Zurück zur Übersicht
Frankfurt am Main | 07.11.2019

Nach Thomas-Cook-Pleite: Reisende sollen besser geschützt werden

Wartende Passagiere vor dem Thomas Cook Schalter am FLughafen
Aus der Urlaubstraum: Viele Thomas Cook-Kunden bleiben auf ihren Reisekosten sitzen

Der ADAC hält es für wichtig, Reisende bei einer Insolvenz des Reiseveranstalters besser zu schützen, auch wenn davon Betroffene der Thomas Cook-Insolvenz nicht mehr profitieren.

Hintergrund der neuerlichen Diskussion zu dem Thema sind Vorschläge von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht zur Einrichtung eines Schutzfonds für Reisende. Auch die Justizminister der Länder fordern Medieninformationen zufolge eine Neuregelung der Insolvenzabsicherung bei Pauschalreisen. Ihnen geht es vor allem um die Anhebung der Haftungssumme von aktuell 110 Millionen Euro.

Aus Sicht des ADAC ist eine Neuregelung dringend geboten. Spätestens die Thomas-Cook-Pleite belegt die unzureichende Absicherung der Reisenden. Dabei stellt sich die Frage, ob das aktuelle Versicherungsmodell für den deutschen Reisemarkt grundsätzlich geeignet ist. 

Die deutsche Thomas Cook, zu der Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen gehören, hatte nach der Pleite der britischen Mutter Ende September Insolvenzantrag gestellt. Kunden sollen ab Dezember Entschädigung erhalten. Doch es zeigt sich, dass viele Verbraucher nur einen Teil ihrer Kosten für stornierte Reisen zurückbekommen. So wurde nach jüngsten Angaben des Versicherers Zurich Deutschland schon ein Schaden von 250 Millionen Euro gemeldet, Thomas Cook war aber nur bis zur gesetzlichen Haftungsobergrenze von 110 Millionen Euro versichert. Wie viel Geld Kunden erhalten, ist laut Zurich noch unklar, da die Höhe der Gesamtschadenssumme noch nicht feststeht.

Text: vg, mit Material von dpa. Foto: dpa/Clara Margais

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de