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München | 29.11.2019

Frauen-Nacht-Taxi: München plant vergünstigte Fahrten

Junge Frau mit Handy und Kaffeebecher wartet nachts auf eine Taxi
Auch abends sicher nach Hause: Das Frauen-Nacht-Taxi wird 2020 in München starten

München testet als erste Millionenstadt subventionierte Nacht-Taxis für Frauen. Ab 1. März 2020 können sich Frauen Gutscheine dafür holen und sicherer nach Hause kommen. Das Konzept hat sich bereits andernorts bewährt, etwa in Heidelberg.

Mehr Sicherheit, mehr Mobilität, mehr Lebensqualität, das sind die Ziele des Frauen-Nacht-Taxis. Denn spätabends an einer unbelebten Haltestelle auf Bus oder S-Bahn zu warten, ist vielen Frauen zu unsicher.

So soll es funktionieren: Die Stadt München gibt Gutscheine im Wert von fünf Euro an Frauen aus, die diese bei Taxifahrten einsetzen können. Sie gelten zwischen 22 Uhr abends und sechs Uhr früh. Frauen über 16 Jahre erhalten in Bürgerbüros, Sozialbürgerhäusern, der Gleichstellungsstelle und der Stadtinformation bis zu drei Gutscheine gleichzeitig, können aber jederzeit neue nachholen.

Die Fahrten müssen innerhalb der Stadt beginnen und zu Wohnadressen führen. Diese können auch im Umland liegen. Pro Fahrt kann ein Gutschein eingesetzt werden, den der Fahrer dann mit der Stadt abrechnet.

Der Testbetrieb soll zunächst ein Jahr lang laufen. Die Stadt kalkuliert mit rund einer Million Euro Kosten für die Subvention.

Beispiel Heidelberg

In Heidelberg* kommen Frauen und Mädchen schon seit 1992 mit dem Frauen-Nacht-Taxi sicher durch die Nacht. Fahrberechtigt sind dort allerdings nur Personen mit Hauptwohnsitz in der Stadt zu Fahrten im Stadtgebiet. Ein Fahrschein für eine Fahrt mit dem Frauen-Nacht-Taxi kostet derzeit sechs Euro.

Finanziert wird das Projekt aus Steuermitteln, einem Zuschuss der Funktaxi-Zentrale Heidelberg und den Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf. Pro Jahr gibt es rund 9000 Fahrten mit dem Frauen-Nacht-Taxi.

Taxi von Frauen für Frauen

Eine andere Initiative hat die Münchner Taxizentrale 2018 zusammen mit Radio Gong 96.3 mit Taxi von Frauen für Frauen gestartet, als Reaktion auf zwei sexuelle Übergriffe in privaten Fahrdiensten: Da bis dato nur fünf Prozent der Taxifahrer in München weiblich waren, haben die Unternehmen Frauen gesucht, die sich als Fahrerin ausbilden lassen wollten. Inzwischen haben rund 25 Frauen eine halbjährige Ausbildung abgeschlossen, deren Kosten der Radiosender übernahm.

Auf der Hotline 089/21 61 81 können Frauen explizit Fahrerinnen anfordern. Das klappt fast immer, manchmal gibt es eine kurze Wartezeit. Dann kann sich die Kundin auch für einen der Fahrer entscheiden, die alle bei der Taxizentrale München eG* registriert sind.

 

Text: Helmuth Meyer. Foto: iStock.com/Csondy.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de

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