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Tokyo | 24.10.2019

Tokyo Motor Show 2019: Autonom und elektrisch in die Zukunft

Tokio Motorshow Neuheiten Toyota
Toyotas Studie LQ Concept fährt autonom
Sportwagen mit 600 PS, Elektroautos und neue Konzeptfahrzeuge – bei der Tokyo Motor Show haben vor allem die asiatischen Hersteller einen großen Auftritt. Die Neuheiten von Mazda, Toyota, Nissan und Honda.
  • Tokyo Motor Show findet vom 24. Oktober bis 4. November 2019 statt
  • Elektrofahrzeuge und Studien im Fokus 
  • Toyota zeigt zweite Generation des Mirai, Mazda den elektrischen MX-30

Seit 65 Jahren zählt die Tokyo Motor Show zu den fünf großen Automessen. Alle zwei Jahre zeigen die Hersteller auf der Makuhari-Messe, dem bekanntesten Messegelände Japans, ihre Pkw- und Motorrad-Neuheiten. Beim diesjährigen Motto "Open Future" soll die ganze Bandbreite der Möglichkeiten gezeigt werden, die die Mobilität der Zukunft bietet. Neben den Serienfahrzeugen japanischer, chinesischer, koreanischer, europäischer und amerikanischer Hersteller zählen vor allem die futuristischen Technik-Studien japanischer Marken zu den Höhepunkten.

Der große SUV-Boom scheint in Japan nicht angekommen zu sein. Beliebter sind nach wie vor Kompakt- und Kleinwagen, lange Vans und die Kei-Cars. Sie machen rund ein Drittel der Neuzulassungen aus. Die Mini-Fahrzeuge dürfen maximal 3,39 Meter lang und 1,47 Meter breit sein, der Motor darf höchstens 660 cm³ Hubraum haben. Kei-Cars werden in Europa nicht angeboten.

Mazda zeigt MX-30 als erstes Elektroauto

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Tokio Motorshow Neuheiten Mazda
Mazdas elektrischer MX-30 kann bereits vorbestellt werden

Nach dem Honda e, der auf der IAA vorgestellt wurde, bringen die Japaner nun weitere Elektrofahrzeuge. So wird in Tokyo eine überarbeitete Version des Sports EV stehen. Das E-Auto fällt durch seine kreisrunden Scheinwerfer, die breiten C-Säulen und das coupéhafte Heck auf. So wirkt der Wagen deutlich sportlicher als der Honda e.

Mazda präsentiert mit dem MX-30 sein erstes vollelektrisches Fahrzeug. Der Stromer kommt voraussichtlich ab Mitte 2020 zu Preisen ab 33.990 Euro in der Version "First-Edition" nach Deutschland. Optisch gleicht das neue Elektro-SUV dem Volvo CX-40, die gegenläufigen Türen erinnern an den BMW i3 und an den Mazda RX-8. Dadurch verzichtet Mazda auf die B-Säule, der Einstieg in den Fond fällt leichter.

Als Antrieb dient ein Elektro-Synchron von Hitachi, die im Fahrzeugboden platzierte Lithium-Ionen-Batterie von Panasonic. Mit einer Kapazität von 35,5 kWh reicht eine Akkuladung für eine theoretische Reichweite von mittlerweile wenig konkurrenzfähigen 200 Kilometern. Ganz eilige Kunden können das E-SUV ab sofort gegen eine Gebühr von 1000 Euro reservieren. Diese wird bei Abschluss eines Kaufvertrags erstattet.

Mitsubishi zeigt in Tokio ein kleines SUV mit Hybrid-Antrieb und Allradantrieb. Dach und Türen hält der Hersteller offenbar für verzichtbar – schließlich soll der im Stil eines Buggy gehaltene SUV vor allem Fahrspaß bieten. Das Besondere unter der Haube: Ein kompakter und leichter Gasturbinen-Motor, der besonders umweltfreundlich sein soll und laut Hersteller "mit einer Vielzahl von Kraftstoffen wie Diesel, Kerosin und Alkohol, die je nach Region ausgewählt werden können" betrieben werden kann.

