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Berlin | 14.11.2019

Härtere Strafen für Gaffer

Gaffer filmt Unfall mit Smartphone
Geht gar nicht: Gaffen, Filmen oder Fotografieren am Unfallort

Gaffern drohen deutlich härtere Strafen. Unfall-Tote mit dem Handy zu filmen oder zu fotografieren soll künftig mit Geldbußen oder sogar Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet werden. 

Das "Herstellen und Übertragen einer Bildaufnahme, die in grob anstößiger Weise eine verstorbene Person zur Schau stellt", soll künftig als Straftat gewertet werden soll. Das beschloss die Bundesregierung. Der Bundestag muss der Gesetzesänderung noch zustimmen.

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Warum Menschen bei Verkehrsunfällen gaffen

Gerade nach schweren Verkehrsunfällen zählt jede Minute. Je früher die Rettungskräfte am Unfallort eintreffen, desto größer sind die Chancen, den Unfallopfern helfen zu können. Doch immer wieder behindern Gaffer die Arbeit der Helfer. Aber warum? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Bislang schützt das Strafrecht nur lebende Menschen vor entwürdigenden Bildern. Bei Toten werden solche Aufnahmen nur als Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht gewertet. Solche Bilder tauchen aufgrund der allgegenwärtigen Handy-Kameras immer häufiger auf und werden auch im Internet verbreitet. Angehörige können aktuell lediglich die Löschung auf Internetseiten verlangen.

Ebenfalls unter Strafe steht es, an einem Unfallort andere Hilfeleistende, wie etwa Rettungskräfte, zu behindern bzw. selbst keine Hilfe zu leisten. 


Text: kf (mit dpa); Foto: imago images/vmd-images.

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