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Italien | Savona | 26.11.2019

Autobahnbrücke in Norditalien eingestürzt

Eingestürzte Brücke der A6 bei Savona in Italien
Vermutlich ein Erdrutsch zerstörte eine Fahrtrichtung der Autobahnbrücke "Madonna del Monte" nahe der norditalienischen Stadt Savona

Erneut ein Brückeneinsturz: Nach heftigen Unwettern ist in Norditalien ein Autobahnviadukt auf der A6 Turin-Savona in der Nähe der ligurischen Stadt Savona zusammengebrochen. Ursache war ein Erdrutsch. Könnte das auch hierzulande passieren? Wie sicher sind die Brücken in Deutschland?

Am Sonntag ist nahe Savona nach einem Erdrutsch ein etwa 30 Meter langes Stück der A6 Turin-Savona zusammengebrochen. Laut der örtlichen Feuerwehr befanden sich zu dem Zeitpunkt aber keine Autos auf der Brücke. Es kamen keine Menschen zu Schaden.

Die Autobahn ist zwischen Savona und Altare in Richtung Turin unterbrochen, aus Sicherheitsgründen wurde auch die Gegenrichtung gesperrt. Wer von Ligurien ins Piemont oder andersherum reisen möchte, nutzt die A10 Genua-Ventimiglia, die A26 Genua Voltri-Gravellona Toce und die A21 Turin-Piacenza. Aktuelle Verkehrsinformationen bietet auch der italienische Straßeninformationsdienst*.

Der Nordwesten Italiens wird seit Tagen von heftigen Regenfällen heimgesucht. In Teilen Liguriens und des Piemonts galt am Sonntag die höchste Alarmstufe Rot. Viele Bewohner sind nach Erdrutschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Vergangene Woche erst war bei Toulouse in Südfrankreich eine Brücke zusammengebrochen, zwei Menschen kamen ums Leben, mehrere wurden verletzt. Im August 2018 war nach einem Unwetter eine Autobahnbrücke im gut 50 Kilometer östlich von Savona gelegenen Genua eingestürzt, der Hauptstadt Liguriens. Dabei kamen 43 Menschen ums Leben. 

Wie sicher sind Brücken in Deutschland?

In Deutschland wird jede Brücke nach der DIN Norm 1076 regelmäßig überprüft. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) vergibt anhand penibler Inspektionsberichte Noten für die 40.000 Brücken an deutschen Bundesfernstraßen.

Knapp 5000 Bauwerke sind demnach "nicht ausreichend“, mehr als 700 sogar "ungenügend." Die Bewertung "ungenügend" ist aber nicht automatisch mit Einsturzgefahr gleichzusetzen, sondern vielmehr ein Hinweis an die Behörden, umgehend Reparaturen oder Verkehrsbeschränkungen anzuordnen. Das erfolgt laut BASt auch standardmäßig.

Aufgrund dieser umfangreichen Inspektionen sind namhafte Experten und der ADAC davon überzeugt, dass ein Brückeneinsturz wie etwa der in Genua in Deutschland ausgeschlossen ist.

Weitere Informationen zur Sicherheit der Brücken in Deutschland finden Sie hier.

Text: kf mit Material von dpa. Foto: dpa/AP Photo/Vigili del Fuoco.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de