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Was man bei der Mitnahme von fremden Kindern in den Urlaub beachten sollte

Wenn der Schulfreund mit auf Reisen geht…


Nicht alle Eltern können ihren Urlaub nach den Schulferien ausrichten. Wie schön, wenn Eltern der besten Freundin oder des besten Freundes diese Lücke füllen und Sohn oder Tochter in den Urlaub oder auf einen Tagesausflug mitnehmen. Was es vor Abreise zu beachten gibt und wer haftet im Fall der Fälle:

Nach dem allgemeinen Haftungsrecht sind bei einer Autofahrt sämtliche Fahrzeuginsassen, egal ob verwandt oder nicht, über die Kfz-Haftpflichtversicherung versichert. Hierin eingeschlossen sind auch erlittene Personenschäden, somit ist eine persönliche Inanspruchnahme des Fahrer oder Halters bei bestehender Kfz-Haftpflichtversicherung ausgeschlossen. Daher sind haftungsrechtliche Vereinbarungen nicht notwendig.

Anders verhält es sich aber bei Reisen mit fremden Kindern und Jugendlichen ins Ausland. Das Kind muss, wie das eigene auch, über die notwendigen und gültigen Papiere verfügen. Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind seit 2012 nicht mehr gültig. So benötigt jedes Kind von Geburt an ein eigenes Ausweisdokument bei Reisen ins Ausland. In viele Länder benötigt das Kind oder der Jugendliche auch eine amtlich beglaubigte Einverständniserklärung bzw. Vollmacht der Eltern oder des Erziehungsberechtigten.

In Europa betrifft dies insbesondere Bosnien & Herzegowina, Griechenland, Großbritannien, Kroatien, Mazedonien, Slowenien und Serbien. In Bosnien & Herzegowina, Mazedonien und Griechenland muss die Vollmacht zusätzlich amtlich beglaubigt werden, für Serbien wird die Beglaubigung empfohlen. Zusätzlich zur Vollmacht sollte noch eine Kopie der Geburtsurkunde sowie eine Kopie der Pässe der Eltern mitgeführt werden. Eine verbindliche Formvorlage für Vollmacht gibt es nicht. Allerdings sollte eine Vollmacht für eine Auslandsreise idealerweise neben der eigenen Landessprache zumindest in Englisch, besser noch in der Landessprache des Reiseziels, ausgestellt sein.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich auch beim Auswärtigen Amt erkundigen oder dort auf den Seiten nach Vorlagen suchen. In Falle Kanadas gibt es sogar ein vorgeschrie-benes Formular zum Download. Leider sind nicht alle Länderseiten inhaltlich gleich aufgebaut, daher ist eine direkte Anfrage im Auswärtigen Amt empfehlenswert.

Eine entsprechende Handlungsvollmacht ist auch wichtig im Unfall- oder Krankheitsfall, um bei entsprechenden Stellen, wie bei Ärzten oder Krankenhäusern, Entscheidungen treffen zu dürfen.

Ebenfalls ist eine gründliche Absprache zwischen den Eltern zu empfehlen, was ein Kind darf und was nicht. Denn, nehmen Eltern ein Kind mit in den Urlaub, übernehmen sie die Aufsichtspflicht und damit die haftungsrechtlichen Konsequenzen, wenn man ihnen nachweisen kann, dass die Aufsichtspflicht verletzt wurde. Hier gibt es durchaus gesetzliche Vorgaben.

Darüber hinaus sollten sich Eltern informieren, ob das Kind eine entsprechende Reiseapotheke bzw. spezielle Medikamente aufgrund von Allergien, Unverträglichkeiten oder anderen Vorerkrankungen benötigt. In diesem Zusammenhang sollte man sich mit den Eltern des Gastkindes verständigen, ob das Kind beispielsweise über eine Reisekranken- wie auch eine Reiseabbruchversicherung verfügt oder das Gastkind bei der eigenen Versicherung für den Zeitraum mit angemeldet werden muss.


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