DruckenPDFBookmark

„Kleine Gelbe Füße“ helfen ABC-Schützen

 

In dieser Woche beginnt für rund 18.000 Kinder in Sachsen-Anhalt und 67.000 Kinder in Niedersachsen ein neuer Lebensabschnitt: die Schulzeit. Neben Schreiben, Rechnen und Lesen müssen die ABC-Schützen oftmals noch die aktive und regelmäßige Teilnahme am Straßenverkehr lernen. Damit die Kinder sicher zur Schule kommen, fordert der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e. V. alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Rücksichtnahme auf.


Dass Kinder besonders gefährdet sind, hat mehrere Gründe: Wegen ihrer geringen Körpergröße werden sie oft von Autofahrern übersehen. Zudem sind die visuellen und auditiven Wahrnehmungsfähigkeiten noch nicht voll entfaltet, so dass sie Verkehrssituationen nicht richtig einschätzen können. Außerdem lassen sie sich leicht ablenken, so dass die Konzentration auf den Straßenverkehr schnell dahin ist. Entscheidend dafür, dass Kinder wohlbehalten in den Schulen ankommen, ist neben sicheren Wegen das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Gerade Schulanfänger sind anfangs meist überfordert und bedürfen der Hilfe ihrer Eltern. Diese sollten stets den sichersten Schulweg wählen und ihn mit ihren Kleinen regelmäßig üben.
 
„Die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr geht uns alle an“, betont das Vorstandsmitglied des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e. V., Bernward Franzky. „Noch immer verunglücken zu viele Kinder auf Deutschlands Straßen. In Sachsen-Anhalt verunglückten im letzten Jahr 632 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr, 2 davon starben. In Niedersachsen sogar 3.229 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr, 13 davon starben.“


Besonders markante Punkte des Schulweges werden durch gelbe Fußabdrücke “Kleine gelbe Füße“ gekennzeichnet. Sie helfen den Kindern im Straßenverkehr, indem sie ihnen gefahrenreduzierte Wege und Straßenüberquerungen anzeigen. Außerdem weisen Spannbänder Autofahrer auf Schulkinder hin.

„Die Sicherheit von Kindern hat im Automobilclub einen ganz besonderen Stellenwert“, betont Bernward Franzky. Mit den bekannten Fahrradturnieren und den beiden Verkehrssicherheitsprogrammen „Aufgepasst mit ADACUS“ und „Achtung Auto“ schult der ADAC jährlich viele tausend Kinder und sorgt damit für mehr Verkehrssicherheit auf dem Schulweg.


Die Tipps der ADAC Verkehrsexperten:

• Eltern sollten frühzeitig und wiederholt mit ihren Kindern den Schulweg üben.
• Beim gemeinsamen Begehen des künftigen Schulweges dem Kind mögliche Gefahren zeigen und ausführlich besprechen.
• Nicht immer ist der kürzeste Weg der sicherste. Daher sollten auch kleine Umwege in Kauf genommen werden, wenn das der Sicherheit dient.
• Eltern sollten im Straßenverkehr ein Vorbild sein und sich daher immer an die Verkehrsregeln halten.
• Auch über den ersten Schultag hinaus sollten Eltern ihre Kinder begleiten und später gelegentlich aus dem Hintergrund heraus kontrollieren, ob die Kleinen das Gelernte umsetzen.
• Auf das Überqueren der Straße sollte besonders intensiv eingegangen werden, da Kinder Geschwindigkeiten nicht einschätzen können. Beide Straßenseiten müssen überschaubar und frei sein. Das Kind soll nie schräg über die Straße gehen, sondern immer den kurzen und geraden Weg wählen. Ampeln, Fußgängerüberwege, Markierungen, „Kleine Gelbe Füße“, Lotsenübergänge nutzen.
• Besondere Vorsicht gilt an Bushaltestellen. Kindern sollte beigebracht werden, niemals vor oder hinter einem haltenden Bus über die Straße zu laufen!
• Hektik vermeiden. Impulsives Verhalten kann z.B. beim Überqueren von Straßen eine wesentliche Rolle spielen besonders, wenn das Kind unter Zeitdruck gerät. Oft ist das frühe Aufstehen schon eine große Umstellung. Deshalb sollte auch der neue Tagesrhythmus schrittweise trainiert werden. Genauso wichtig: Genügend Schlaf. Denn nur dann ist ein Kind fit für den Alltag im Verkehr.
• Der ADAC rät davon ab, Kinder regelmäßig mit dem Auto in die Schule zu bringen, damit die Kleinen durch eigene Erfahrungen sichere Verkehrsteilnehmer werden.
• Kinder sollten dem Wetter und der Jahreszeit angemessen gekleidet sein – Kapuzen behindern oft die freie Sicht, Jacken und Ranzen sollten reflektierende Stellen haben.


Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität