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Kiefersfelden | 04.12.2019

Mehr Lkw-Parkplätze, mehr Sicherheit

Viele LKWs stellen alle Einfahrten und Ausfahrten einer Raststätte zu
Ein alltägliches Bild: Parkplatznot an Rastplätzen

Auf der Rastanlage Inntal-West (A93) weist ein Computer Lkw-Fahrern ihre Plätze zu. So werden Parkflächen besser genutzt, schwere Unfälle können vermieden werden. Das Pilotprojekt läuft bis Ende 2020.

Jeder Autofahrer kennt die Situation: insbesondere vor Feiertagen oder abends sieht man Lkw in der Nähe von Rastanlagen oder Autobahnparkplätzen unerlaubt auf dem Standstreifen oder Zufahrten zu den Rastzonen parken. Der Grund sind Fahrverbote oder Ruhezeiten, die eingehalten werden müssen.

Ist auf dem angesteuerten Rastplatz kein Platz mehr frei, wird der Lastwagen oft an Stellen abgestellt, wo die Fahrer sich und andere gefährden. Oder aber die Lkw-Piloten setzen ihre Tour fort und überschreiten die zulässigen Lenkzeiten. Gefährlich ist beides: Pro Jahr ereignen sich zahlreiche schwere Unfälle, bei denen geschätzt mehr als zehn Personen ums Leben kommen.

Um mehr Sicherheit für alle zu schaffen, testet der Freistaat Bayern auf der Rastanlage Inntal-West nahe Kiefersfelden an der A93 ein computergesteuertes Kolonnen-System, mit dessen Hilfe vorhandene Parkflächen besser genutzt werden können. Per Scanner wird die Länge der Lastwagen ermittelt, dazu wird die voraussichtliche Abfahrtszeit abgefragt. Anschließend können die Fahrzeuge sortiert und so eng platziert werden, dass doppelt so viele auf derselben Fläche stehen können. Eine erste Zwischenbilanz des Pilotprojekts war durchweg positiv.

Das sagt der ADAC dazu

ADAC Verkehrsexperte Jürgen Berlitz würde es begrüßen, wenn sich aus dem bayerischen Pilotprojekt ein bundesweites System entwickeln würde: "Das Kolonnenparken ist ein sinnvoller Beitrag, um das Lkw-Parkplatzproblem zu lösen". Insgesamt, so Berlitz, fehlten in Deutschland 35.000 bis 40.000 Abstellmöglichkeiten für Lkw. Ein konventioneller Ausbau sei schwierig, umso wichtiger sei es, die bereits bestehenden Flächen sinnvoll zu nutzen.

Zwar gebe es auch auf den etwas weiter von den Autobahnen entfernt liegenden Autohöfen oft freie Plätze, diese würden aber deutlich schlechter angenommen: "Viele Autohöfe sind privat betrieben und somit nicht kostenlos. Es wäre wünschenswert, dass der Bund diese mitfinanziert, um den Fahrern eine Alternative zu bieten, die sie auch nutzen", so der ADAC Verkehrsexperte.

Text: Katja Fastrich. Foto: imago/Hans Blossey.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de