Auto & Innovation

BMW Z4: Erste Testfahrt im Prototyp

4.6.2018

Der neue BMW Z4 soll alles besser machen als sein Vorgänger: Als klassischer Roadster mit Stoffdach, sportlichem Fahrwerk und bis zu 350 PS soll er vor allem Fahrspaß bieten. BMW will vor allem dem Porsche 718 Boxster, aber auch Mercedes SLC und Audi TT Konkurrenz machen. Erster Fahrbericht im Erlkönig

Auf der Testrecke: Der neue BMW Z4 Roadster im Tarnkleid

BMW-Fahrer sollten sich schon mal an kurze Nächte gewöhnen. Denn wenn die Bayern im Frühjahr endlich die nächste Generation des Z4 an den Start bringen, werden Open-Air-Freunde öfter mal früher raus müssen: "Wir haben ein Auto für die einsamen Landstraßen eines Sonntagmorgens gebaut und keines für die Kaffeefahrten am Nachmittag" sagt Jos van As, der die Fahrdynamik-Entwicklung bei BMW verantwortet und zur ersten Testfahrt mit dem Prototyp bittet: War der Z4 zuletzt ein weichgespültes Schönwetterauto, soll daraus ein waschechter Sportwagen werden, der sich eher nach dem Porsche 718 Boxster streckt, als nach Audi TT oder Mercedes SLC.

Der Zweisitzer wird bei Magna gebaut

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Die breitere Spur und ein kürzerer Radstand sorgen für Agilität

Dafür haben die Entwickler den bei Magna in Graz gebauten Zweisitzer auf eine neue Plattform gestellt, die Proportionen verändert und das Fahrwerk aufwendiger konstruiert: Eine deutlich breitere Spur und ein kürzerer Radstand sorgen gemeinsam mit einem Zentner Gewichtsabbau für die nötige Agilität.

Die variable Sportlenkung, adaptive Dämpfer sowie ein elektronisch geregeltes Differenzial an der Hinterachse bringen dazu die optimale Kontrolle. Im Komfort-Modus gibt der Z4 noch immer den bequemen Cruiser, aber in den anderen Set-ups wird er zu einem leidenschaftlichen Kurvenräuber, der an die Grenzen der Fahrphysik gehen kann.

Die Musik zu diesem Roadmovie spielt der drei Liter große Sechszylinder, der den Zweisitzer zum Z4 M40i macht: 350 PS und 500 Nm dürften für einen Sprintwert deutlich unter fünf Sekunden reichen. Wer die Achtgang-Automatik von BMW kennt, der weiß, dass es dem Wagen auch an Elastizität beim Zwischenspurt nicht mangeln wird. So wird jede Runde auf dem Testgelände zum Genuss und spätestens, wenn sich die Schallklappen im Sportauspuff öffnen, wissen auch die Nachbarn, welchen Spaß man gerade hat.

Leider wird sich BMW diesen Spaß teuer bezahlen lassen. Denn für unter 60.000 Euro dürfte der Z4 M40i kaum zu haben sein. Aber wer etwas Geduld hat, muss nicht ganz so tief in die Tasche greifen. Schließlich wird es den Roadster im Lauf des nächsten Sommers auch mit Vierzylindern geben, so dass der Preis der rund 200 PS starken Basisversion in die Nähe von 40.000 Euro rücken dürfte.

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Der Wechsel vom Gleiter zum Fighter ist aber nicht die einzige Neuerung. Zugleich haben die Bayern Form und Format neu justiert: Der Z4 ist acht Zentimeter länger und sieben Zentimeter breiter geworden, sieht viel bulliger und schnittiger aus und trägt zwischen den schmalen Scheinwerfern erstmals eine Niere mit Gitteroptik statt Längsstreben. Er bekommt ein moderneres Cockpit, ein zeitgemäßes Infotainment-System und wird mit einem vollwertigen Head-up-Display angeboten.

Das Dach öffnet sich in 10 Sekunden – bis Tempo 50

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Starker Auftritt auch in Kurven: Der Z4 bei schnellen Richtungswechseln

Und vor allem findet er beim Dach zurück zur alten Schule: Nachdem der letzte Z4 noch mit einem Hardtop daherkam, präsentiert sich der neue wieder mit einer klassischen Stoffmütze. Die sieht nicht nur besser aus, sondern ist auch praktischer. Bis Tempo 50 öffnet und schließt sie binnen zehn Sekunden auch während der Fahrt, und der Kofferraum fasst bei offenem und geschlossenem Dach 265 Liter – also deutlich mehr als beim letzten Roadster in der Sonnen-Stellung.

Aber wer dem Hardtop nachweint, den schicken die Bayern schweren Herzens zur Konkurrenz. Schließlich liefert BMW die Basis für die neue Generation des Toyota Supra, der kurz nach dem Z4 von den gleichen Bändern bei Magna in Graz läuft – als klassisches Coupé.

 


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Text: Thomas Geiger. Fotos: PR.

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