Neuer BMW X5: Größer und komfortabler

7.9.2018

Im November 2018 kommt die vierte Generation des BMW X5 auf den Markt. Der SUV ist wieder größer geworden, bietet jetzt bis zu sieben Personen Platz und einige technische Highlights. Erste Daten, Fakten und ein Preisrahmen

Weißer BMW X5 fahrend von vorne
Neuer BMW X5: Am auffälligsten an der Front ist die riesige Niere
  • Auf 4,92 Meter Länge Platz für bis zu sieben Personen
  • 265 bis 400 PS, 2019 kommt ein Plug-in-Hybrid
  • Mit rund 67.000 Euro hohes Preisniveau

 

Als der BMW X5 auf der Auto Show in Detroit 1999 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war nicht jeder Fan der Marke sofort begeistert. Ein Geländewagen? Von BMW? Völlig abwegig, kauft doch eh keiner. Knapp 20 Jahre später ist aus dem SUV-Erstversuch eine sehr erfolgreiche X-Familie mit sechs Modellen vom X1 bis X6 geworden. Bald kommt noch der riesige X7 dazu.

Im November wird die vierte Generation des X5 bei den Händlern stehen. Eigenartigerweise hält BMW an der Zusatzbezeichnung "SAV" (Sports Activity Vehicle) eisern fest. Was 1999 zur Abgrenzung zu den bräsigen Geländehaudegen mit Starrachse noch wichtig war, wirkt heute schlicht überflüssig. Denn sportlich zu fahren sind alle SUVs (Sports Utility Vehicle) mittlerweile, da ist der X5 keine Ausnahme mehr.

Mehr Platz und sieben Sitze: Der X5 wird praktischer

Zoom-In
Weißer BMW X5 fahren von der Seite
Mächtig: Die Räder des X5 sind bis zu 22 Zoll groß

Wie seine Vorgänger kommt dieser X5 aus dem US-Werk in Spartanburg und dürfte in den Staaten auch viel Anklang finden. Durch seine auffällig breite Niere wirkt er nicht nur mächtiger als zuvor, er ist es auch. In allen Dimensionen hat der X5 zugelegt und kommt nun auf 4,92 Meter Länge (+4 cm), 2,00 Meter Breite (+6) und 1,45 Meter Höhe (+2).

Das mag Vorteile beim Platzangebot und dem Kofferraumvolumen (645 bis 1860 Liter) haben und lässt jetzt auch eine dritte Sitzreihe zu, so dass bis zu sieben Personen Platz finden. Doch auf engem europäischen Parkraum sind solche Kolosse immer schwerer zu handhaben.

Das Armaturenbrett wirkt nicht übertrieben modern, obwohl BMW auf analoge Instrumente gänzlich verzichtet und allein auf Bildschirme setzt, deren Inhalte sich je nach Geschmack personalisieren lassen. Trotz Touchscreen, Sprach- und Gestensteuerung hat sich BMW nicht vom iDrive-Knopf neben dem Automatikwählhebel verabschieden wollen. Konkurrent Audi setzt bei seinen neuen Modellen A6, A7 und A8 ausschließlich auf Touchscreens und hat den Dreh-Drücksteller mittlerweile entsorgt.

Mit kabelloser Ladefunktion fürs Smartphone ist der X5 nun up to date und ein Display-Schlüssel zeigt wie bei 5er und 7er verschiedene Fahrzeugzustände (zum Beispiel die aktuelle Reichweite) an. Was der BMW jetzt auch kann: den Innenraum parfümieren, Fahrer und Beifahrer massieren und im Cupholder Getränke kühlen oder wärmen. Die Laderaumabdeckung surrt elektrisch in den Ladeboden.

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Alles ganz nett, aber nicht wirklich revolutionär, auch das optionale Laserlicht kennt man schon. Neu ist, dass der X5 mit anderen BMWs vernetzt ist, so dass zum Beispiel Gefahrenmeldungen rasch weitergegeben werden können.

Durch verbesserte Assistenzsysteme geht es wieder einen halben Schritt weiter in Richtung automatisiertes Fahren. Der Parkassistent funktioniert zum Beispiel ohne dass der Fahrer Gas gibt und bremst. Einmal aktiviert, rollt das Fahrzeug von selbst in die Lücke. Zudem werden neben den üblichen Helfern ein Spurhalteassistent mit Seitenkollisionsschutz und Ausweichhilfe, ein Querverkehrs-, Vorfahrts- sowie eine Falschfahrwarnung angeboten.

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265 bis 400 PS zur Markteinführung

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Weißer BMW X5 fahrend von hinten
Die Zeit der L-förmigen Heckleuchten scheint bei BMW vorbei zu sein

Keine Revolution bei den Motoren. Zum Marktstart werden in Europa drei Reihensechszylinder angeboten, jeweils in Kombination mit 8-Gang-Automatikgetriebe. Die Leistung reicht von 265 PS im X5 xDrive30d über 340 im einzigen Benziner xDrive 40i bis zu 400 PS im X5 M50d. Einen X5 mit Schaltgetriebe wird es wohl nicht mehr geben.

Weitere Motoren werden noch folgen, unter anderem eine Plug-in-Hybridversion, die für 2019 angekündigt wurde. Letztere könnte den X5 zumindest auf dem Papier zum Spritsparen erziehen: Schon der Vorgänger fuhr rund 40 Kilometer rein elektrisch und kam auf einen Normverbrauch von 3,4 Litern Super sowie 15,4 kWh Strom auf 100 Kilometer.

Das neue Modell soll sogar 80 Kilometer elektrische Reichweite haben und bis 140 km/h rein elektrisch fahren können. Beim Vorgänger musste der Verbrenner bereits ab 120 km/h eingreifen. Den Verbrauch des Plug-in-Hybriden namens BMW X5 xDrive45e iPerformance gibt der Hersteller im kombinierten Betrieb mit 2,1 Litern Super und 23 kWh Strom je 100 Kilometer an. Mit einer Gesamtleistung von 394 PS soll der "grüne" X5 in 5,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 sprinten.

Neue Fahrwerke und ein optionales Offroad-Paket mit vier Fahrmodi (Sand, Fels, Schotter, Schnee) sollen den X5 noch geländetauglicher machen. Die Fahrzeughöhe lässt sich zum Beispiel per Knopfdruck oder per Fernbedienung am Fahrzeugschlüssel um 80 Millimeter variieren. Eine Zweiachs-Luftfederung macht's möglich. 

Die Preise stehen noch nicht fest, werden aber wohl leicht über dem Vorgänger liegen. Im Fall des x30d also bei rund 67.000 Euro.

Text: Jochen Wieler. Fotos: PR.

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