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München | 04.11.2019

Deutschland braucht mehr private Ladestationen

Ladestation Wallbox in einer Tiefgarage
Der Einbau von Ladestationen in privaten Tiefgaragen muss erleichtert werden.

Am Abend des 4.11. treffen sich Angela Merkel, Spitzenpolitiker aus den Regierungsparteien sowie Vertreter der Automobilindustrie im Kanzleramt. Sie diskutieren dort über die Zukunft der Elektromobilität.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich beim Autogipfel dafür einsetzen, dass der bisher schleppende Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland zügiger vorankommt. Bei diesem "Autogipfel" im Kanzleramt in Berlin wollen Politik, Branchenvertreter und Gewerkschafter unter anderem über Maßnahmen diskutieren, die zu einem schnelleren Ausbau des Elektroauto-Ladenetzes führen.

In den nächsten Jahren will der Bund 3,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren. Einigkeit herrscht darüber, dass ein flächendeckendes Netz an Ladestationen Grundvoraussetzung für die Zukunft des E-Autos in Deutschland ist. Für den Hochlauf der E-Mobilität bedürfe es einer «angemessenen, verbraucherfreundlichen und verlässlichen Ladeinfrastruktur», heißt es im "Masterplan Ladeinfrastruktur."

Derzeit gibt es rund 21.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte – vor allem auf dem Land muss man derzeit aber oft lange suchen. Das Ziel der Bundesregierung: Bis 2030 soll es eine Million öffentliche Ladepunkte geben. Die Förderung soll intensiviert werden - damit es zum Beispiel mehr Ladepunkte an Kundenparkplätzen etwa an Supermärkten gibt.

Anlässlich des Autogipfels fordert der ADAC, den Einbau von Ladestationen in privaten Tiefgaragen zu erleichtern. Hintergrund: Zu einem großen Teil werden Fahrzeuge daheim geladen. Dafür sind die Voraussetzungen aber nach wie vor unbefriedigend. Unsere Umfrage unter Hausverwaltungen hat gezeigt, dass nur vier Prozent der Tiefgaragen mit Steckdose oder Wallbox ausgestattet sind. Eine Ursache: das Wohnungseigentumsgesetz, kurz WEG. Es verlangt, dass bei Umbauten am Gemeinschaftseigentum die Miteigentümer zustimmen. Ist nur einer dagegen, wird es nichts mit dem Einbau.

Aus Sicht des Clubs sind die Hindernisse für den Einbau der Ladeinfrastruktur nach wie vor zu hoch. Ohne rechtliche Anpassung wird sich daran auch nichts ändern. Noch 2019 muss deshalb die Installation von Ladeinfrastruktur in Bestandsimmobilien erleichtert und das Miet- und Wohnungseigentumsrecht an die Erfordernisse der Elektromobilität angepasst werden.

Sie möchten auf ein Elektroauto umsteigen oder eine Steckdose und Wallbox in Ihrer Garage einbauen? Hier bekommen Sie alle Tipps zum Thema Fördermittel.

Text: Regina Ammel, mit Material von dpa. Foto: Shutterstock/Yaorusheng.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de