BMW M850i: Testfahrt im Luxus-Sportwagen

8.11.2018

Mit dem bärenstarken BMW M850i xDrive Coupé lassen die Bayern die Muskeln spielen. Erster Fahrbericht unserer Test-Redaktion, Daten, Video & Preise

  • Stark: Der BMW M850i bietet 530 PS und 750 Nm Drehmoment
  • Schnell: Das Luxus-Coupé spurtet In 3,7 Sekunden auf Tempo 100
  • Teuer: Mindestpreis 125.700 Euro

 

Erfolg macht träge, faul und langsam. Das haben sie jetzt auch bei BMW erkannt und wollen in der Oberklasse durchstarten. Wenn Ende November zu stolzen Preisen ab 100.000 Euro der wiedergeborene Achter kommt, zielt er direkt auf Autos wie den Porsche 911 oder den AMG GT.

"Das wird ein echter Traumwagen für Gentlemen-Driver", schwärmt Marketing-Mann Carsten Groeber, der in München die Luxusklasse verantwortet. "Die 8 im Namen gibt es nur für ganz besondere Autos."

Besonders macht den neuen Achter nicht nur sein Design, das den 4,84 Meter langen, 1,35 Meter flachen und stolze 1,90 Meter breiten Wagen provozierend aussehen lässt. Die Bayern wollen auch eine große Nähe zur Rennstrecke demonstrieren und starten daher gleich mal mit einem M-Performance-Modell.

Bei 250 km/h ist Schluss

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BMW m850i
Das 8er-Coupé macht sich mit seinem Heck richtig breit

Zur Jungfernfahrt bitten sie nicht im 840d, der mit seinen 320 PS und seinem Normverbrauch von 6,1 Litern vor allem ein Alibi für die Preisliste und die CO2-Bilanz ist, sondern mit dem M850i. Der kostet mindestens 125.700 Euro, fährt aber mit 530 PS und 750 Nm sowie einem Sprintwert von 3,7 Sekunden tatsächlich in der Porsche-Liga. Nur beim Spitzentempo kann er nicht mithalten, weil BMW bei 250 km/h Schluss macht und nur den echten M-Modellen freien Auslauf gewährt.

Der Achter ist für ein Auto seines Formats überraschend handlich und agil, hat also durchaus das Zeug zum Rennwagen. Seine knapp fünf Meter und seine beinahe zwei Tonnen kaschieren die Bayern ausgesprochen wirkungsvoll – selbst wenn sie dafür einen hohen Aufwand treiben: Ein Allradantrieb, der wann immer möglich der Hinterachse den Vorzug gibt, ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial im Heck, die Allradlenkung und eine sehr präzise, sehr direkte Fahrzeugführung.

BMW m850i in Fahrt
Chef-Dynamiker: Das BMW 8er-Coupé in der M-Version

Das Coupé gründet die 8er-Familie

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Cockpit des BMW m850i
Typisches BMW-Design – mit Glas-Applikationen auf dem Schaltknauf!

So faszinierend sich der Achter auch fährt, so imposant seine Katalogwerte sind und so handlich sich der Wagen anfühlt, kann er es doch nicht ganz mit AMG GT oder Porsche 911 aufnehmen. Deshalb gibt es neben der üppigen Leistung auch reichlich Lack und Leder bis hin zu Glasapplikationen auf Schaltknauf, Startknopf und iDrive-Controller. Dazu kommt ein Heer von Assistenzsystemen.

Zum Start des Achters gibt es auch noch Varianten: Einen 320 PS starken 840d xDrive und Derivate wie das Cabrio und das Gran Coupé sind für das nächste Jahr ebenfalls bestätigt – alles sicher interessante Alternativen für die Genießer unter den Gentleman Drivern, aber weniger für PS-Puristen.

Wenig Platz im Fond

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Rückbank des BMW m850i
Zumindest für Kleinkinder reicht der Platz hinten

In der Luxuswertung wird er allenfalls zweiter Sieger. Denn die Rückbank ist eine Zumutung, weil der Zustieg nur Gummimenschen gelingt, die Knie nur bei Kleinkindern hinter die Vordersitze passen und der Kopf schnell am Dachhimmel schleift. Das Ambiente ist zwar nobel, unterscheidet sich aber eher in Petitessen von anderen, vermeintlich banalen Neuerscheinungen wie dem X5. Im Panamera sitzt man unterm Strich bequemer und in der S-Klasse geht es am Ende doch ein bisschen vornehmer zu.

Egal, der Achter ist sportlicher als jeder andere BMW, leidenschaftlicher gezeichnet und trotzdem immer und überall in der Wohlfühlzone – ein toller Kompromiss zwischen Luxus und Leistung.

Herstellerangaben BMW M850i
Motor 4,4 Liter V8-Turbobenziner, 390 kW/530 PS, 750 Nm bei 1800 - 4600 U/min 
Fahrleistung 3,7 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze
Verbrauch 9,7 l Super/100 km, 221 g CO2/km
Kofferraum 420 l
Maße L 4,85 / B 1,90 / H 1,35 m 
Preis 125.700 € (Baureihe ab 100.000 €)


Text: Thomas Geiger, Thomas Kroher. Fotos: PR.

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