketing-Zauberwort heißt "Digital Light". Statt eines normalen Scheinwerfers arbeitet dabei eine Art Projektor mit einer Auflösung von einer Million Pixel als Lichtquelle. Diese sollen laut Mercedes nicht nur für eine ideale Ausleuchtung mit möglichst geringer Blendung sorgen, sondern den Fahrer auch mit auf die Fahrbahn projizierten Warnhinweisen unterstützen. Die ersten Fahrzeuge mit der neuen Technik sollen noch im ersten Halbjahr 2018 auf die Straße kommen. Die Technik wird zudem in der kommenden S-Klasse (ab 2019) und später auch in günstigeren Modellen eingesetzt.

Messerundgang: Meine persönlichen Tops & Flops

 


ADAC Motorwelt Redakteur Jochen Wieler war vor Ort. Nicht alle Neuheiten auf der Automesse am Genfer See konnten ihn überzeugen, andere dafür umso mehr.

Die Tops

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Die Flops


Die Konzeptautos

Verspielte Konzeptfahrzeuge gehören zu jeder Automesse. Manchmal versteht sich die Studie aber nur als visionärer Ausblick ohne Chance auf eine Serienfertigung – wie der Rinspeed Snap – oft aber auch als deutlicher Hinweis auf ein kommendes Serienmodell wie der Mazda Kai. Der neue Mazda3 (ab Ende 2018) wird ihm sehr ähnlich sehen.


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Lexus LF-1 

So könnte ein neuer Luxus-SUV der Toyota-Tochter aussehen. Der riesige Kühlergrill macht jedenfalls schon jetzt Eindruck  

Mazda Kai

Ende 2018 kommt der neue Mazda3 auf den Markt mit dem Skyactiv-X-Motor als Mischung aus Diesel und Benziner. Die Studie Kai nimmt die Optik vorweg

Mazda Vision Coupé

Eigentlich schade, aber die Chance auf eine Serienfertigung stehen schlecht. Immerhin werden manche Stilmittel bei künftigen Mazdas zu sehen sein 

Mitsubishi e-Evolution

Die Studie wurde bereits auf der Tokyo Motor Show gezeigt. Besonderheit: Das SUV Coupé hat drei Elektromotoren

Rinspeed Snap

Nur ein Denkmodell: Der Snap fährt autonom und kann mit wechselnden Aufbauten je nach Einsatzzweck genutzt werden

Škoda Vision X

Der Vision X ist ein Vorbote des neuen, unterhalb des Karoq angesiedelten SUV. Es ist das erste Auto, das Benzin-, Erdgas- und Elektroantrieb in sich vereint

SsangYong e-SIV

Auch SsangYong kann Elektro – zumindest soll das diese futuristische Studie demonstrieren. Reichweite: 450 km

VW I.D. Vizzion

Eine luxuriöse Limousine ergänzt die Elektrofamilie von VW. In Aussicht steht eine elektrische Reichweite von bis zu 665 Kilometern

Zahlreiche Premieren von Audi A6 bis Volvo V60

Doch auch ganz gewöhnliche Autos feiern in Genf Premiere. Von der Mercedes A-Klasse über Audi A6, Peugeot 508, BMW X4, Hyundai Santa Fe und Volvo V60 bis hin zum günstigen Praktiker-Duo Citroën Berlingo und Peugeot Rifter (früher Partner) sollte für jeden Geldbeutel etwas dabei sein.

Baugleich mit den beiden Franzosen ist zwar auch der neue Opel Combo, doch den gibt es in der Schweiz nicht zu sehen. Opel hat abgesagt und wird in Genf gar nicht ausstellen. Kein gutes Zeichen für die Marke im PSA-Verbund, die als einziger großer Hersteller nicht vertreten ist. Doch wahrscheinlich hätten sich ohnehin keine Menschentrauben um den Hochdachkombi Combo gebildet.

Die Serienautos

SUV sind nach wie vor ein großes Thema – kein Wunder, schließlich weist diese Fahrzeuggattung immer noch große Zuwachsraten auf. Mittelklasselimousinen, wie die geliftete Mercedes C-Klasse, muss man dagegen mit der Lupe suchen.