Nissans erster Elektro-SUV heißt Ariya

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Tokio Motorshow
Nissan Ariya: Könnte so 2021 als Elektro-SUV kommen 

Ab 2021 will auch Nissan im Elektro-SUV-Markt mitmischen. Vorläufer ist die Studie Ariya Concept mit zwei unterschiedlichen Batteriegrößen und verschiedenen Leistungsstufen. Je nach Batterie wird die Reichweite pro Akkuladung bei rund 500 Kilometern liegen. Das 4,60 Meter lange SUV wird eines von vier Elektromodellen sein, die Nissan bis 2022 auf den Markt bringen will.

Mit dem IMk concept zeigt Nissan eine Kleinwagenstudie mit Elektromotor. Autonom arbeitende Assistenzsysteme sollen bei der Fahrt für mehr Sicherheit sorgen: So übernimmt das Fahrzeug auf der Autobahn selbst die Steuerung. Einparken lässt sich das nur 3,43 Meter kurze Fahrzeug per Smartphone, oder es sucht sich eigenständig einen Parkplatz. Das Armaturenbrett ist fast frei von Schaltern, alle Informationen erfährt der Fahrer über das rahmenlose Prismendisplay oder holografische Displays. Über eine Serienfertigung wird noch entschieden.

Den rein elektrischen Leaf verkauft Nissan mittlerweile schon seit neun Jahren. Nun erhält der neue Leaf e+ eine 217 PS starke E-Maschine sowie eine größere Batterie. Mit dem 62 kWh-Akku liegt die WLTP-Reichweite mit einer Akkuladung laut Nissan bei bis zu 385 Kilometern. Der Leaf e+ ist schon bestellbar und kostet in Deutschland mindestens 44.700 Euro.

Zum 50. Geburtstag des Sportwagens GT-R stellt Nissan ein neues Sondermodell auf die Räder. Der Nissan GT-R 50th Anniversary soll mittels Motortuning schneller beschleunigen, ein neu abgestimmtes Fahrwerk agileres Fahrverhalten garantieren. Innen und außen unterscheidet sich das Sondermodell vom Serienfahrzeug durch Anbauteile aus dem Motorsport. Noch sportlicher: Der GT-R Nismo, der 300 Kilogramm weniger wiegt und statt 570 PS deren 600 leistet. Preis: 99.990 Euro für den GT-R und aktuell 184.950 Euro für den Nismo.

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Autonomes Fahren im Fokus

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Tokio Motorshow Neuheiten Toyota
Emotional: Der Toyota LQ reagiert auf den Gemütszustand des Fahrers

Toyota enthüllt in Tokio seinen neuen Kleinwagen Yaris. Der steht erstmals auf der konzerneigenen Kompaktwagenplattform und bietet mehr Platz – ist dabei aber kürzer, breiter und flacher als sein Vorgänger. Die Fahrzeughöhe sinkt um vier Zentimeter, um fünf Millimeter schrumpft der neue Yaris auf nun 3,94 Meter, der Radstand wächst dagegen um fünf Zentimeter. Das schafft Platz. Als Antrieb setzt Toyota einen neuen 1,5-Liter-Dreizylinder mit E-Motor-Unterstützung ein. Der Hybridantrieb soll bis zu 15 Prozent mehr Systemleistung bieten und dabei 20 Prozent effizienter arbeiten.

Mit dem voll vernetzten Konzeptfahrzeug LQ geht Toyota in Richtung autonomes Fahren. Herzstück der Studie ist "Yui", ein persönlicher Assistent, der mittels künstlicher Intelligenz eine Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrer herstellen soll. "Yui" nimmt den Gemütszustand der Passagiere wahr und stellt dann die Komfortsysteme des Fahrzeugs darauf ein. Assistenzsysteme helfen bei der automatischen Parkplatzsuche und lassen die Studie nach Level 4 autonom fahren.

