Detroit Auto Show 2019: Alle Neuheiten, alle Infos

16.1.2019

Die North American International Auto Show in Detroit gehört zu den großen Auto-Messen der Welt. Wir zeigen die wichtigsten Neuheiten 2019, viele Bilder und Infos der dort präsentierten Modelle

Detroit Autoshow Aufmacher
  • Die NAIAS Detroit findet vom 19. bis 27. Januar 2019 statt
  • VW Passat, Toyota Supra, Lincoln Continental feiern hier Premiere
  • Ab 2020 findet die Automesse im Sommer statt, um ein breiteres Publikum zu erreichen

 

Seit 1907 trifft sich die amerikanische Automobilbranche im eiskalten Winter am Detroit River, und mit dem Siegeszug des Automobils begann auch der Aufschwung der Messe; ab Ende der Fünfzigerjahre stellten sogar europäische Hersteller in der "Motor City" aus. Doch seit Beginn der 2000er-Jahre kriselt es in Detroit, die einst wichtigste Auto Show der Welt verliert an Bedeutung. 

Jetzt steht die Messe vor einer Zäsur: Nachdem sich mit Mercedes, BMW und Audi große europäische Hersteller als Aussteller zurückgezogen haben und auch Jaguar und Volvo nicht dabei sind, reagieren die Veranstalter und versuchen eine Neuausrichtung: Statt ein Neuheitenfeuerwerk der Industrie zu Jahresbeginn zu zünden, das im Premieren-Reigen der kurz vorher stattfinden Consumer Electronic Show untergehen könnte, verlegen sie die Messe ab 2020 in den Sommer und hoffen so auf größere Besucherzahlen als bei frostigen Minusgraden. 

Premieren: VW Passat, Toyota Supra, Ford Explorer

Zoom-In
Der neue VW Passat auf der Detroid Autoshow 2019
Gibt die US-Version auch einen Vorgeschmack auf den neuen Europa-Passat?

Neben der internationalen Presse könnten damit auch mehr Privat-Kunden angelockt werden, denn als Publikumsschau hat die Ausstellung großes Potenzial. Denn in den weitläufigen USA sind viele Autokäufer froh, wenn sich auf einer Messe das aktuelle Angebot vieler Marken gleichzeitig anschauen können; dabei spielen Weltpremieren nicht die ganz große Rolle. 

Ein paar Neuigkeiten gibt es 2019 trotzdem zu vermelden, wenn auch eher für den amerikanischen Markt. Volkswagen feiert die Premiere des nächsten Passat – allerdings gibt es in Detroit nur die US-Version zu sehen; der Passat für Europa wird auf dem Autosalon in Genf im März enthüllt. 

Spannender, weil auch für den hiesigen Markt vorgesehen, ist der Toyota Supra. Mit mehreren Studien haben die Japaner schon die Neugier geschürt, jetzt legt der zusammen mit dem Z4 entwickelte Sportwagen sein Tarnkleid ab. Auch die Toyota-Tochter Lexus ist in Detroit vertreten und zeigt die leicht überarbeitete Top-Version des Sport-Coupé RC F und  macht mit der seriennahem Cabrio-Studie des LC Lust auf den Sommer. 

Ebenfalls aus Japan kommt die Elektro-Crossover-Studie QX Inspiration nach Detroit, mit der Infiniti einen Ausblick auf das zukünftige Markendesign geben will – den großen Messeauftritt während der Pressekonferenz hat das Concept Car aber wegen eines technischen Defekts verpasst.

Infinitis Mutter Nissan zeigt in Detroit, neben dem schon auf der CES in Las Vegas enthüllten Leaf E+ (ab 46.500 Euro) mit größerer 62-kWh-Batterie und 385 Kilometern Reichweite, die Studie IMs – eine elektrisch angetriebene Sportlimousine, die natürlich auch autonom fahren kann.

Neuheiten von Subaru, Kia und GAC aus China

Zoom-In
Automesse Detroit Subaru S209
Subaru S 209: Erfolgreich nur in den USA

Ebenfalls eine Elektro-Studie hat der chinesische Hersteller GAC mit dem Entranze EV an Bord. Wider dem Trend zum SUV setzen die Asiaten dabei auf eine für ein Concept-Car recht unspektakuläre Van-Karosserie, die Platz für die ganze Familie bieten soll. zu technischen Details verrät GAC noch nichts, allerdings geben die Chinesen bekannt, ab 2019 in den USA Autos verkaufen zu wollen – vorerst aber wahrscheinlich die konventionell angetriebenen SUV. 

