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Hamburg | 28.06.2019

Interview: ADAC Stauberater über Staus zu Ferienbeginn

ADAC Stauberater im Einsatz zu Ferienbeginn Stau auf der Autobahn

Die nächste Reisewelle rollt an: In Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und im Saarland. Wir sprechen mit ADAC Stauberater Henrik Selonke über seinen Einsatz auf den Autobahnen rund um Hamburg.

"Wir sind der Silberstreif für gestresste Autofahrer"

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Seit 25 Jahren ehrenamtlich im Einsatz: Stauberater Henrik Selonke

Redaktion: Wo ist die Chance am Wochenende am höchsten, einen Stauberater anzutreffen?
Henrik Selonke: Wir befahren die Abschnitte der A1 im Osten Hamburgs und A7 im Westen. Beide Autobahnen sind Elbquerungen und für den Weg nach Norden an die See, oder nach Dänemark und Skandinavien wichtig. Aber wir befahren alle Strecken in einem Umkreis von rund 100 Kilometern um Hamburg.

Wieviel Geduld müssen Urlauber an diesem Wochenende mitbringen?
Es soll schönes Wetter geben im Norden, da sind viele Hamburger unterwegs, etwa zu Ausflügen an die See. Wenn diese auf den derzeit starken Ferienfernverkehr treffen, kann es sehr voll werden. Besonders eng wird es vermutlich zwischen Kreuz Nordwest und Stellingen sowie im Bereich Hamburg-Südost.

Wie können Sie den stressgeplagten Autofahrern helfen?
Bei vielen Reisenden sorgt es schon für eine gewisse Entspannung, wenn sie wissen warum sie im Stau stehen und wie lange es voraussichtlich noch dauern wird. Für Kinder haben wir kleine Spiele dabei. Und wenn es sehr heiß ist, spendieren wir Getränke, auch für mitreisende Tiere. 

Sind Sie gelegentlich Blitzableiter für den Frust der Autofahrer?
Nein. Wir sind für die Menschen so etwas wie der Silberstreif am Horizont. Aggression gegen uns habe ich noch nicht erlebt.

Wie häufig sind Sie im Einsatz?
Jeder von uns Stauberatern kommt auf rund 14 Tage im Jahr, an denen wir bis zu zehn Stunden auf unseren Motorrädern unterwegs sind. Und wir machen das alles ehrenamtlich.

Wieso stellen Sie sich freiwillig während Ihrer Freizeit in den Stau?
Weil es einfach Spaß macht, den Menschen zu helfen. Das gibt einem etwas, das kann man nicht beschreiben.

Wenn es so heiß ist wie aktuell: Wie schützen Sie sich selbst?
Man muss tatsächlich auf sich achten und auf die Signale des Körpers hören. Mal Pause machen, was trinken oder versuchen, längere Zeit im Schatten zu fahren. Was auch hilft ist, wenn ich meine Motorradkombi mit Wasser besprühe. Dank der Verdunstungskälte erfrischt das ganz gut. 

Henrik Selonke (51) lebt am südlichen Stadtrand von Hamburg. Er ist seit 25 Jahren als Stauberater tätig und im Hauptberuf Beamter.

Interview: Katja Fastrich; Fotos: ©ADAC/Markus Hannich, ©ADAC Hansa e.V.

Kritik, Lob, Anregungen? Schreiben Sie uns: redaktion@adac.de

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