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Falmouth | 22.10.2019

Kreuzfahrt-Verbot nach Selfie: Was dürfen Reederei und Passagiere?

Kreuzfahrtschiff, Allure of the Seas
Selfie-Tatort: Eine Außenkabine mit Balkon des Luxusschiffs "Allure of the Seas"

Weil sie auf einem Kreuzfahrtschiff für ein Selfie über die Reling kletterte, hat eine Reederei eine Frau des Schiffes verwiesen und ihr ein lebenslanges Verbot für weitere Kreuzfahrten ausgesprochen. Wie die ADAC Juristen den Fall einschätzen.

Was tut man nicht alles für ein gutes Bild für den Social-Media-Auftritt? Manche eindeutig zu viel, wie der aktuelle Fall einer Frau auf dem Kreuzfahrtschiff "Allure of the Seas" der Reederei Royal Caribbean zeigt: Sie kletterte über das Geländer des Balkons ihrer Kabine und wollte hoch über dem Meer ein Selfie schießen.

Ein weiterer Passagier beobachtete sie dabei. Da er Angst hatte, die Frau könnte sich in die Tiefe stürzen, verständigte er die Besatzung. Diese machten die Frau und ihren Begleiter ausfindig und beendete in Falmouth auf der Karibik-Insel Jamaika die Kreuzfahrt der beiden. Die Kreuzfahrtgesellschaft sprach der Dame ein lebenslanges Verbot für weitere Fahrten mit ihrer Reederei aus.


Das sagen die ADAC Juristen

Zu Recht? Ja, sagen die Experten vom ADAC. "Jede Reederei hat ein Hausrecht, das unter anderem besagt, dass Gäste bei Regelverstößen von der Fahrt ausgeschlossen und von Bord verwiesen werden können", so ADAC Juristin Kristina Benecke. "Das ist genauso, wie wenn man im Hotel randaliert"Und ein Regelverstoß liegt hier eindeutig vor: Auf der Website der Reederei Royal Caribbean steht unmissverständlich, dass es aus Sicherheitsgründen verboten ist, über Relings zu klettern. 

Leichtsinniges Verhalten wie das der Selfie-schießenden Frau könnte der Reederei und allen Passagieren großen logistischen und finanziellen Schaden zufügen, gibt Benecke zu bedenken. "Es gibt einen Notfallplan, was zu tun ist, wenn eine Person über Bord geht", sagt sie. Eventuell müssten dann die Maschinen gestoppt werden, es könne zu Verzögerungen kommen, das Schiff könne verspätet in den Hafen gelangen und dann eventuell nicht mehr anlegen dürfen etc.

Verständlich, dass die Reederei derartige Vorfälle vermeiden und die Frau in Zukunft nicht mehr an Bord lassen möchte.

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Text: tn. Foto: Shutterstcock/NAN728.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de