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Audi A6

Der neue A6 kommt im Juni auf den Markt. Das Cockpit mit zwei Touch-screens erbt er vom A8, genau wie das 48-Volt-Bord-Netz. Alle Antriebe sind somit Soft-Hybride

BMW X4

Nach nur vier Jahren Bauzeit bekommt der X4 einen Nachfolger – mit fließenderen Formen, gestreckt auf 4,75 Meter Länge. Die Technik kommt vom X3

Citroën Berlingo

Modernisiert, aber nach wie vor steht der praktische Nutzwert im Vordergrund. Baugleich mit Peugeot Rifter und Opel Combo

Ferrari 488 Pista

Ferraris neuer Supersportler hat 720 PS und fährt über 340 km/h. Oft wird man den Italo-Renner wohl  nicht zu Gesicht bekommen

Ford Edge

Schon zwei Jahre nach seinem Debut in Europa bekommt der große Bruder des Kuga ein Facelift an Front und Heck. Nach wie vor gibt es für ihn ausschließlich Dieselmotoren

Honda CR-V

Die neue Generation des kompakten SUV sieht dem Vorgänger recht ähnlich. Jetzt gibt es ihn aber auch mit sparsamem Benzin-Hybridantrieb

Hyundai Kona Elektro

Hyundais Elektro-SUV soll mit Lithium-Polymer-Akkus 470 Kilometer weit kommen. Der Motor hat wahlweise 99 oder 150 kW

Hyundai Santa Fe

Der Santa Fe wird immer größer, optisch immer amerikanischer: Die vierte Generation ist 4,77 Meter lang und 1,89 Meter breit

Jaguar i-Pace

Der erste ernstzunehmende Tesla-Konkurrent kommt von Jaguar. Der elektrische i-Pace soll 480 Kilometer weit fahren

Kia Ceed

Der erste Kia mit Stauassistent (Level 2) kommt optisch sogar etwas unscheinbarer daher als sein Vorgänger. Marktstart: Juni 2018

Kia Optima

Im Sommer bringt Kia den gelifteten Optima. Ein 1,6-Liter-DIesel mit 136 PS ersetzt den 1,7-Liter. Er soll dann mit SCR-Kat Euro 6d TEMP erfüllen

Lamborghini Urus

Nicht wirklich fürs Gelände gedacht, eher zum Protzen für den Ocean Drive in Miami Beach. Der 650 PS starke Lamborghini Urus

Lexus UX

Lexus überrascht mit dem UX, einem kompakten SUV. Er soll sich besonders agil fahren, sein Cockpit sehr fairer-orientiert sein 

Lexus RX L

Der Luxusliner wird nun auch als Siebensitzer angeboten. Ob das den bescheidenen Absatzzahlen hilft?

Mazda6

Mit neuer Front und deutlich hochwertigerem Innenraum fährt der Mazda6 seiner zweiten Lebenshälfte entgegen

McLaren Senna

Die Hommage an Rennfahrerlegende Ayrton Senna darf natürlich nicht zu schwach sein: 800 PS sollten reichen

Mercedes C-Klasse

Leichte Modifikationen an Front und Heck – nur Kenner werden das geliftete Modell als solches identifizieren

Mercedes A-Klasse

Mit neuartiger Bedienung und künstlicher Intelligenz soll die A-Klasse zum Maßstab im Segment werden

Mercedes Maybach

Mercedes frischt das S-Klasse-Topmodell Maybach auf – mit Zweifarblackierung, eleganterem Interieur und neu gestaltetem Kühlergrill 

Mitsubishi Outlander PEHV

Der Plug-In-Hybrid soll mit neuem Motor noch sparsamer und leiser fahren. Die Batterie fasst nun 13,8 statt 12,0 kWh

Porsche 911 GT3 RS

195.000 Euro muss anlegen, wer diese 520 PS starke Sportversion des 911 haben möchte. Ein Überrollkäfig ist Serie

Peugeot 508

Auch wenn Limousinen nur noch wenig gefragt sind, probiert es Peugeot noch einmal mit dem elegant geschneiderten 508

Peugeot Rifter

Trotz Peugeot-Front gleicht er technisch seinem Bruder Citroën Berlingo. Der Hochdachkombi kommt nun auch mit Assistenzsystemen

SsangYong Musso

Der Pickup löst den Action Sports ab, kommt Mitte 2018 mit Allradantrieb und ausschließlich als Turbodiesel

Skoda Fabia

Mit neuer Optik erhält der Fabia frischen Schwung. Dieselmotoren werden nicht mehr angeboten

Toyota Aygo

Die überarbeitete Generation des Toyota Aygo ist an dem ausgeprägten "X" an der Front zu erkennen

Volvo V60

Der elegante V60 ist dem größeren V90 wie aus dem Gesicht geschnitten. Ab 40.000 Euro ist der Schwede zu haben

Text: Jochen Wieler. Fotos: PR/Wieler

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