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So fahren Sie sicher bei Unwetter

- ADAC Hessen-Thüringen -

Blitze, Sturm & Starkregen: So fahren Sie sicher bei Unwetter

Auf Hitze folgen oft Unwetter mit Starkregen und Orkanböen. Wer dann mit dem Auto oder Motorrad unterwegs ist, kann schnell in gefährliche Situationen geraten. Der ADAC hat wichtige Verhaltenstipps.


  • Wenn es blitzt und donnert
    Statistiken nennen regelmäßig als "Blitzopfer" Fußgänger, Wanderer, Sportler, Arbeiter in Außenbereichen, aber kaum motorisierte Verkehrsteilnehmer. Dennoch sind insbesondere Cabrio-Fahrer oft unsicher, ob sie mit einem Stoffdach auch ausreichend geschützt sind. Zu dieser Sorge besteht jedoch kein Anlass, denn wie ADAC-Tests belegen, sind Cabrios genauso sicher wie Autos mit herkömmlichem Stahldach, weil die Verdeck-Konstruktion mit der Karosserie verbunden ist und somit einen Faradayschen Käfig bildet, der die Insassen vor Blitzschlägen schützt.


    Zweiradfahrern empfiehlt der ADAC - wie auch Fußgängern - die Nähe zu hohen Objekten wie Bäumen oder Masten zu meiden und nach Möglichkeit unter Brücken o.ä. Schutz zu suchen.


  • Starker Regen und Aquaplaning

    Bei starkem Regen sollten Sie die Geschwindigkeit reduzieren und sich nicht von anderen Autofahrern verleiten lassen, zu schnell zu fahren. Um besser gesehen zu werden, empfiehlt es sich, das Abblendlicht einzuschalten. Übrigens: Die schnellste Stufe der Scheibenwischer kann schon ein Indiz dafür sein, dass Sie bereits viel zu schnell unterwegs sind.


    Durch die Sommerhitze können sich wieder gefährliche Spurrillen bilden - besonders auf der rechten Spur von mehrspurigen Bundesstraßen und Autobahnen. Dann heißt es, versetzt zu den Spurrillen zu fahren, damit das Fahrzeug nicht ins Schlingern gerät.


    Entstehen Gischt- und Wasserschwall an den Rädern vorausfahrender Fahrzeuge, ist besondere Vorsicht geboten, denn es besteht die Gefahr des Aquaplanings. Im Extremfall verlieren dann die Reifen durch den Wasserfilm den Fahrbahnkontakt und können keine Lenk- und Bremskräfte mehr übertragen. Wolfgang Herda, ADAC Verkehrsexperte, rät: „Auf jeden Fall die Geschwindigkeit drosseln und das Radio leise stellen, denn nur so können Geräusche wahrgenommen werden, mit denen sich zum Beispiel überschüssiges Wasser in den Radkästen ankündigt.“


    Ohne eine Mindestgriffigkeit der Reifen können übrigens auch die elektronischen Assistenzsysteme wie ESP und ABS ihre stabilisierende Wirkung nicht entfalten. Deshalb gilt es, abrupte Fahrmanöver zu vermeiden. Wer trotz aller Vorsicht mit seinem Fahrzeug zu schlittern beginnt, sollte das Gas wegnehmen, die Kupplung treten und das Lenkrad mit beiden Händen gerade halten. Sind die Räder nämlich eingeschlagen, wenn die Reifen wieder greifen, kann das Fahrzeug schnell ausbrechen.
  • ADAC Tipp: Nicht bei den Reifen sparen
    Grundsätzlich sollten Autofahrer nicht bei den Reifen sparen. Je mehr Profil die Pneus haben, desto besser können sie das Wasser ableiten. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern ist eigentlich zu gering. Unbedenklich sind in der Regel Reifen mit mindestens drei Millimeter tiefen Rillen.
  • Unterschätzte Gefahr durch Sturmböen
    Erhöhte Vorsicht bei Sturmböen ist auf Streckenabschnitten wie Brücken, Waldschneisen, Autobahnviadukten und Bergkuppen geboten, um nicht vom Wind erfasst und ggf. auf die Gegenfahrbahn abgedrängt zu werden. Außerdem besteht bei starkem Wind die Gefahr, dass Äste auf die Fahrbahn fallen, Dachziegel von Häusern geweht oder sogar Bäume entwurzelt werden. Stets gilt es, vorausschauend zu fahren und auf entsprechende Gefahrenzeichen auf entsprechenden Verkehrschildern (oft mit Windsäcken gekennzeichnet) zu beachten.

    Um nicht plötzlich überrascht zu werden ist es ratsam, die Geschwindigkeit zu reduzieren und Bewegungen der Bäume, Sträucher und des Vordermanns zu beobachten. Zum vorausfahrenden Fahrzeug sollte der Abstand vergrößert werden, um überhaupt noch rechtzeitig reagieren zu können.

    Zu beachten: Anhänger hinter Kraftfahrzeugen und Motorräder sind besonders windempfindlich und geraten leicht aus dem Gleichgewicht. Deshalb sollten Sie am besten ganz auf Überholmanöver verzichten. Besonders beim Überholen von Fahrzeugen mit großer Windangriffsfläche wie LKW, Vans oder Wohnmobilen gerät man nämlich erst in den Sog des Windschattens und wird anschließend beim Weiterfahren von Seitenwind getroffen.
  • Was tun in Notsituationen?
    Viele Unwetter kommen nicht überraschend. Entsprechende Warnungen der Wetterdienste sollten ernst genommen werden. Stress, Ärger und Schäden am Auto kann man sich so häufig sparen. Bringen Sie sich und andere nicht in Gefahr, indem Sie zum Beispiel Ihr Fahrzeug auf dem Standstreifen der Autobahn oder unter einer Brücke abstellen. Der Pannenstreifen ist laut Straßenverkehrsordnung für technische Notfälle vorgesehen.

    Der ADAC rät, in Notsituationen auf Rast- oder Parkplätzen zu warten, bis das Unwetter abgeklungen ist. Motorradfahrern, die unter Brücken oder in Unterführungen Schutz suchen, sollten ihr Gefährt so zu platzieren, dass sie sich weder selbst gefährden, noch Einsatzkräften den Weg versperren.

  • ADAC Fahrsicherheitstrainings nutzen

    Bremsen, ausweichen, fahren bei Nässe - testen und trainieren auch Sie Ihr fahrerisches Können, um in einer schwierigen Situation angemessen reagieren zu können. Wir bieten Trainings für Jung und Alt, Privat- und Firmenkunden sowie Berufskraftfahrer. Hier lernen Sie ihr Fahrzeug richtig kennen - ob Motorrad, Kleintransporter, Lkw, Traktor, Roller oder Pkw.


    Mehr Infos zu den ADAC Fahrsicherheitstrainings erhalten Sie  hier ...


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