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München | 06.11.2019

Autogipfel: Mehr Ladestationen und höhere Kaufprämie für E-Autos

Ladestation Wallbox in einer Tiefgarage
Autogipfel 2019: Der Einbau von Ladestationen in privaten Tiefgaragen soll leichter werden

Auf dem Autogipfel vom 4.11. diskutierten Angela Merkel, Spitzenpolitiker aus den Regierungsparteien sowie Vertreter der Automobilindustrie im Kanzleramt über die Zukunft der Elektromobilität. Die Kernergebnisse sind unter anderem eine höhere Kaufprämie für Elektroautos und mehr Ladestationen. 

Politik und Autoindustrie wollen sicherstellen, dass Elektroautos den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen und "alltagstauglich“ werden. Deshalb haben sie auf dem Autogipfel Folgendes beschlossen:

  • Die Umweltprämie für den Kauf von Elektroautos wird bis 2025 verlängert und erhöht.
  • Die Prämie für Elektrofahrzeuge unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro soll von derzeit 4000 Euro auf 6000 Euro steigen. Für Autos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro soll sie voraussichtlich
    5000 Euro betragen. Dadurch werden bis zu 700.000 weitere Elektrofahrzeuge gefördert.
  • Zuschüsse für Plug-in-Hybride sollen erhöht werden.
  • Geprüft wird, ob junge Gebrauchtwagen, die weder beim Ersterwerb als Firmenwagen noch als Dienstwagen des Ersterwerbers eine staatliche Förderung erhalten haben, jetzt bei der Zweitveräußerung eine Umweltprämie erhalten.
  • Industrie und Regierung errichten in den nächsten zwei Jahren zusätzlich 50.000 öffentliche Ladepunkte; davon übernimmt die Automobilwirtschaft 15.000. 
  • Die Bundesregierung bereitet eine umfassende Wasserstoffstrategie vor. 

Die Kosten von mehr als zwei Milliarden Euro teilen sich Bund und Autobranche. Politik und Autoindustrie wollen damit sicherstellen, dass Elektroautos den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen und alltagstauglich werden. 

Erleichterter Einbau von Ladestationen in Tiefgaragen

Besonders begrüßen wir, dass unserer Forderung, den Einbau von Ladestationen in privaten Tiefgaragen zu erleichtern, beim Autogipfel Rechnung getragen wurde. Die Neuregelungen sollen nach derzeitigen Planungen in der Regierung aber erst Ende 2020 in Kraft treten. Das ist aus unserer Sicht zu spät. Unsere Umfrage unter Hausverwaltungen hat gezeigt, dass eine Neuregelung auch dringend notwendig ist. Derzeit sind nur vier Prozent der Tiefgaragen mit Steckdose oder Wallbox ausgestattet. Das bestehende Wohnungseigentumsgesetz, kurz WEG, verlangt bisher noch, dass bei Umbauten am Gemeinschaftseigentum die Miteigentümer zustimmen müssen. Ist nur einer dagegen, wird es nichts mit dem Einbau. 

Um die Klimaziele 2030 zu schaffen, sind laut einem "Masterplan Ladeinfrastruktur" der Bundesregierung bis dahin sieben bis zehn Millionen E-Autos notwendig. Zwar steigen die Neuzulassungen, aber auf niedrigem Niveau. Im August waren laut Regierung rund 220.000 Elektrofahrzeuge zugelassen - bei insgesamt rund 47 Millionen Pkw.

So funktioniert ein Wasserstoffauto

Text: Regina Ammel mit Material von dpa.  Foto: Shutterstock/Yaorusheng.
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