Audi A6 Avant: Testfahrt im Kombi

18.10.2018

Der neue Audi A6 Avant ist größer, sauberer und dynamischer geworden. Wie gut sich der Kombi fährt, klärt der Fahrbericht unserer Testredaktion. Plus: technische Daten, Motoren, Preise, Video, Crashtest

  • Alle Motoren des Audi A6 Avant sind als spritsparende Mildhybrid ausgelegt
  • Audi bietet für das Vielfahrer-Auto mehrere Fahrwerke mit unterschiedlichen Komfortstufen an
  • Konkurrenten sind die Kombiversionen von Mercedes E-Klasse, Volvo V90 und BMW 5er

Obwohl Geschmäcker bekanntlich verschieden sind – die Mehrheit der Autofahrer wird den neuen Kombi vom Audi A6 optisch sehr gelungen finden. Ein wenig schlanker und dynamischer kommt er im Vergleich zum Vorgänger daher. Was vor allem an der nach hinten abfallenden Dachlinie und der schrägeren Heckklappe liegt. Bei unserer Testfahrt muss der Kombi beweisen, wie gut er sich im Alltag macht.

Größer trotz schlankerem Design

Silberner Audi A6 Avant stehend von vorne
Die Front und die Seitenlinie sind stärker akzentuiert als beim Vorgänger

Tatsächlich ist der A6 Avant aber größer geworden – in Länge, Breite und Höhe. Verantwortlich für den Platzgewinn im Innenraum ist der um fast drei Zentimeter längere Radstand, was sich vor allem für die Mitfahrer auf der Rückbank auswirkt. Dagegen hat der Kofferraum nichts an Volumen hinzugewonnen, er soll nach Angaben von Audi 565 bis 1680 Liter Gepäck fassen können. Diese Messwerte werden die ADAC Ingenieure demnächst bei ihrem Test überprüfen.

Beim Fahren des neuen A6 Kombi fällt erst einmal auf, dass zunächst nichts Grundsätzliches auffällt. Der Audi A6 war schon immer ein perfektes Auto für die Langstrecke. Und das bleibt er auch. Eins ist aber doch erstaunlich anders: der kleine Wendekreis. Voraussetzung dafür ist, dass der Kunde die Allradlenkung (1900 € extra) bestellt. Laut Audi reduziert sich der der Radius dann von 12,1 auf 11,1 Meter – ein riesiger Unterschied.

Kräftige Diesel und Benziner

Silberner Audi A6 Avant von der Seite
Der neue A6 Avant ist 1,2 Zentimeter länger, 2,4 breiter und 0,6 höher  

Zur Markteinführung gibt es ab sofort drei Dieselmotoren. Einen 2,0-Liter-Vierzylinder-TDI mit 204 PS, der stets in Kombination mit siebenstufiger Automatik und Frontantrieb angeboten wird, sowie einen Dreiliter-V6-TDI mit Allradantrieb und Achtstufenautomat, wahlweise 231 oder 286 PS stark. Im Oktober soll ein 2.0 TFSI Benziner mit 245 PS dazu kommen.

Der 2.0 TDI machte bei der ersten Ausfahrt den harmonischsten Eindruck. Schon dieser kleine Diesel ist kraftvoll genug, läuft kultiviert und arbeitet gut mit dem siebenstufigen Automatikgetriebe zusammen. Insofern wird er nicht nur aus Kostengründen der bevorzugte Antrieb sein. Zumal der Grundpreis für das Frontantriebsmodell immerhin 51.650 € beträgt. 8,3 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h, eine Höchstgeschwindigkeit von 241 km/h und einen Kraftstoffverbrauch von 4,5 Liter Diesel pro 100 km gibt Audi für den 2.0 TDI an. Braucht man mehr?

Den von uns gefahrenen 3.0 TDI empfanden wir als etwas aufdringlich im Klang und fast als übermotorisiert. Wer diesen Top-Diesel zudem mit allem ausrüstet, was die Preisliste hergibt, der knackt unweigerlich die 100.000-Euro-Marke. Wer kein Vielfahrer ist, keinen Diesel mag oder vor allem auf Laufkultur Wert legt, greift zum 2.0 TFSI. Der surrt im Normalfall sonor vor sich hin, dreht bei Bedarf zügig und mit kernigem Klang hoch. Einziger Nachteil: Der Kraftstoffkonsum dürfte in der Praxis Richtung zehn Liter gehen.

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Typisch Audi: Beste Verarbeitung im Innenraum

Audi A6 Avant Cockpit
Wie die Limousine: Digitales Cockpit mit zwei Touchscreens

Ein Mildhybrid-System sorgt im Übrigen in allen Motorversionen des A6 Avant dafür, dass rekuperierte Energie gespeichert wird und den Motor bei der Stromerzeugung entlastet. Ist kein Schub erforderlich, schaltet sich der Motor unterwegs immer wieder automatisch ab und segelt, bis der Fahrer wieder Gas gibt. Was prima und fast unmerklich funktioniert.

Bei den Vierzylindern wird für das Mildhybridsystem das herkömmliche 12-Volt-Bordnetz benutzt. Die V6-Aggregate arbeiten mit einem 48-Volt-System und zusätzlichem Lithium-Ionen-Akku. Damit soll der Kraftstoffverbrauch um bis 0,7 Liter reduziert werden können. Zur Unterstützung des Antriebs und Überwindung des Turbolochs (wie beim Audi Q7) wird das 48-Volt-System im A6 Avant nicht genutzt.

Mit Stolz verweist Audi auf die Wahlmöglichkeiten bei den neuen Fahrwerken. Angeboten wird neben dem Serienfahrwerk, das ohnehin schon über drei Einstellungen (drive select) verfügt, ein Sportfahrwerk (420 € extra) sowie eins mit elektronischer Dämpferregelung (1130 € extra). Als Topvariante steht eine Luftfederung (2000 € extra) in der Preisliste, für all diejenigen, die dem Federungskomfort höchste Priorität einräumen.

Zweifelsohne die größten Unterschiede zum Vorgänger sind im voll digitalen Cockpit und bei der Bedienung des A6 zu finden. Das kennen wir aber ja alles schon von der A6 Limousine.

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Technische Daten
Audi A6 Avant 40 TDI
Motor                     Vierzylinder-Turbodiesel, 1968 cm3, 150 kW/204 PS, 400 Nm bei 1750 U/min
Antrieb Frontantrieb, 7-Gang-Automatik 
Fahrleistungen                     8,3 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 241 km/h
Verbrauch                    

4,5 l Diesel/100 km, CO2-Ausstoß: 119 g/k

Maße   L 4,94 / B 1,89 / H 1,47 m
Leergewicht   1785 kg
Kofferraum  565 – 1680 Liter
Preis  51.650 € 
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Audi A6 2018

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Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: PR.

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