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Düsseldorf | 29.10.2019

Flugärger: App hilft bei Durchsetzung von Fluggastrechten

neue App bei Flugverspätungen
Je nach Entfernung gibt es ab zwei Stunden Flugverspätung eine Entschädigung

Ob Verspätung, Stornierung oder Überbuchung: Wer Ärger mit der Fluggesellschaft hat, bekommt jetzt schneller Hilfe. Die App "Flugärger" der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erleichtert es Passagieren Ansprüche auf Entschädigung anzumelden.

Wenn ein Flug mindestens drei Stunden verspätet ankommt, überbucht ist oder gar ausfällt und keine höhere Gewalt wie Unwetter, Streiks oder Naturkatastrophen vorliegt, müssen Reisende das nicht einfach hinnehmen. Grundlage für Entschädigungen ist die EU-Fluggastrechteverordnung. Demnach können Passagiere eine Ausgleichszahlung verlangen. Erste Voraussetzung ist, dass der Flug aus der EU startet oder von einer europäischen Airline mit einem Ziel in der EU durchgeführt wird.

Um den Aufwand für eine Entschädigung möglichst gering zu halten, gibt es von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen die Smartphone-App "Flugärger" für iOS und Android-Betriebssysteme. Sie hilft Verbrauchern, ihre Ansprüche schnell, unkompliziert und kostenlos anzumelden.


So funktioniert die Flugärger-App

In der App wählt man zunächst das Problem aus (z.B. "Direktflug war verspätet") und gibt in der Anspruchsprüfung Flugnummer und Abflugdatum an. Daraufhin werden die geplanten und die tatsächlichen Zeiten angezeigt. Im Fall eines Anspruchs rechnet ein Algorithmus den Entschädigungsbetrag aus. Er wird in eine vorformulierte Nachricht eingesetzt, die der Fluggast dann an seine Airline schicken kann. Antwortet die Airline nicht binnen vier Wochen, erinnert die App den Antragsteller daran, sein weiteres Vorgehen zu planen.

Hier finden Sie einen Überblick, welche Entschädigung Passagieren bei Verspätungen, Stornierung oder Überbuchung zusteht: Unter diesem Link gibt es auch ein ADAC Musterschreiben zum Anmelden der Ansprüche ohne App.

Beispiel: Landet ein Flugzeug aus Deutschland auf der Fernstrecke (ab 3500 km) mit vier Stunden Verspätung in Abu Dhabi, stehen dem Passagier 600 Euro Entschädigung zu. Der Betrag ist unabhängig vom tatsächlich bezahlten Flugpreis.

Welche Ausmaße Verspätungen und Ausfälle annehmen können, hat sich im Sommer 2018 gezeigt. Allein zwischen Juni und September waren über 17.000 Flüge ausgefallen oder über drei Stunden verspätetDie gute Nachricht: Ansprüche aus dieser Zeit können immer noch geltend gemacht werden – sie bestehen drei Jahre lang.


Hier geht es zum kostenlosen Download:

Flugärger-App für Geräte mit Android-Betriebssystem*

Flugärger-App für Apple-Geräte mit iOS*


Text: Helmuth Meyer. Foto: Verbraucherzentrale NRW.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de

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