Lexus-Studie mit Flügeltüren

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Hingucker: Der Lexus LF-30 fährt natürlich elektrisch

Toyotas Nobeltochter Lexus präsentiert ein sehr futuristisches Fahrzeug mit weit nach oben öffnenden Türen. Die Lichtdurchlässigkeit der Seitenscheiben des Lexus LF-30 lässt sich einstellen, so dass die vier Insassen nach außen schauen oder ihre Privatsphäre genießen können. Das Konzeptfahrzeug wird von vier Radnabenmotoren angetrieben, die aber wenig Chancen auf einen baldigen Serieneinsatz haben werden.

Subaru hat die neue Generation des Levorg im Gepäck. Sie unterscheidet sich vom Vorgänger nur durch Details, wie durch eine geänderte, aber immer noch prägnante Lufthutze auf der Motorhaube. Technisch gibt es mehr Unterschiede. Der neue Levorg teilt sich die Plattform mit Impreza, Legacy und Outback. Als Antrieb kommt ein neuer 1,8-Liter-Boxermotor zum Einsatz. Für die Unterstützung des Fahrers sollen neue Assistenzsysteme sorgen, darunter vier Radare und eine Weitwinkel-Stereokamera für eine 360-Grad-Rundumsicht.

Der Hanare zählt ebenfalls zu den vielen Konzeptfahrzeugen von Suzuki. Es ist ein selbstfahrendes Auto, das als freistehender Lebensraum konzipiert wurde. Der Innenraum ist groß und multifunktional und soll junge Fahrer begeistern. Ebenso interessant ist der Suzuki Waku-Waku, was so viel wie aufregend oder spannend bedeutet. Das kompakte Konzeptauto mit Plug-in-Hybrid-Antrieb lässt sich an Front und im Innenraum individuell anpassen. Sie ist eine von mehreren Studien, die Suzuki bis nächstes Jahr zum 100. Firmenjubiläum zeigen wird.

Toyota Mirai und Honda Jazz kommen nach Europa

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Honda Jazz Studioaufnahme
Den neuen Honda Jazz gibt es nur noch als Hybrid

Auch der Toyota Mirai wird erneuert. Die zweite Generation des Wasserstoff-Fahrzeugs soll mit einer Tankfüllung rund 30 Prozent weiter fahren als bisher, also bis zu 650 Kilometer weit kommen. Das Fahrverhalten soll sportlicher werden, eine acht Zentimeter längere (4,97 Meter) sowie vier Zentimeter breitere (1,85 Meter) Karosserie bietet nun auch für fünf Personen (bisher vier) Platz. 2020 soll der Mirai nach Deutschland kommen, Preise stehen noch nicht fest.

Bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio wird Toyota als einer der Sponsoren für den Transport des IOC verantwortlich sein. Den soll unter anderem ein elektrischer Peoplemoover für bis zu sechs Personen übernehmen.

Nur 2,49 Meter lang ist die Toyota-Studie Ultra Compact BEV. Der elektrische Zweisitzer soll mit einer Batterieladung bis zu 100 Kilometer weit fahren können. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 60 km/h begrenzt. Der kleine Elektroflitzer wird wahrscheinlich nur auf dem japanischen Markt verkauft werden.

Deutlich bodenständiger: Der neue Honda Jazz, der bei all den abgefahrenen Konzeptfahrzeugen nicht nur optisch ziemlich geerdet wirkt. Mit seinem äußerst variablen Innenraum samt nach oben hochklappbarer Fondsitze für maximale Ladehöhe setzt er auf praktischen Nutzwert. Aber auch auf Umweltfreundlichkeit: Den neuen Jazz gibt es nur noch mit Hybridantrieb. Marktstart in Deutschland: Mitte 2020.

Text: Fabian Hoberg. Fotos: Toyota (7), Mazda (1), Nissan (4), Fabian Hoberg (5), Honda (1), Mitsubishi (1).
 
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