Ford Explorer: Erste Infos zum neuen Mega-SUV

25.6.2019

Seit 30 Jahren ist der Ford Explorer einer der beliebtesten großen SUV in den USA. Jetzt kommt die sechste Generation in einer Hybrid-Version auch zu uns. Erster Fahrbericht, Bilder, Infos und technische Daten.

Ford Explorer ES fahrend
Solider Auftritt: Der neue Ford Explorer 2020
  • Der Explorer soll die auslaufenden Modellreihen Galaxy und S-Max ersetzen
  • Der Monster-SUV ist über 5 Meter lang und fast 2,30 Meter breit
  • Nur eine Hybrid Motorisierung: 3,0 Liter V6-Benzine mit 100 PS E-Maschine
  • Der Akku hat 13,1 kWh und bringt 40 Kilometer elektrische Reichweite 

 

Fast zehn Millionen Autos in knapp 30 Jahren: Was für uns der VW Golf oder zumindest der VW Polo, das ist für die Amerikaner der Ford Explorer. Denn seit 1990 die erste Genration auf den Markt kam, steht der Geländegänger an der Spitze der Zulassungen und dominiert die nach den Pick-Ups wichtigste Klasse des US-Marktes.

Kofferraum und Platzangebot sind riesig

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Der Kofferraum vom Ford Explorer ES
Ist die dritte Sitzreihe umgeklappt, schluckt das Gepäckabteil über 2270 Liter

Nach 20 Jahren Pause wird der Explorer jetzt auch in Europa wieder offiziell angeboten. Als serienmäßiger Siebensitzer soll er zugleich die Nachfolge von Galaxy und S-Max antreten, deren Tage mittlerweile gezählt sind. 

Während er in den USA – dann jedoch nur mit einem Vierzylinder von 2,3 Litern Hubraum und immerhin 300 PS – für umgerechnet kaum mehr als 30.000 Euro sehr günstig sein wird, dürfte er bei uns mit ambitioniertem Antrieb und einer standesgemäßen Ausstattung schnell das Doppelte kosten. Dafür gibt es aber buchstäblich ein Ding, das mit 5,05 mal 2,28 Metern alle von europäischen Ford-Modellen bekannten Dimensionen sprengt.

Doch in Gegenden mit viel Platz erlebt man den Geländewagen als ideale Familienkutsche, die fit ist für den Alltag wie für den Urlaub. Das liegt vor allem am unglaublichen Platzangebot: In der ersten Reihe thront man in fetten Ledersesseln, in der zweiten nimmt es der Explorer bei Kopf- und Kniefreiheit locker mit einer E-Klasse auf. Und wer sich die Kletterei auf die überraschend bequemen Klappsessel in der dritten Reihe sparen will, der lässt die Möbel auf Knopfdruck im Boden verschwinden. 

Wenn dann mit einem angedeuteten Fußtritt die Heckklappe aufschwingt, blickt man in ein Gepäckabteil, das eher an einen Cargo-Flieger als an einen Ferienclipper erinnert – schließlich fasst es bis zu 2274 Liter. Dazu gibt es noch ein Dutzend Becherhalter, Ablagen mit zusammen 123 Litern Fassungsvermögen wohin man auch schaut, für jeden Handgriff einen elektrischen Helfer sowie Gadgets und Gimmicks wie besonders schnellladende USB-Buchsen, einen Wifi-Hotspot und natürlich eine kabellose Ladeschale.

Der Innenraum ist sehr komfortabel

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Ford Explorer ES fahrend
Eher konventionell: Das Cockpit des Ford Explorer

Optisch macht der Explorer eine auffallend gute Figur – mit seinem wahlweise sportlich schwarzen oder vornehm chromglänzenden Grill, den klaren Linien und dem knackigen Heck. Innen wurde er ausstaffiert wie ein Boutique-Hotel. Nur der Bildschirm fürs Infotainment ist ein bisschen klein geraten und das Cockpit mit einem Rest von analogen Instrumenten reichlich konventionell.

In den USA gibt es neben dem EcoBoost-Vierzylinder an der Basis noch zwei 3,0 Liter große V6-Motoren mit 365 oder 400 PS und zum ersten Mal einen Hybriden, bei dem ein 3,3 Liter großer Sechszylinder und eine E-Maschine zusammen auf 318 PS kommen. 

Doch so sparsam dieser Doppelpack sein mag, so gemächlich will er bewegt werden. Zwar ist das ohnehin die bevorzugte Gangart des eher gutmütig und komfortabel abgestimmten Explorers, selbst wenn unter dem knappen Dutzend Fahrprogrammen für Antrieb, 10-Gang-Automatik und Allrad auch ein paar sportlichere sind. 

In Ermangelung eines Diesels, mit dem technologischen Anspruch als Flaggschiff und mit Rücksicht auf die wachsenden Klimasorgen der Kundschaft, wird es den Explorer bei uns ausschließlich als Plug-In-Hybriden geben – zum ersten Mal bei Ford in Europa. 

Dafür kombiniert Ford einen 3,0 Liter großen V6-Benziner von 350 PS mit einer 100 PS starken E-Maschine und einem 13,1 kWh großen Akku für immerhin 40 Kilometer elektrische Reichweite. Zusammen 450 PS und 840 Nm stark, soll dieses Tandem rein rechnerisch dann nur noch 3,4 Liter verbrauchen.

Je länger man in den USA mit dem neuen Explorer unterwegs ist, desto besser kann man sich den Wagen auch bei uns vorstellen. Klar, fehlt Ford das Image und dem Auto am Ende vielleicht doch die Finesse, als dass der Geländegigant auch bei uns gegen den Mercedes GLE, den BMW X5 oder den Range Rover Sport konkurrieren könnte. 

Aber wer statt Kia Sorento, Hyundai Santa Fe, Skoda Kodiaq oder Seat Taracco lieber ein "heimisches" Auto fahren will, kommt in dieser Klasse am Ford kaum vorbei. Denn Opel hat kein entsprechendes Modell im Programm, und der VW Touareg ist viel zu abgehoben. Mal sehen, ob der Riese auch auf deutschen Straßen "heimisch" wird.

 
Technische Daten Ford Explorer
Motor  V6-Zylinder-Turbobenziner, 257 kW/350 PS, E-Motor 74 kW/100 PS, Systemleistung 450 PS/840 Nm, 10-Gang-Automatik, Allradantrieb
Batterie Batteriekapazität 13,1 kWh, elektrische Reichweite 40 km
Fahrleistungen
k.A.
Verbrauch  3,4 l Super/100 km, 78 g CO2/km 
Maße  L 5,05 / B 2,28 / H 1,78 m
Kofferraum  max. 2274 l 
Leergewicht ca. 2000 kg, Anhängergewicht max. ca. 2500 kg
Preis k. A., wir rechnen mit ca. 60.000 €

  • Das hat uns gefallen: Viel Platz. Sehr komfortabel. Nur als Hybrid-Motorisierung erhältlich.  
  • Das hat uns nicht gefallen: Hohes Gewicht. Für europäische Städte ungeeignet.

Text: Thomas Geiger. Fotos: Ford AG.

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