Deutlich handfester als die wenigen Studien präsentiert sich Kia: Die Koreaner zeigen mit dem Kia Telluride die Serienversion eines großen SUV für acht Personen, der bereits als Studie zu sehen war. Ein weiteres SUV seht am Cadillac-Stand erwartet: Der XT6 hat drei Sitzreihen, und zwängt sich mit gut fünf Meter Länge zwischen XT5 und Escalade. Schon am Vorabend der Messe hat Cadillac außerdem mit einem noch namenlosen Concept Car seine erste Elektro-Studie überhaupt gezeigt.

Einen echten Hingucker gibt es am Lincoln-Stand: Die Ford-Tochter zeigt in Detroit ein Sondermodell der Continental-Limousine zum 80. Firmenjubiläum mit gegenläufig öffnenden Türen. Ford selbst dagegen hat die Neuauflage des Geländewagens Explorer dabei. Der hat schon wenige Tage vor der Messe seine Premiere gefeiert, zeigt sich auf der NAIAS aber als Hybrid und sportliches ST-Modell. Noch viel sportlicher ist der Ford Shelby GT500: Die Top-Version des Ford Mustang hat stolze 709 PS unter der Haube, kommt aber wie der Explorer nicht auf offiziellem Weg nach Deutschland.

Das gilt auch für den Subaru S209: Regelmäßig legen die Japaner Sondereditionen des Kompakt-Sportlers WRX STi auf, der bei uns inzwischen komplett vom Markt verschwunden ist. Beim S209 steigt die Leistung von 300 auf 346 PS, dazu kommen umfangreiche Optimierungen am Fahrwerk. Die hatten auch die neuen Schwerlast-Versionen des Dodge-Pick-ups Ram nötig. Der optional mit Doppelbereifung an der Hinterachse angebotene Ami wuchert mit bis zu 3,5 Tonnen Zuladung und einer Zuglast von fast 16 Tonnen.

 

Hier finden Sie erste Bilder und Informationen

Automesse Detroit VW Passat

Unspektakuläre Limousine: VW Passat (US-Version)

Der neue US-Passat orientiert sich optisch stark am Arteon und wirkt deutlich sportlicher als die bisher eher biedere Limousine. Unterm Blech bleibt aber alles beim alten, die Amerika-Version nutzt weiterhin die alte Plattform und wird nicht auf den Modularen Querbaukasten umgestellt. Im Zuge der Neuauflage profitiert der Passat von den neuesten Assistenzsystemen und LED-Scheinwerfern. Auch in den USA ist der V6-Motor allerdings Geschichte, VW verbaut nur noch aufgeladene Vierzylinder.

Automesse Detroit Toyota Supra

Legendärer Sportwagen: Toyota Supra

17 Jahre ist es her, seit der letzte Supra vom Band gelaufen ist. Das warten auf die Neuauflage hat sich gelohnt: Der Technik-Bruder des BMW Z4 kommt mit einem spektakulären Retro-Blechkleid, das kaum an die Münchner Verwandtschaft erinnert. Innen und vor allem unter der Haube wird die Nähe aber deutlich: Vorerst einziger Antrieb ist der 340 PS starke Reihensechszylinder, der im Z4 als M40i firmiert. Dank einer geänderten Fahrwerksabstimmung und etwas weniger Gewicht hängt das japanische Coupé den deutschen Roadster beim Standardsprint (4,3 Sekunden) aber um drei Zehntel ab. Nahezu identisch ist der Preis, Toyota ruft 62.900 Euro für den quasi vollausgestatteten Supra auf.

Der neue Kia Telluride auf der Detroid Autoshow 2019

Großer SUV: Kia Telluride

Bis zu acht Personen passen in den großen Kia, der das SUV-Angebot der Koreaner in den USA nach oben abrundet. Optisch unterscheidet sich das SUV deutlich von anderen Kia-Modellen, selbst der obligatorische "Tigernasen"-Kühlergrill ist auf ein Minimum zu. Typisch koreanisch ist dagegen der aufgeräumte Innenraum. Angetrieben wird der Hochbeiner vom gleichen Motor wie sein Konzernbruder Hyundai Pallisade: ein 3,8-Liter-V6 mit rund 300 PS.

