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München | 05.07.2019

E-Scooter in deutschen Städten unterwegs

Mann mit E-Scooter
Praktisch, aber auch nicht ungefährlich: E-Tretroller

Seit Mitte Juni ist der Weg für elektronische Tretroller, bekannt als E-Scooter, auch auf Deutschlands Straßen frei. Die ersten Städte machen ihre Erfahrungen – und auch die Polizei.

In München erwischte eine Polizeistreife zwei betrunkene junge Männer, die zusammen auf einem E-Scooter unterwegs waren. Sie standen unter erheblichem Alkoholeinfluss, und da beide "aktiv ins Lenkgeschehen eingriffen" und somit als Fahrzeugführer gelten, wurden beide angezeigt: wegen Trunkenheit und einer Verkehrsordnungwidrigkeit, da der Tretroller nicht zu zweit genutzt werden darf. Schlimmer erwischte es einen 40-jährigen Münchner, der betrunken und ohne Fremdeinwirkung stürzte. Er wurde von einer Passantin bewusstlos aufgefunden.

Die Berliner Polizei berichtet, dass in den ersten beiden Wochen seit der Zulassung der sogenannten E-Scooter acht Verkehrsstraftaten bekannt geworden seien. In fünf Fällen waren die Fahrer angetrunken oder betrunken, in zwei dieser Fälle gab es außerdem einen Unfall, bei dem die Fahrer leicht verletzt wurden.

E-Scooter sind auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen erlaubt. Gehwege und Fußgängerzonen sind für Elektroroller tabu. Ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei 20 km/h. Wer einen Elektro-Tretroller mit mehr als 0,5 Promille bewegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, bei mehr als 1,1 Promille handelt es sich um eine Straftat. Im Gegensatz dazu müssen Radfahrer erst ab einem Alkoholpegel von mehr als 1,6 Promille mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Auch für den ADAC ist das Thema Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer beim Betrieb elektrischer Kleinstfahrzeuge, wie den E-Scootern, wichtig. Die Änderung, dass E-Tretroller nicht auf Gehwegen fahren dürfen, ist nach Ansicht von unseren Experten ein wichtiger Schritt. Denn insbesondere die schwächeren Verkehrsteilnehmer gilt es zu schützen.

Das müssen Nutzer beachten, wenn sie mit den Scooter unterwegs sind.


Wie funktioniert eigentlich E-Scooter Sharing?

Bei allen Verleihsystemen können die E-Scooter via App gebucht und bezahlt werden. Auf einer Karte werden die Standorte der Tretroller in der Smartphone-App angezeigt, dann kann der gewünschte E-Roller ausgewählt und gemietet werden. Die Miete kostete bei den ersten Anbietern zunächst pauschal einen Euro Startgebühr pro Fahrt plus 15 Cent pro Minute. 

Diese Erfahrungen haben andere Länder bereits mit E-Scootern gemacht.

Text: Katja Fastrich (mit dpa), Foto: shutterstock/Andrei Bortnikau

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