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— ADAC Württemberg —

Diesel-Fahrverbot kommt

 

Seit 21. Februar ist es offiziell: Viele Dieselfahrer müssen ab 2018 bei Feinstaubalarm auf Fahrten in der Landeshauptstadt Stuttgart verzichten. Betroffen von den Fahrverboten sind alle Dieselfahrzeuge, die die Schadstoffklasse Euro 6 nicht erreichen.

 

Diese Maßnahme soll in die Fortschreibung des Luftreinhalteplans aufgenommen werden. Vorzugsweise möchte das Land Baden-Württemberg diese Regelung mittels der Einführung der blauen Umweltplakette realisieren. Bereits ab 2018 soll diese Regelung im Stuttgarter Talkessel sowie in Teilen von Feuerbach und Zuffenhausen und ab 2020 in ganz Stuttgart gelten.

 

Das Wirkungsgutachten verschiedener Maßnahmen hat gezeigt, dass dieses Verbotsinstrument effektiv hilft, die Luftreinhaltung in gebotenem Maße voranzutreiben. Neben diesen zeitlich befristeten Fahrverboten werden auch Maßnahmen zur Verbesserung des Öffentlichen Personennah-, Rad- und Fußverkehrs, Geschwindigkeitsbeschränkungen, die Förderung alternativer Antriebe für Kraftfahrzeuge sowie die Minderung weiterer Feinstaub PM10-Quellen in den Luftreinhaltplan einfließen. Auch Maßnahmen der intelligenten Verkehrssteuerung und innovative Mobilitätskonzepte werden nach Aussage des Verkehrsministeriums verfolgt.

 

Die geplanten Luftreinhaltemaßnahmen werden vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg auch im Verfahren gegen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) als ein wichtiger Baustein angesehen und sollen aufzeigen, dass das Land aktiv alle wirksamen und umsetzbaren Maßnahmen ergreift, um die Grenzwerte schnellstmöglich einzuhalten.

 

Der ADAC Württemberg wird die weiteren Maßnahmen der Stadt sehr aufmerksam und kritisch begleiten. Viele Fragen sind nämlich noch ungeklärt. Wie werden die Fahrverbote konkret ausgestaltet? Werden die Autofahrerinnen und Autofahrer ausreichend informiert? Für wen gelten die genannten Ausnahmeregelungen? Und in welchem konkreten Gebiet wird es Fahrverbote geben? Für den ADAC Württemberg steht außer Frage, dass solche Fahrverbote nicht allein auf den Schultern privater Nutzer ausgetragen werden dürfen. Den von den Fahrverboten betroffenen Autofahrern gilt es nun schnellstmöglich attraktive Alternativen zu bieten. Wie aus der Anfang 2017 veröffentlichten ADAC Umfrage zur Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) hervorgeht, würden allein in Stuttgart rund 90.000 Autofahrer bei attraktiverem ÖPNV-Angebot öfters auf Bahn oder Bus umsteigen. Deshalb muss in diesem Bereich noch wesentlich mehr investiert werden. Im Grundsatz gilt: Saubere Luft gibt es nicht umsonst.


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