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Berlin | 03.12.2019

Bahn-Verspätungen: Künftig weniger Geld zurück

Überfüllter Bansteig mit wartenden Reisenden
Geduldsprobe für Bahnfahrer: Verspätete Züge

Wer mit der Bahn reist, kann bei größeren Verspätungen Geld zurückverlangen. Die EU-Verkehrsminister wollen diese Ansprüche jetzt einschränken. Reisende, deren Zug wegen höherer Gewalt unpünktlich ist, würden dann nicht mehr entschädigt.

Europa sollen nach dem Willen der EU-Staaten künftig weniger Entschädigungsansprüche bei Verspätungen haben. Darauf verständigten sich die EU-Verkehrsminister am Montag in Brüssel. Demnach wären Züge in Fällen höherer Gewalt - etwa bei extremen Wetterbedingungen oder Personen im Gleis - von der Entschädigungspflicht zu befreien. Bevor die Änderungen in Kraft treten können, müsste noch eine Verständigung mit dem Europaparlament gefunden werden.

Bahnpassagiere hierzulande können derzeit bei einer absehbaren Verspätung von 20 Minuten am Zielbahnhof einen anderen Zug nehmen. Sollte dieser teurer sein, erhalten sie die Differenz später zurück. Zudem erstattet die Bahn ab einer Verspätung von einer Stunde am Zielbahnhof ein Viertel des Fahrpreises. Ab zwei Stunden ist es die Hälfte.

Kunden müssen dafür allerdings ein analoges Formular ausfüllen und dieses an die Deutsche Bahn senden. Das Verfahren wird von Verbraucherschützern als umständlich kritisiert. Die Bahn hat angekündigt, Erstattungen auch online möglich zu machen. Das kann allerdings noch dauern.

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Text: kf mit Material von dpa. Foto: imago/Future Image.

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