Automesse Detroit Lincoln Continental Anniversary

Geburtstagskind: Lincoln Continental

Zum 80. Firmenjubiläum legen die Amerikaner ihre Limousine Continental in einer zunächst auf 80 Einheiten limitierten Sonderedition auf – mit verlängertem Radstand und nach hinten öffnenden Selbstmördertüren im Fond. Die Luxus-Limousine mit 406 V6-PS unter der Haube soll rund 100.000 US-Dollar kosten.

Automesse Detroit Infiniti QX Inspiration

Elektroauto: Infiniti QX Inspiration

Der Elektro-Crossover QX Inspiration sollte eigentlich die neue Designsprache der Japaner ankündigen, hat seinen großen Auftritt während der Pressekonferenz aber wegen eines technischen Defekts verpasst. Später wurde die Studie noch ins Rampenlicht geschoben, sorgte dort allerdings für gemischte Reaktionen: Das Heck erinnert stark an den Audi Q8, die Front wirkt uninspiriert. Zu den technischen Details macht Infiniti keine Angabe.

 

NAIAS Messe-Infos

Die Messe im Cobo Center (direkt am Detroit River gelegen) ist für Besucher vom 19. bis 27. Januar zwischen 9 und 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 14 US-Dollar für Erwachsene, Kinder zahlen 7 US-Dollar. Weitere Informationen gibt es auf der Website der North American International Auto Show*. 

Achtung: Besucher sollten sich warm anziehen, die Temperaturen in Detroit sinken im Januar oft auf minus zehn Grad und weniger.

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Automesse Detroit Cadillac XT6

Maxi-SUV: Cadillac XT6

Zwischen XT5 und Escalade hat Cadillac noch eine Lücke für sein neues Fünf-Meter-SUV XT6 gefunden. Der reiht sich nahtlos in das scharfkantige Marken-Design ein, bietet Platz für bis zu sieben Personen und zeigt sich auch beim Antrieb recht konventionell: Ein 3,6-Liter-V6, der auch im Camaro zum Einsatz kommt, sorgt mit 314 PS für standesgemäßen Vortrieb. Immerhin: Bei Nicht-Bedarf werden zwei der sechs Zylinder abgeschaltet.

Automesse Detroit Ford Explorer

Ford Explorer: Großer Hybrid-SUV

Kurz nach der Premiere des neuen Explorers mit Vier- und Sechszylinder schiebt Ford auf der Auto Show zwei weitere Versionen des SUV im Mercedes-GLE-Format nach: Der Hybrid setzt trotz Elektro-Unterstützung auf einen großvolumigen 3,3-Liter-V6 als Benziner-Basis, zusammen entwickeln beide 322 PS. Der Verbrauch liegt bei nicht gerade geringen zehn Litern. Zweite Neuheit ist der Explorer ST, eine Sport-Version mit doppelt aufgeladenem 405-PS-V6.

Automesse Detroit Ford Mustang Shelby GT

Power-Mustang: Ford Shelby GT 500

Mit dem Shelby GT500 treibt Ford das Leistungsstreben auf die Spitze. Das Top-Modell der Mustang-Baureihe ist der bislang stärkste Serien-Ford und wird von einem 5,2 Liter großen Kompressor-V8 befeuert. Im Datenblatt stehen 709 PS, zum Drehmoment macht Ford noch keine Angaben. Schon jetzt aber verraten die Amis, dass der Mustang mit den breiten Backen und der bissigen Cobra im Kühlergrill in rund 3,5 Sekunden von Null auf 100 sprintet und die in den USA übliche Viertelmeilen-Distanz in weniger als elf Sekunden runterreißt.

Automesse Detroit Dodge Ram Heavy Duty

Dodge Ram Heavy Duty: Ein Dienstwagen für Thor

Dodge rückt die Schwerlast-Versionen 2500 und 3500 seines Pick-ups Ram ins Rampenlicht, die mit dreieinhalb Tonnen Zuladung und einer maximalen Zuglast von fast 16 Tonnen wuchern. Dementsprechend kräftig fallen auch die Antriebe aus: Standard-Triebwerk ist ein 6,4-Liter-V8, der 416 PS und 582 Newtonmeter Drehmoment liefert. Alternativ steht ein 6,7-Liter-Reihensechszylinder-Turbodiesel bereit. Der Selbstzünder kommt zwar nur auf 405 PS, tritt aber mit unwirklichen 1356 Newtonmeter. 

Text: Michael Gebhardt. Fotos: Michael Gebhardt, PR.

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